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Leiterin: „Das macht mich fix und fertig“

Corona-Ausbruch in Rosenheimer Altenheim: 20 Fälle und die Frage nach dem Warum

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Das Altenheim Elisabeth in Rosenheim
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Die Corona-Pandemie nimmt wieder Fahrt auf, auch weil die Impfkampagne so ins Stocken geraten ist. Im Altenheim Elisabeth in Rosenheim haben sich nun zwölf Bewohner und acht Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert. Und die Zahlen könnten noch steigen.

Rosenheim – Es ist eine Nachricht, die einen sprachlos macht, vor allem nach all den Erfahrungen von drei zurückliegenden Wellen der Corona-Pandemie. Wie am Mittwoch, den 8. September, bekannt wurde, haben sich acht Mitarbeiter und zwölf Bewohner des Altenheims Elisabeth in Rosenheim mit dem Corona-Virus angesteckt.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Drei Bewohnerinnen und ein Mitarbeiter waren bei einem routinemäßigen Schnelltest am vergangenen Freitag positiv getestet worden. Das teilte die Sprecherin des Trägers, des Katholischen Jugendsozialwerks München (KJSW) auf Anfrage mit. Das Gesundheitsamt sowie die Heimaufsicht seien unmittelbar danach von der Heimleitung informiert worden. Ein anschließend durchgeführter PCR-Test habe die Verdachtsfälle bestätigt.

Alle Bewohner mit positivem Test zeigen Symptome

Mittlerweile wurden nach Angaben des Gesundheitsamtes zwölf Bewohnerinnen und Bewohner positiv getestet. Sie alle zeigten Symptome, ein Mensch sei ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ebenfalls positiv getestet wurden acht Mitarbeiter des Altenheims.

Wie konnte das passieren? „Fragen Sie doch die Angehörigen nach dem Grund, wenn sie keine Masken tragen. Oder die Politik, warum es keine Impflicht für Pfleger gibt“, antwortete Natalia Schreder, die Leiterin des Altenheims mit seinen insgesamt rund 70 Bewohnern, auf Anfragen der OVB-Heimatzeitungen. Nach Auskunft des Staatlichen Gesundheitsamtes waren fünf der erkrankten zwölf Bewohner geimpft, von den infizierten acht Mitarbeitern war nur einer geimpft.

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Natalia Schreder ist jedenfalls am Boden. „Das macht mich fix und fertig“, sagte sie nach dem Corona-Ausbruch. Es bestätigt die immer wieder geäußerten mahnenden Worte von Gesundheitsamtsleiter Dr. Wolfgang Hierl. Die Impfquote sei „viel zu niedrig“, sagt er. Wer sich nicht impfen lasse, werde sich auf jeden Fall anstecken.

CSU bleibt bei Nein zur Impfpflicht

Weil dies für ältere Menschen besonders gefährlich ist, sollten die Menschen der besonders verwundbaren Altersgruppen ja geimpft sein. Nur: eine Impfpflicht gibt es nicht. Auch nicht für Mitarbeiter etwa in Kliniken und Altersheimen. Und sie wird wohl auch nicht so schnell kommen. Die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig: „Die CSU bleibt bei ihrem Nein zur generellen Impfpflicht, auch zu einer Impfpflicht in sensiblen Bereichen wie in Pflegeheimen oder Kliniken.“

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Der Ausbruch im Altenheim Elisabeth hat Konsequenzen. Nach Angaben des Gesundheitsamts sind alle Bewohner in der betroffenen Station in ihrem Zimmer in Quarantäne. Das Gesundheitsamt habe Gruppen-Aktivitäten in allen anderen Bereichen untersagt. „Zudem können alle Bewohner des Heims im Moment nicht besucht werden“, sagte Michael Fischer, Sprecher des Landratsamts. Am gestrigen Mittwoch sei in allen nicht betroffenen Bereichen sowie bei allen noch nicht getesteten Mitarbeitern ein PCR-Test durchgeführt worden. Das Ergebnis steht noch aus.

Erst seit dieser Woche darf der Arbeitgeber in Gesundheitsberufen und Kitas diese Daten abfragen. Daniela Ludwig findet dies sinnvoll, „weil sich dort besonders verletzliche Risikogruppen befinden“. Das ermöglicht den Arbeitgebern auch, ungeimpftes Personal nur in bestimmten Bereichen einzusetzen, beziehungsweise sie in besonders sensiblen Bereichen nicht arbeiten zu lassen“.

Sorgen im Romed-Klinikum

Im Romed-Klinikumsverbund liegt der Anteil an geimpften Mitarbeitern bei einer Zahl von mutmaßlich über 80 Prozent. „75 Prozent unserer Mitarbeiter haben wir im Haus geimpft“, sagt Chefarzt und Pandemie-Beauftragter Dr. Hanns Lohner. Dazu komme eine bislang unbekannte Zahl von Mitarbeitern, die sich im Zentrum oder bei ihrem Hausarzt hätten impfen lassen. Vor allem in Stationen mit anfälligen Patienten sei die Zahl der Impfwilligen sehr hoch.

Es gibt aber Zahlen, die ihm noch mehr zu schaffen machen: Die vierte Welle kommt offenbar im Krankenhaus an. Mittlerweile 13 Corona-Patienten liegen auf der Intensivstation, elf von ihnen in Rosenheim, zwei in Wasserburg. Insgesamt werden 26 Menschen mit Covid-19 stationär behandelt. „Wir spüren eine sehr hohe Belastung.“ Die aber schlage sich in der Corona-Ampel des Freistaats nicht nieder. „Wir machen uns große Sorgen“, sagt Lohner.

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