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Wegen gefälschtem Impfpass: Mann (40) tötet Ehefrau und seine drei Kinder

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Bei Anruf droht Rechnersperre

Wie ein Rosenheimer das Kapern des Computers seiner Nachbarin verhinderte

Einbruch durch die Hintertür: Angebliche Microsoft-Mitarbeiter rufen Rosenheimer Nummern an und versuchen, ihre Gesprächspartner dazu zu bringen, Schadsoftware auf ihre Rechner zu spielen.
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Einbruch durch die Hintertür: Angebliche Microsoft-Mitarbeiter rufen Rosenheimer Nummern an und versuchen, ihre Gesprächspartner dazu zu bringen, Schadsoftware auf ihre Rechner zu spielen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Angebliche Microsoft-Mitarbeiter rufen immer wieder Rosenheimer Nummern an und versuchen, ihre Gesprächspartner dazu zu bringen, Schadsoftware auf ihre Rechner zu spielen. Fast wäre eine Seniorin Opfer dieser Betrugsmasche geworden. Doch ihr Nachbar bewahrt sie vor Schlimmerem.

Rosenheim – Es begann mit einem Telefonanruf und mit dem Nachbarn, den eine Rosenheimerin um Hilfe bat. Ihren Namen will sie nicht in der Zeitung lesen, bestätigt aber die Geschichte, von der Heiko Schatz erzählt. Am Telefon meldet sich ein angeblicher Mitarbeiter der Softwareschmiede Microsoft auf Englisch.

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Die ältere Frau kann sich im ersten Moment in der Sprache verständigen, macht aber recht bald klar, dass ihr Deutsch eigentlich lieber wäre. Es dauert einen Moment, aber dann hat die Frau einen deutschsprachigen Teilnehmer am Ohr. Der warnt Sie: Sie habe einen Virus auf ihrem Computer. Er fordert sie auf, eine Fernwartungssoftware zu installieren – ein mögliches Einfallstor für Schadsoftware, mit der sich ein fremder Computer kapern lässt.

Heiko Schatz verhinderte, dass seine Nachbarin Betrügern auf den Leim ging.

Betrüger wollen Geld erpressen

Und im schlimmsten Fall heißt dies: Die Software sperrt den Rechner und die darauf gespeicherten Daten. Nur gegen die Zahlung einer Geldsumme – meist in Form sogenannter Kryptowährungen – versprechen die Computerbetrüger, den Rechner wieder freizuschalten.

Nachbar hatte ihr schon vorher geholfen

Doch bevor die Rosenheimerin den Schritten des Anrufers folgt, wendet sie sich an ihren Nachbarn Heiko Schatz. Der hatte ihr schon immer das ein oder andere Mal am Computer ausgeholfen, wenn der Rechner nicht so funktionierte, wie er sollte oder ein Zusatzgerät zu installieren war.

Gebrochenes Deutsch

„Ich wusste natürlich sofort, dass das ein Trickbetrüger ist“, sagt Schatz. Er habe den Mitarbeiter dennoch zunächst versucht, bei der Stange zu halten, um genauer herauszufinden, was er eigentlich wollte. Auf dem Computer seiner Nachbarin konnte er erkennen, dass der Mann die Nachbarin in gebrochenem Deutsch schon bis zur Befehlszeile des Windowsrechners gebracht hatte. Offenbar, um die IP-Adresse des Computers auszulesen.

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Diese Betrugsmasche ist beileibe nicht neu, aber offenbar – wie Nachbar Heiko Schatz vermutet – haben es die Dunkelmänner derzeit vor allem auf Telefonteilnehmer mit Rosenheimer Nummer abgesehen.

