Wechselvolle Geschichte

In den Anfangsjahren der Freien Turnerschaft stand noch Turnen - hier die Turnerriege der Herren im Jahre 1914 - im Vordergrund. Foto : FTR

Die Freie Turnerschaft Rosenheim (FTR) feiert ihren 100. Geburtstag. Das Jubiläum wird mit einer Festwoche vom 25. bis 29. Juni auf dem Vereinsgelände in der Klepperstraße ausgiebig gefeiert - gemeinsam mit den Rosenheimer Bürgern.

Rosenheim - Der Verein blickt auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurück. 1909 gründeten Turner im Gasthaus "Sterngarten" in Rosenheim einen neuen Turnverein. Ein Name war bald gefunden: "Freie Turnerschaft Rosenheim". Erster Vorstand wurde Hans Langen-egger. 1922 beteiligten sich die Turner erfolgreich beim Bundesfest in Leipzig. Vier Jahre später erwarb die Stadt das Sportgelände beim Traberhof und vermietete es an den Verein. Später ging es dann in den Besitz des Sportvereins über.

Nachdem 1933 der Verein durch das Dritte Reich aufgelöst wurde, gründete sich die Freie Turnerschaft 1947 wieder. Waren zur damaligen Zeit noch Akrobatik, Turnen und Schwerathletik vorrangig, so änderte sich dies nach dem Krieg grundlegend: Hauptsportart wurde Fußball.

1953 pachtete die Stadt das heutige Vereinsgelände. Ein Jahr später richteten die Freien Turner die bayerischen Meisterschaften im Gehen aus, dabei holte Harry Hutary den dritten Platz. Als Höhepunkt erlebte man das Jahr 1972, als Kurt Müller bei den Olympischen Spielen als Fackelläufer dabei war.

Um allen Abteilungen die Möglichkeit zu geben, ihren Sport zu betreiben, wurde von 1972 bis 1982 kräftig gebaut: ein Vereinsheim, eine Mehrzweckhalle und ein Sportplatz. Derzeit umfasst die Freie Turnerschaft etwa 500 Mitglieder, wobei die Fußballer, die 2004 ihr 50-jähriges Bestehen feierten, einen Großteil ausmachen. In den letzten beiden Jahren holte die Jugend einige Meistertitel. Die Taekwondo-Abteilung ist das Aushängeschild des Vereins: Mit vielen nationalen und internationalen Titeln hat sie die Freien Turner über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. Carolin Kuna und Anne Schwabe stehen im bayerischen Landeskader.

1977 wurde die Tischtennisabteilung gegründet, sie hat mit Manuel Proietti und Simone Reiter zwei herausragende Vertreter.

Die Kanuabteilung feierte im letzten Jahr ihr 25-jähriges Bestehen, 2006 kam

die Boogie-Woogie-Abteilung neu hinzu. Und die Senioren beweisen, dass sie nicht zum alten Eisen zählen.

Bislang führten die Freie Turnerschaft seit ihrer Gründung 15 Vorsitzende. Franz Scholz, mittlerweile verstorben, hatte die Führungsposition von 1978 bis 2004 inne - ganze 26 Jahre. Seit dem Jahr 2004 steht Rudolf Bergmann an vorderster Front. re

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