BAUMFÄLLUNGEN ENTLANG DER UMGEHUNGSSTRASSE

„Werden wieder aufforsten“

Die Arbeiten haben ihre Spuren in dem Waldgrundstück hinterlassen. re
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Die Arbeiten haben ihre Spuren in dem Waldgrundstück hinterlassen. re

Für große Aufregung haben in der Kastenau die Baumfällungen auf einer Waldfläche gesorgt, die zwischen dem Ortsteil und der viel befahrenen Umgehungsstraße liegt. Nun hat sich die Erzdiözese München-Freising auf Anfrage zu den Hintergründen der Forstarbeiten geäußert.

Rosenheim/München – Die Arbeiter, die mit Motorsägen und schwerem Gerät kurz vor den Weihnachtsfeiertagen in dem Waldgebiet anrückten, haben die Kastenau mobilisiert: Unterschriften wurden gesammelt, Anfragen an den Grundbesitzer, die Erzdiözese München-Freising gestellt, Stadträte und Stadtverwaltung eingeschaltet.

Josef Stiegler hat einen offenen Brief an die kirchliche Forstverwaltung geschickt, den mittlerweile über 80 Kastenauer mit unterzeichnet haben und der die Befürchtungen im Stadtteil auf den Punkt bringt. Stiegler sorgt sich um den Wald, der als Erholungs- und Naturraum für die Kastenau wichtig sei. Zudem monierte er, dass die Anwohner nicht über die Maßnahme informiert worden seien und mahnte zugleich eine nachhaltiges Vorgehen bei den Forstarbeiten an: „Uns bietet sich das Bild eines Kahlschlags.“ Gerade von der Kirche erwarte man einen sensibleren Umgang mit den Anwohnern.

Borkenkäfer und Eschentriebsterben

Die Erzdiözese erklärt nun auf Anfrage, die kirchliche Forstverwaltung sei aufgrund einer Aufforderung des Staatlichen Bauamts tätig geworden, das verlangt hatte, Gefährdungen durch Bäume entlang der Miesbacher Straße zu entfernen. Wie eine Sprecherin erläuterte, sei es um zwei größere Maßnahmen gegangen, die auch das Innere des Waldgebiets betroffen hätten: Man habe Fichten entfernt, die vom Borkenkäfer befallen waren sowie erkrankte Eschen. „Wir hatten hier etliche Bäume, die vom Eschentriebsterben betroffen waren“, so die Sprecherin. Die Pilzerkrankung sei für den Laien wohl nicht immer erkennbar. Aber: „Äste können jederzeit abfallen und ganze Bäume umfallen, weil die Wurzeln absterben: Das ist ganz einfach gefährlich“, so die Sprecherin. Und weiter: „Forstwirtschaft funktioniert halt so, dass man leider auch mal etwas fällen muss.“ Weitere Abholzungen wird es aber nicht geben, tritt sie Befürchtungen in der Kastenau entgegen. „Die Arbeiten wurden bereits vor Silvester abgeschlossen.“

Josef Stiegler hat die Nachricht mit Erleichterung aufgenommen, auch wenn er sich nach wie vor wundert, dass entlang der Straße nur wenige Bäume gefällt wurden, wenn es denn um die Sicherung des Verkehrs auf der Umgehung ging. „Ich hätte mir halt gewünscht, dass man die Arbeiten nach und nach durchführt, dass sich die Natur zwischendurch wieder erholen kann“, meint Stiegler.

Die kirchliche Forstverwaltung will die Flächen noch in diesem Jahr wieder aufforsten, voraussichtlich im Frühjahr, wie die Sprecherin der Erzdiözese versichert: „Auch wir haben ein hohes Interesse daran, den Baumbestand zu erhalten und den Wald wieder aufzuforsten.“

Dass keine Genehmigung für den Wegbau bei der Stadt eingeholt wurde (wir berichteten), erklärt die Erzdiözese damit, dass bereits ein Weg vorhanden gewesen sei. Dieser sei lediglich „ertüchtigt“ worden. „Für uns gab es deshalb auch keine Veranlassung, eine Genehmigung einzuholen“, heißt es von Seiten der Kirche.

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