Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


„Wie ein Tagesschausprecher“

Rosenheimer Yogalehrer Peter Brenner (79) hält Kurse jetzt wegen Corona online

Yoga über den Videochat: Der Rosenheimer Peter Brenner demonstriert im Franz-Pelz-Haus der Rosenheimer Arbeiterwohlfahrt, wie er von zu Hause aus Kontakt zu seinen Schülern hält.
+
Yoga über den Videochat: Der Rosenheimer Peter Brenner demonstriert im Franz-Pelz-Haus der Rosenheimer Arbeiterwohlfahrt, wie er von zu Hause aus Kontakt zu seinen Schülern hält.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
    schließen

Seit März bietet der Rosenheimer Peter Brenner seine Yogakurse für das Rosenheimer Mehrgenerationenhaus virtuell an. Der Yogi fremdelt noch ein wenig mit der Technik, doch die Helfer der Arbeiterwohlfahrt, die ihn hierbei unterstützen, sehen auch positive Effekte.

Rosenheim – Schon der Abstand zum Bildschirm ist groß, der zu seinen Schülern noch größer: Seit März steht Peter Brenner vor einem Tabletcomputer und vollführt Yogaübungen. Es ist eine virtuelle Stunde, die dem 79-Jährigen aus Rosenheim nicht wirklich gefällt. Lieber hätte er es wieder wie vor Beginn der Coronabeschränkungen: Als Yogi seines Yogakurses im Franz-Pelzl-Haus der Rosenheimer Arbeiterwohlfahrt (Awo).

Anderthalb Stunden vor der Kamera

Nun soll es das Konferenzportal Zoom richten. Jeden Donnerstag um 17 Uhr können sich Interessierte im Internet zuschalten. Am Beginn fragt Peter Brenner die Teilnehmer, welche Übungen sie sich wünschen. „Wenn das abgeklärt ist, sitze ich auch schon auf der Yogamatte, und es geht los.“ Anderthalb Stunden dauert eine Sitzung: Anfangsentspannung, Übungen, Schlussentspannung.

Bislang maximal zwei Teilnehmer

Die Zahl der Teilnehmer bleibe im Vergleich zu den Präsenzkursen überschaubar. Sieben Teilnehmer zählt Brenner im Schnitt, wenn er seine Kenntnisse bei der Awo teilt. Online sind es bislang maximal zwei.

Eine davon ist Karin Solns aus Rosenheim. Die 80-Jährige hält dem Yogalehrer virtuell auch deswegen die Treue, weil sie sich für neue Technik begeistert – genauso wie für die Bereitschaft ihres Lehrers, sich mit dieser zu beschäftigen.

Lesen Sie auch: Dieser Rosenheimer ist mit 78 Jahren Vollblut-Yogi: Für ihn gibt es kein Limit (Plus-Artikel OVB-Online)

Denn Brenner fremdelt mit dem Distanzunterricht: „Es hat sich aus der Notwendigkeit ergeben, dass Einzelunterricht nicht mehr möglich war“, sagt er schlicht. Er würde es vorziehen, seine Kursteilnehmer wieder vor Ort begrüßen zu dürfen. „Für mich ist das etwas Künstliches“, sagt er. „Es ist so unpersönlich. Manchmal fühle ich mich wie ein Tagesschausprecher.“

Videoversuche mit Yoga im Garten

Dabei hat er schon im vergangenen Jahr erste Erfahrungen mit bewegten Bildern im Internet gemacht. Auf YouTube veröffentlichte er im Oktober ein Video für Yoga im Garten. Oder wie er es damals nannte: „Gartenyoga to go“. Seine Tochter hatte ihn an das neue Medium herangeführt.

Lesen Sie auch: Bruckmühler Awo-Senioren wollen endlich wieder lachen und ratschen

Unterstützung bekommt der 79-Jährige auch von Tina Matousek und Eva Eckhardt. Matousek ist Projektleiterin des Mehrgenerationenhauses – einer Anlaufstelle, die ihre Dienste an gleicher Stelle im Franz-Pelzl-Haus anbietet. Sie versteht ihr Projekt als Anlaufstelle für Menschen aller Generationen mit ihren Nöten und Sorgen. Vor allem sieht Matousek die Einrichtung als Begegnungsstätte, um ein gemeinsames Miteinander und das Ehrenamt zu fördern. Eckhardt wiederum arbeitet ehrenamtlich für die Mediensprechstunde des Mehrgenerationenhauses. Beide haben das Zoom-Konto angelegt und Brenner an die Technik herangeführt.

Auf sich selbst konzentriert

Eva Eckhardt kann dieser durchaus Positives abgewinnen: In Yoga-Kursen sei sie oft der Versuchung erlegen, sich mit anderen Teilnehmern im Raum zu vergleichen. „Dabei sollst du beim Yoga ja gerade bei dir bleiben und dich nicht mit anderen vergleichen“, sagt die 31-Jährige. Warum sich bislang so wenige für das Onlineyoga interessieren? Angst vor der Technik, vermuten Peter Brenner und Karin Solns.

Lesen Sie auch: AWO und VdK fahren über 100 Senioren aus der Gemeinde Bad Feilnbach zum Impfen (Plus-Artikel OVB-Online)

Das bestätigt Eva Eckhardt, die während ihrer Mediensprechstunden ähnliche Erfahrungen macht: „Es herrscht Unsicherheit, sich mit Online-Medien auseinanderzusetzen.“ Diese Unsicherheit herrsche meist dann, wenn die Technik versage. Dabei muss der Fehler nicht unbedingt „vor dem Bildschirm“ sitzen. Oftmals unterschätzten die Senioren, dass es auch „an der anderen Seite“ liegen könnte und die Quelle des Ärgers damit bei den Plattformen selbst.

Nicht jeder hat das Geld

Für andere Senioren gelte indes: Selbst wenn sie wollten, könnten sie nicht online gehen. Ihnen fehle schlichtweg das Geld. Für die notwendigen Endgeräte, vor allem aber für den Internetanschluss. Das ärgert Tina Matousek: „Da stellen sich mir die Haare auf. Es kann nicht sein, dass wir eine digitalisierte Welt habe, die Teilnahme an dieser aber an so etwas scheitert“, klagt sie.

Der virtuelle Yoga-Kurs via Zoom beginnt jeden Donnerstag um 17 Uhr. Erreichbar ist das Angebot hier. Das Passwort für den Zugang lautet V8gfcG.

Die Mediensprechstunde für Senioren

Das Mehrgenerationenhaus in Rosenheim (Ebersberger Straße 8) bietet Senioren während seiner wöchentlichen Mediensprechstunde Hilfe beim Umgang mit neuer Technik an. Telefonisch erreichbar ist das Angebot jeden Dienstag zwischen 9.30 Uhr und 11.30 Uhr unter 080 31/941 373 22.

Mehr zum Thema

Kommentare