Wieder Covid-19-Todesfälle

Weiter angespannte Corona-Lage in der Region Rosenheim mit vielen lokalen Hotspots

Die Entwicklung der Corona-Fallzahlen in den Städten und Gemeinden im Verlauf der vergangenen Woche (seit 20. November).
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Die Entwicklung der Corona-Fallzahlen in den Städten und Gemeinden im Verlauf der vergangenen Woche (seit 20. November).
  • Rosi Gantner
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim ist weiter angespannt, eine Entwarnung ist nicht in Sicht. Das zeigt auch der aktuelle Lagebericht aus dem Gesundheitsamt Rosenheim. Für Aufsehen sorgen zudem zahlreiche lokale Hotspots wie Ausbrüche in Pflegeheimen und Kitas.

Rosenheim – Die Zahl der Neuinfektionen und somit die 7-Tage-Inzidenz bewegt sich in der Region weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Eine Entwarnung der Gesamtsituation ist nicht in Sicht – zu diesem Schluss kommt auch das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim angesichts der aktuellen Entwicklung. „Deshalb sollte auf die Einhaltung der AHA-Regelung und Minimierung der Kontakte strikt geachtet werden“, so der Appell aus der Behörde um Amtsleiter Dr. Wolfgang Hierl.

Weiter hohe Fallzahlen

Seit dem Wochenbericht mit Stand 20. November 0 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 748 neue Fälle (-33 gegenüber der Vorwoche) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Damit sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 7878 Fälle von Covid-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 6193, Stadt: 1685). Bei mindestens 5300 Personen hat die Behörde inzwischen die offizielle Genesung dokumentiert.

Aktueller Corona-Ticker für die Region

Diese Städte sind stark betroffen

Zu den am stärksten betroffenen Gemeinden in der Region zählen neben der Stadt Rosenheim mit einem Zuwachs von 165 registrierten Neuinfektionen binnen einer Woche Bad Aibling (39 Fälle), Raubling (32) und Kolbermoor (26). Als regionaler „Hotspot“ sticht aktuell die Gemeinde Schechen mit 59 Neumeldungen innerhalb der vergangenen Woche hervor. Dort waren unter anderem das Schechener Kinderhaus „Sonnenschein“ betroffen, das letztendlich gar geschlossen wurde, um die Infektionsketten zu unterbrechen.

Ausbruch in Pflegeheim in Fischbau

Mit 28 Fällen (Vorwoche 31) ist erneut die Gemeinde Flintsbach bei den regionalen Spitzenreitern mit dabei. Mit ein Grund: der Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Fischbach. Dort waren zehn Mitarbeiter und 22 Bewohner (von gesamt 31) positiv getestet worden. Der Verlauf bislang: vergleichsweise glimpflich – auch die älteste Bewohnerin, eine 106-Jährige, hat die Infektion offenbar gut überstanden, wie es seitens der Heimleitung hieß.

Gemeinden mit Neuinfektionen

Die Altersstruktur der Corona-Todesfälle in der Region.

Weitere Gemeinden mit einer zweistelligen Anzahl an Neuinfektionen binnen einer Woche sind: Stephanskirchen mit 22 Fällen, Kiefersfelden und Bad Feilnbach mit je 21, Bad Endorf mit 19, Rohrdorf mit 17, Feldkirchen-Westerham und Tuntenhausen mit 18, Söchtenau mit 15, Brannenburg, Oberaudorf, Prien und Wasserburg mit 14, Bernau und Samerberg mit zwölf sowie Endling mit zehn Fällen. Hinzu kommt eine ganze Reihe mit Neumeldungen im einstelligen Bereich, darunter Griesstätt und Riedering mit neun Fällen.

Aktuellen Corona-Fallzahlen in der Region

Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz

Auf einem zwar hohen, aber dennoch relativ stabilem Niveau befindet sich die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100 000 Einwohner während der letzten vergangenen sieben Tage) für die Stadt Rosenheim bei 267, für den Landkreis Rosenheim bei 221 (Stand 27. November, 0 Uhr; Vortag: jeweils 231).

Verschärfte Maßnahmen

Sowohl die Stadt als auch der Landkreis Rosenheim liegen allerdings weiter über der Marke 200, ab der das Bayerische Kabinett am Donnerstag weitergehende und damit verschärfte Maßnahmen beschlossen hat. Dazu zählen: Wechselunterricht („Hybridunterricht“) in geteilten Klassen ab der achten Jahrgangsstufe; gestaffelter Unterrichtsbeginn zur Entzerrung der Schülerverkehre; Musikschulen und auch Fahrschulen werden geschlossen; ebenso Märkte und Wochenmärkte, ausgenommen davon Lebensmittelverkauf; und es bleibt beim Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen.

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Verfügung aktualisiert

Der Landkreis hat diesbezüglich bereits am Freitag seine Allgemeinverfügung weiter aktualisiert. Dabei wird an den Besuchsbeschränkungen in Pflegeheimen und Gesundheitseinrichtungen festgehalten (ein Besucher pro Bewohner/Patient), ebenso an der verschärften Regelung für Kindergärten und Krippen, wo die Gruppen nicht mehr durchmischt werden dürfen.

Weitere Corona-Tote

Die Zahl der Corona-Toten hat sich in dieser Woche in der Region um sieben Fälle erhöht. Insgesamt 251 Personen sind bis zuletzt an oder mit Covid-19 verstorben (Stand 27. November, 0 Uhr; Landkreis: 228/+7, Stadt: 23/+0). Ein Großteil der Sterbefälle betrifft nach wie vor die Altersgruppe über 80 Jahre mit 164 Personen (+6 gegenüber der Vorwoche), gefolgt von der Altersgruppe 60 bis 79 Jahre mit 80 Fällen (+1). Sterbefälle in Zusammenhang mit Covid-19 in der Altersgruppe „Unter 60“ sind aktuell keine hinzugekommen.

Die Lage an den Kliniken

Die Lage an den Kliniken ist in der Region weiter stabil. In den Romed-Häusern, die mit ihren Standorten Rosenheim, Bad Aibling und Wasserburg, die derzeit die Covid-Behandlung großteils stemmen, befanden sich aktuell (Stand Freitag) 53 Patienten auf Station, davon – wie in der Vorwoche – neun Patienten auf Intensiv.

Das Romed-Klinikum Rosenheim war zuletzt zudem von einem Corona-Ausbruch im Bettenhaus 5 betroffen.

Zum Vergleich: Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein (Inzidenz: 218) 73 Covid-19-Patienten behandelt, davon 63 auf der Normalstation und zehn auf der Intensivstation.

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