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Am 13. und 14. Mai in Rosenheim

Wenn die Christbaumkugel im Bauch feststeckt: So hilft das Teddybärkrankenhaus Kindern

Will den Kindern genau erklären, was im Krankenhaus passiert: Medizinstudent Nico Hanny (rechts) hat vor fünf Jahren das Teddybärkrankenhaus ins Leben gerufen.
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Will den Kindern genau erklären, was im Krankenhaus passiert: Medizinstudent Nico Hanny (rechts) hat vor fünf Jahren das Teddybärkrankenhaus ins Leben gerufen.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Rosenheim – Im Teddybärkrankenhaus sollen Kinder ihre Angst vor Ärzten und Krankenhäusern verlieren. Nach einer zweijährigen Corona-Pause können sie ihre flauschigen Patienten jetzt wieder behandeln lassen. Ein Gespräch mit dem Initiator Nico Hanny über Christbaumkugeln im Bauch, Neuerungen und warum die Pandemie zumindest etwas Gutes hatte.

Christbaum-Kugeln im Bauch hören sich schmerzhaft an.

Nico Hanny: „Davon sind leider viele Kuscheltiere betroffen. Das sehen wir häufig auf Röntgenaufnahmen. Aber auch Knochenbrüche kommen immer wieder vor. Die müssen die Kinder dann schienen.“

Spaß beiseite. Wie sehr freuen Sie sich, dass das Teddybärkrankenhaus wieder öffnen kann?

Hanny : „Sehr, wir haben bereits vor einem halben Jahr mit den Vorbereitungen begonnen und gehofft, dass uns die Pandemie nicht in die Quere kommt. Das war natürlich mit großen Unsicherheiten verbunden. 2019 war unsere letzte Präsenzveranstaltung. Zwar gab es Online-Angebote und Schulbesuche, aber das ist mit dem Teddybärkrankenhaus nicht zu vergleichen. Ich freue mich jetzt auf den Austausch mit den Kindern und die ungefilterten Gespräche. Und davon wird es einige geben. Bis jetzt haben rund 250 Kinder zugesagt.“

Was ist in diesem Jahr neu?

Hanny: „Wir haben zum ersten Mal eine Desinfektionsmittel-Station mit einem fluoreszierenden Schwarzlicht. Die Kinder sollen ihre Hände desinfizieren. Anschließend schauen wir uns unter einer Schwarzlichtlampe an, wie gut sie diese Aufgabe umgesetzt haben. Gerade mit Blick auf die Pandemie und das ständige Hände-Desinfizieren könnte das sicherlich auch für Erwachsene spannend sein.“

Vor fünf Jahren haben Sie das Teddybärkrankenhaus ins Leben gerufen. Was war die Intention?

Hanny: „Ich wollte den Kindern die Angst vor dem Krankenhaus nehmen und ihnen verständlich machen, was dort passiert. Viele Kinder verbinden mit Krankenhäusern vor allem negative Erfahrungen. Da wollen wir gegensteuern. Hin und wieder rufen auch Eltern bei uns an, wenn ihr Kind kurz vor einer Operation steht. Dann versuchen wir, zu erklären, was sie im Krankenhaus erwartet. Vor der Pandemie hatten viele Kinder übrigens Angst vor dem Geruch von Desinfektionsmitteln und Masken. Das hat sich mittlerweile zum Glück gelegt.“

Also hat die Pandemie auch etwas Gutes?

Hanny : „In diesem Fall wahrscheinlich schon. Wobei man auch sagen muss, dass es für die Kinder zum Teil schwierig ist, wenn sie die Mimik des Arztes nicht lesen können. Da geht es uns Erwachsenen ähnlich.“

Was erwartet die Kinder am Freitag und Samstag?

Hanny: „Der Krankenwagen des Roten Kreuzes ist vor Ort, den die Kinder entdecken können. Direkt am Eingang füllen die Besucher den Anamnesebogen aus. Dann werden sie von einem Teddy-Doktor abgeholt, der gemeinsam mit den Kindern die Kuscheltiere untersucht. Anschließend geht es zum Röntgen und zum MRT. Auf den Bildern können die Kinder dann sehen, was mit ihrem Kuscheltier nicht stimmt und wie die weitere Behandlung aussieht. Meistens geht es dann – mit steriler Kleidung – in den Operationssaal. Hier wird beispielsweise die Christbaum-Kugel herausoperiert. Die Kinder können dann Medikamente verschreiben. Zudem haben wir eine separate Zahnputz-Station und eine Organ-Station, an der Kinder alles über Organe lernen. Auch für die Eltern gibt es einen eigenen Bereich, in dem sie einen Mini-Erstehilfekurs absolvieren können.“

Infobox: Das Teddybärkrankenhaus

Das Teddybärkrankenhaus, das von der Sparkassenstiftung Zukunft für Stadt finanziert wird, ist ein kostenloses Angebot für Kinder ab drei Jahren. Es findet am Freitag, 13. Mai, und Samstag, 14. Mai, jeweils von 8.30 bis 16.30 Uhr im Schüler- und Studentenzentrum in der Pettenkoferstraße 9 in Rosenheim statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, allerdings muss mit Wartezeiten gerechnet werden.

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