Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Zwölf Meter hoch, anderthalb Tonnen schwer

Wenigstens ein bisschen Weihnachten: Rosenheimer Christbaum kommt aus der Kampenwandstraße

Ein echtes Prachtstück: Die Weißtanne, die zwölf Meter hoch und anderthalb Tonnen schwer ist, wurde mithilfe eines Traktors durch die Innenstadt transportiert.
+
Ein echtes Prachtstück: Die Weißtanne, die zwölf Meter hoch und anderthalb Tonnen schwer ist, wurde mithilfe eines Traktors durch die Innenstadt transportiert.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
    schließen

Die Stadt Rosenheim schmückt sich fürs Fest: Auf dem Max-Josefs-Platz haben die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei am Donnerstagvormittag den Christbaum aufgestellt. Geschmückt wird in der kommenden Woche – nach der Absage des Christkindlmarktes immerhin ein kleiner Trost.

Rosenheim Leicht gefallen ist Heike Eisele der Abschied nicht. Die Rosenheimerin steht vor ihrem Haus in der Kampenwandstraße und blickt auf die knapp zwölf Meter große Weißtanne, an der sie in den vergangenen 15 Jahren immer vorbeigegangen ist, wenn sie das Haus verlassen hat. Ab Freitag (12. November) wird das Bild ein anderes sein. Denn Heike Eisele und ihr Mann Jürgen haben sich bereit erklärt, den Baum zu stiften.

Lesen Sie auch: Trotz steigender Corona-Zahlen: Christkindlmarkt in Haag findet statt

„Am Anfang wollten wir erst nicht“, erinnert sich Jürgen Eisele. Er sei gerade aus Amerika zurückgekehrt, als ihm eine Nachbarin mitteilte, dass ein „Mann von der Stadtgärtnerei“ an seinem Baum interessiert sei.

Die Stifter: Jürgen und Heike Eisele aus der Kampenwandstraße in Rosenheim.

Seit 30 Jahren auf der Suche

Besagter Mann ist Peter Gabler, der sich bereits seit 30 Jahren um den Christbaum auf dem Max-Josefs-Platz kümmert. Jedes Jahr sei er in Rosenheim und der Umgebung unterwegs und schaue sich nach einem geeigneten Baum um. „Es ist wichtig, dass die Tanne gleichmäßig mit Ästen garniert ist und nicht nur einseitig“, sagt Gabler. Die zwölf Meter hohe und anderthalb Tonnen schwere Tanne an der Kampenwandstraße habe dieses Kriterium erfüllt.

Seile, Gurte und Karabinerhaken

Am 11. November rückte Gabler dann, gemeinsam mit seinen Mitarbeitern aus, um den Baum zu fällen. Treffpunkt war um 7 Uhr. Es ist kalt, ein leichter Nebel liegt über der Stadt. Die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei tragen dicke, orange-grüne Jacken, Helme und Ohrenschützer. Noch einmal wird der Baum betrachtet, dann beginnen die Vorbereitungen.

Lesen Sie auch: Nach Christkindlmarkt-Absage in Rosenheim: Schausteller zwischen Verzweiflung und Ratlosigkeit

Eine Weißtanne für den Max-Josefs-Platz: In der kommenden Woche kommt die Beleuchtung.

Ein Mitarbeiter der Stadtgärtnerei wickelt Seile und Gurte um die Tanne und befestigt diese an den Karabinerhaken des Krans. „Da kommt jetzt ganz leicht Spannung drauf“, erklärt Gabler. Dadurch soll verhindert werden, dass der Baum nach der Fällung in eine Richtung kippt.

1,20 Meter tiefes Loch im Max-Josefs-Platz

Anschließend markieren die Männer die Stelle, an der gefällt werden soll und messen den Durchmesser des Stamms. Denn dieser muss später in das 1,20 Meter tiefe Loch am Max-Josefs-Platz passen. Weil er an einigen Stellen noch zu dick ist, sägt einer von Gablers Kollegen mit einer Kettensäge Teile des Stamms ab.

30 Jahre, 30 Bäume: Peter Gabler von der Stadtgärtnerei kümmert sich um die Christbäume.

Eisenplatte für das Stammende

Nachdem der untere Teil der Tanne die gewünschte Breite hat, beginnt die Fällung. „Es tut schon weh. Die Tanne hat halt dazugehört“, sagt Heike Eisele, die den gesamten Vorgang gemeinsam mit ihrem Mann und einigen Nachbarn beobachtet hat.

Lesen Sie auch: Corona-Infektionen nehmen zu: Christkindlmarkt in Wasserburg wackelt

Doch ihre Meinung ändern kann sie nicht mehr, denn im Hintergrund haben die städtischen Mitarbeiter bereits mit der Fällung begonnen. Wenige Minuten später hängt der Baum in der Luft und Peter Gabler nickt zufrieden. Kurz bevor die Tanne verladen wird, wird noch eine Eisenplatte am Ende des Stamms befestigt, „damit er satt aufliegt“, wie Gabler sagt.

Polizei als Geleitschutz

Eine halbe Stunde später liegt die zwölf Meter lange Tanne auf dem Anhänger des Traktors. Flankiert von Einsatzkräften der Polizei wird der Baum von der Kampenwandstraße über den Brückenweg in die Innenstadt gebracht. „So ein schöner Baum“, sagt ein Passant, als die Tanne an ihm vorbeifährt. Noch schnell zückt er seine Kamera und hält den Moment fest. Dann setzt er seinen Weg in die entgegengesetzte Richtung fort.

-

Aufbau in neuer Rekordzeit

Am Max-Josefs-Platz angekommen, sperren die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei einen Teil des Platzes ab und stellen ihre Warnschilder auf. Dann wird die Tanne mithilfe des Krans vom Anhänger gehoben und in die richtige Position gebracht. 20 Minuten später steht der Baum an der für ihn vorgesehenen Stelle. „Das hat richtig gut geklappt“, sagt Gabler.

Lesen Sie auch: Wegen Corona-Lage: Rosenheimer Christkindlmarkt findet nicht statt

Kommende Woche wird aus der Weißtanne ein echter Rosenheimer Christbaum: Dann nämlich werden die Lichterketten aufgesteckt. „Jetzt bereitet unsere Tanne den Rosenheimern eine Freude. Einen schöneren Abschied für einen Baum gibt es nicht“, sagt Jürgen Eisele. Ein bisschen wehmütig klingt er trotzdem.

Mehr zum Thema

Kommentare