Winter in Rosenheim

Bei den Aufbauarbeiten: Am Dienstagvormittag hat ein Kran die ersten Buden geliefert. Insgesamt acht Stände sollen in der gesamten Innenstadt verteilt werden. Schlecker
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Bei den Aufbauarbeiten: Am Dienstagvormittag hat ein Kran die ersten Buden geliefert. Insgesamt acht Stände sollen in der gesamten Innenstadt verteilt werden. Schlecker

Rosenheim –  Der Christkindlmarkt in Rosenheim ist der Corona-Krise zum Opfer gefallen.

Aber ganz will sich die Stadt die weihnachtliche Stimmung nicht vermiesen lassen. Deshalb soll es ab Freitag acht Essens- und Getränkestände unter dem Motto „Winter in Rosenheim“ geben. Doch die Meinungen über diese Entscheidung gehen auseinander.

Kritik in densozialen Medien

In den sozialen Medien verstehen die Menschen die Welt nicht mehr. „Rosenheim will wieder Superhotspot werden“, „Rosenheim spielt mit dem Feuer und wundert sich dann, wenn es brennt“ oder „vollkommen unverantwortlich“ heißt es auf Facebook. Grund für den Unmut ist die Nachricht, dass in Rosenheim acht Essens- und Getränkestände aufgebaut werden sollen. Das hatte Klaus Hertreiter, Geschäftsführer des Wirtschaftlichen Verbandes (WV), auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen bestätigt. Geplant sei, dass die Buden in der gesamten Innenstadt verteilt werden. „Wir sehen das als eine gastronomische Erweiterung“, sagt Hertreiter. Bis jetzt sieht der Plan vor, dass sich die Öffnungszeiten der Stände an denen des Einzelhandels orientieren sollen. Heißt: von 11 bis 19 Uhr. Auch sonntags. „Da müssen wir schauen, ob sich das rentiert“, sagt Hertreiter. Ihm sei vor allem wichtig, dass die Schausteller-Betriebe „nicht vergessen werden“.

„Für diese Entscheidung sind wir der Stadt und dem Wirtschaftlichen Verband sehr dankbar“, sagt Schausteller Max Fahrenschon. Auch weil er sich eigentlich schon damit abgefunden hatte, dass es in diesem Jahr keine weiteren Einnahmen gebe. Dass er jetzt doch noch „ein bisschen was verdienen kann“, freue ihn sehr. Dafür nehme er auch hin, dass lediglich Lebensmittel verkauft werden dürfen –  und die auch nur zum Mitnehmen. Hintergrund dieser Entscheidung ist die seit Montag geltende neunte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Die sieht vor, dass für Städte mit einer Sieben-Tage-Inzidenz größer als 200 besondere Regelungen gelten. Demnach seien nur noch Märkte zum Verkauf von Lebensmitteln zugelassen. Da Rosenheim – Stand 1. Dezember – bei einer Inzidenz von 274 liegt, greife diese Regelung auch für den „Winter für Rosenheim“.

Statt Weihnachtskugeln, Schnitzereien und Produkten aus Wolle gibt es in diesem Jahr also Streaksemmeln, Schmalzkuchen, Schokofrüchte und gebrannte Mandeln. Alkohol darf nicht ausgeschenkt werden.

Der Stadt und dem WV gehe es darum, im Rahmen der eingeschränkten Möglichkeiten wenigstens „ein Gefühl von Adventsstimmung in die Innenstadt zu bringen“. Mit einem Christkindlmarkt lasse sich der „Winter in Rosenheim“ allerdings nicht vergleichen. „Die Stände sind reduziert und stehen in gebührendem Abstand“, heißt es vonseiten der Stadt. Ziel soll sein – ähnlich wie beim „Sommer in Rosenheim“ – „Stimmung in die Innenstadt zu bringen“. Das soll, so die Hoffnung, auch auf die ansässigen Geschäfte und ihre Umsätze überschwappen.

Normalität soll ermöglicht werden

„Trotz erhöhter Inzidenzzahlen halte ich es für vertretbar, unseren Bürgern in begrenztem Umfang etwas Weihnachtsstimmung in der Innenstadt zu bieten und damit eine gewisse Normalität zu ermöglichen. Dies gilt umso mehr, als sich die Rosenheimer bisher in überwiegender Zahl vorbildlich an die Auflagen gehalten haben“, sagt Oberbürgermeister Andreas März.

Ein Anhänger voller Teile: Am Max-Josefs-Platz hat sich gestern einiges getan.
Freut sich über die Möglichkeit, „noch ein bisschen zu verdienen“: Schausteller Max Fahrenschon.

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