Polizei beobachtet Vorgehen seit Jahren

„Wir beobachten auch seit Jahren, dass häufig an einem Tag mehrere Personen aus der gleichen Stadt und somit mit der gleichen Vorwahl angerufen werden. Am nächsten Tag sind es dann häufig andere Gebiete“, antwortet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf Anfrage. Dort liefen immer wieder Ermittlungen wegen Betrugsfällen aus diesem Phänomenbereich. Ob es sich tatsächlich um Telefonbetrug handle, lasse sich aus der Polizeistatistik jedoch nur schwer herausfiltern. Denn besagte Fälle würden generell unter dem Stichwort „Betrug“ erfasst.

Deutsche Nummer auf dem Display

Heiko Schatz treibt das Spiel noch ein wenig weiter und verwickelt den Anrufer in ein Gespräch. Aber nach mehreren Nachfragen, was der Anrufer mit seinen Anweisungen eigentlich bezwecken will, endet das Gespräch. Die Täter bleiben hartnäckig und versuchen es erneut. Schatz nutzt die Situation und lässt beim Gespräch mitlauschen. Zu hören ist eine Männerstimme.

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Die Person am anderen Ende der Leitung spricht gebrochen Deutsch mit Akzent, der wohl am ehesten im indisch-pakistanischen Raum. Dabei ist auf dem Telefondisplay eine vermeintlich deutsche Nummer zu sehen.

Oft gefälschte Rufnummern

„Bei den Rufnummern, von denen die Anrufe angeblich ausgehen, handelt es sich regelmäßig um aufgesetzte, das heißt gefälschte, Rufnummern“, wie die Bundesnetzagentur auf Anfrage in dieser Sache schildert. Techniken wie Internettelefonie oder die Möglichkeit, Telefonanrufe über das Ausland zu leiten, böten inzwischen „vielfältige Manipulationsmöglichkeiten“. Um eine Rufnummer zu manipulieren und bei Anrufen eine falsche Rufnummer zu übermitteln oder anzeigen zu lassen, sei es nicht erforderlich, diese auf irgendeine Weise zu erwerben oder sie freischalten zu lassen.

Abschaltung der Rufnummer nicht sinnvoll

Um Anrufe mit aufgesetzten Absenderinformationen wirksam zu verhindern, müsse der tatsächliche Verursacher dieser Anrufe bekannt sein oder die Rufnummer des tatsächlich genutzten Anschlusses. „So knüpfen denkbare Maßnahmen wie Abschaltung der rechtswidrig genutzten Rufnummer an diese Informationen an“, sagt die Behörde. Die Abschaltung der angezeigten gefälschten Rufnummer sei dagegen nicht sinnvoll. Hierdurch würden die Anrufe nicht verhindert, denn welche Nummern angezeigt werden und welche tatsächlich die Verbindung aufbauen seien zwei Paar Schuhe.

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Der Bundesnetzagentur sei bei Fällen manipulierter Rufnummern nur selten möglich zu ermitteln, von welchem Anschluss aus die Anrufe tatsächlich erfolgt sind. „Anders als etwa die Strafverfolgungsbehörden ist die Bundesnetzagentur aktuell nicht mit den hierfür erforderlichen Aufklärungsbefugnissen ausgestattet.

Keine Grundlage zum Eingreifen

Insbesondere ist sie nicht befugt, Verkehrsdaten von Verbindungen zu erheben.“ Es fehle insofern aktuell an einer gesetzlichen Grundlage, um tätig werden zu können. Hinzu komme, dass der Ursprung solcher Anrufe oft im Ausland vermutet werde. Selbst wenn die Rufnummern der tatsächlich genutzten ausländischen Anschlüsse bekannt seien, fehle es deutschen Behörde im Ausland an einer rechtlichen Handhabe.

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Davon zu unterscheiden seien allerdings Fälle, bei denen gefälschte Warnhinweise am PC, sogenannte „Pop-up-Fehlermeldungen“, von angeblichen Support-Mitarbeitern angezeigt würden. Dabei werden deutsche Rufnummern beworben. „In dieser Konstellation ordnet die Bundesnetzagentur regelmäßig die Abschaltung der genannten Rufnummer an.“

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