Bloggerin aus Stuttgart

Webinar der Stadtbibliothek Rosenheim: Autorin Laura Fröhlich über Überbelastung von Müttern

Autorin, Bloggerin und Influencerin Laura Fröhlich aus Ludwigsburg bei Stuttgart hat ein Buch über die Rolle der Frau in der Familien-Organisation geschrieben.
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Autorin, Bloggerin und Influencerin Laura Fröhlich aus Ludwigsburg bei Stuttgart hat ein Buch über die Rolle der Frau in der Familien-Organisation geschrieben.
  • Alexandra Schöne
    vonAlexandra Schöne
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Rosenheim – Die Stadtbibliothek Rosenheim hat Bloggerin Laura Fröhlich aus Stuttgart zu einem Webinar eingeladen. Sie spricht über Überbelastung von Müttern. Vorab gewährt sie einen Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen und wie Paare Aufgaben gerecht verteilen können.

Frau Fröhlich, wie sind Sie dazu gekommen, Buchautorin, Bloggerin und Influencerin zu sein?

Laura Fröhlich: In der Elternzeit nach der Geburt meiner Tochter habe ich begonnen, Texte im Internet zu veröffentlichen. Erst private Geschichten, später meine Erfahrungen als Frau und Mutter. Die Inhalte wurden immer feministischer. Irgendwann habe ich vor allem über die Belastung durch das „An alles denken müssen“ im Rahmen der Familienarbeit geschrieben. Dann ist ein Verlag auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich darüber ein Buch schreiben möchte.

Wieso ist es so wichtig, dass Mütter Überbelastung vermeiden – gerade in Zeiten von Corona?

Fröhlich: Überlastung, die dauerhaft vorhanden ist, kann psychisch und physisch krank machen. Daher muss dies unbedingt vermieden werden. Das ist leider oft nicht so einfach. Gerade Frauen fühlen sich in besonderem Maße verantwortlich für Kinder, Haushalt und Alltagsorganisation, weil sie so sozialisiert werden. Darum ist es auch schwer, sich aus der Kümmer-Rolle zu befreien, wenn auch nur für ein wenig. Aber aktuell sind auch immer mehr Väter mental belastet. Es gilt also, für Eltern insgesamt bessere Lösungen zu finden.

Welche persönliche Erfahrungen haben sie mit diesem Thema?

Fröhlich: Ich habe mich selbst für die Alltagsorganisation verantwortlich gefühlt, weil ich ziemlich gut darin geworden bin. Nach einem Jahr Elternzeit pro Kind und meiner halbtägigen Berufstätigkeit, war ich viel zuhause. Ich wusste, was alles zu einem möglichst reibungslosen Ablauf gehört. Ich hatte im Blick, welche Termine anstanden oder welche Dinge besorgt werden mussten. Aber dadurch war ich eben auch mental stark belastet.

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Können Sie einen kleinen Einblick in Ihre Tipps geben, wie sich Frauen gegen Überbelastung und unfaire Partnerschaften wehren können?

Fröhlich: Es ist sinnvoll, sich die stereotypen Rollenbilder anzuschauen und miteinander ins Gespräch darüber zu kommen. Also wieso sich Frauen so stark für Kinder und Haushalt, viele Männer dafür für das Familieneinkommen verantwortlich fühlen. Prinzipiell sind beide Elternteile verantwortlich für Kinder, Küchen und Kalender. Wieso sollte das immer nur eine oder einer alleine machen, wenn man schon als Paar zusammenlebt? Im zweiten Schritt hilft es, sich die vielen Dinge, an die es zu denken gilt, vor Augen zu führen und sichtbar zu machen. Alle Aufgaben aufschreiben und gemeinsame Standards finden. Diese müssen dann gerecht aufgeteilt werden. Jede Woche sollte man über alle anstehenden Termine und Aufgaben reden. Bei „gerecht“ gibt es kein Richtig und kein Falsch, das ist für jedes Paar anders.

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Haben Sie das Gefühl, als Bloggerin und Influencerin mehr Leute erreichen zu können als als Buchautorin?

Fröhlich: Ja, den Eindruck habe ich schon. Ich bin auf Instagram mit Müttern und Vätern im Austausch, kann sogar live mit ihnen interagieren. Letztendlich habe ich von einem Buch aber vor allem langfristig etwas, soziale Medien sind ja auch sehr schnelllebig und man kann nicht so sehr in die Tiefe gehen. Am liebsten bin ich jedoch live bei meinen Vorträgen mit den Menschen im Kontakt.

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