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Irmgard Oppenheimer neue Vorsitzende des Seniorenbeirats

Was für die Senioren in Rosenheim getan werden muss

Hat viele Pläne: Irmgard Oppenrieder ist die neue Vorsitzende des Seniorenbeirats und tritt in die Fußstapfen von Josef Kugler.
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Hat viele Pläne: Irmgard Oppenrieder ist die neue Vorsitzende des Seniorenbeirats und tritt in die Fußstapfen von Josef Kugler.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Rosenheim – Irmgard Oppenrieder ist die neue Vorsitzende des Seniorenbeirats. Nachdem ihr Vorgänger, Josef Kugler, sein Amt niedergelegt hat, tritt die Rosenheimerin in seine Fußstapfen. Ein Gespräch über Geburtstage, Einsamkeit und was die jüngere Generation für die Senioren tun kann.

Gut 20 Prozent der Bevölkerung in Rosenheim sind Senioren. Da gibt es für Sie als Vorsitzende des Seniorenbeirats sicherlich viel zu tun.

Irmgard Oppenrieder: „Zumindest an Ideen mangelt es nicht. Eines unserer Hauptthemen ist nach wie vor die barrierefreie Gestaltung des Max-Josefs-Platzes. Wir haben demnächst ein Gespräch mit Oberbürgermeister Andreas März und wollen das Thema dann noch mal ansprechen. Auch alles rund um den ÖPNV beschäftigt die Senioren. Viele wollen beispielsweise am Sonntag auf den Friedhof, können das aber nicht, weil sie auf den Bus angewiesen sind und der am Sonntag nicht fährt.“

Wäre das Anrufsammeltaxi keine Option?

Oppenrieder: „Das ist für Senioren oft zu kompliziert. Sie wissen nicht, wo sie anrufen oder zu welcher Haltestelle sie gehen müssen. Und ein normales Taxi zu bestellen, kommt vielen Senioren erst gar nicht in den Sinn.“

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Neben dem nicht vorhandenen Busverkehr am Sonntag ärgern sich viele Senioren auch über die Radfahrer in der Fußgängerzone.

Oppenrieder: „Das ist tatsächlich ein Punkt, der immer wieder angesprochen wird. Viele sind auf der unebenen Fläche sowieso schon sehr unsicher. Dieses Gefühl wird dann noch mal verstärkt, weil sie Angst haben, von Radfahrern übersehen zu werden.“

In der Pandemie mussten viele Veranstaltungen und Angebote abgesagt werden. Wie haben Sie es trotzdem geschafft, mit den Senioren in Kontakt zu bleiben?

Oppenrieder: „Wir haben einen Telefondienst eingeführt, der im Wechsel von all unseren Mitgliedern besetzt wird. Das war gerade während der Hochzeit der Pandemie unsere einzige Möglichkeit, um mit den Senioren zu kommunizieren. Dinge, die die Leute bewegt haben, waren unter anderem das Impfangebot und der Weg zum Impfzentrum, das Thema Einkaufen sowie alles rund um die Miete und Streit mit Nachbarn.“

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Warum Einkaufen?

Oppenrieder: „Viele Senioren wollen weiterhin selbstständig einkaufen gehen, brauchen aber Unterstützung, um ihre Einkäufe nach Hause zu tragen. In der Erlenau hat es einen Supermarkt gegeben, der auch einen Lieferdienst angeboten hat. Das war für viele Senioren eine große Erleichterung. Nach der Schließung des Marktes ist dieses Angebot weggefallen. Alternativen gibt es kaum.

Zu Beginn der Pandemie hat es zahlreiche Einkaufshelfer gegeben. Wäre eine solche Unterstützung nicht weiterhin sinnvoll?

Oppenrieder: „Natürlich. Wir müssen versuchen, auch in Zukunft junge Menschen zu gewinnen, die Senioren aktiv unterstützen. Und sei es nur, um sie auf ihrem Weg zum Friedhof zu begleiten oder ihnen die Einkäufe nach Hause zu tragen.“

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Das würde auch vorbeugen, dass sich Senioren einsam fühlen.

Oppenrieder: „Richtig. Es gibt eine Kooperation mit der Nachbarschaftshilfe, der GRWS und dem Seniorenbeirat. Wir bieten einen kostenlosen Seniorenbesuchsdienst an. Unsere Ehrenamtlichen verbringen drei Stunden in der Woche mit Senioren. Sie trinken Kaffee, fahren in die Stadt oder spielen gemeinsam. Ich engagiere mich hier selbst und mache es sehr gerne.“

Seit der Pandemie ist die Digitalisierung in aller Munde. Wie ist die Stimmung unter den Senioren?

Oppenrieder: „Es kommt auf den Einzelnen an. Einige sind total offen. Ich kenne beispielsweise eine 90-Jährige, die auch Online-Banking macht. Aber dann gibt es eben auch Senioren, die sagen, dass sie schon immer ohne Computer klargekommen sind und ihn deshalb auch weiterhin nicht brauchen. Zudem stehen viele Senioren vor finanziellen Problemen und wissen beispielsweise nicht, wie sie sich einen Computer leisten sollten. Dann kommt auch die Frage auf, wer ihnen den Umgang mit der neuen Technik beibringt.“

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Dafür gibt Mediensprechstunden in der Volkshochschule oder dem Bildungswerk.

Oppenrieder: „Das stimmt. Aber viele Senioren wissen beispielsweise nicht, wie sie zu den Angeboten kommen sollen. An einen Fahrdienst denken nur die wenigsten.“

Als Vorsitzende des Seniorenbeirats besuchen Sie auch immer wieder Senioren und gratulieren ihnen zum Geburtstag.

Oppenrieder: „Der Seniorenbeirat kümmert sich um die Geburtstagsgratulationen der Senioren, die ihren 85., 90. oder 95. Geburtstag feiern. Die Termine sind für uns wichtig, weil wir einen Eindruck davon bekommen, wie die Leute leben. Ob sie also beispielsweise Angehörige haben, die sich um sie kümmern, oder ob sie alleine leben und deshalb Unterstützung brauchen.“

Wie würden Sie alleinstehenden Senioren helfen?

Oppenrieder: „Neben der Gratulationskarte übergeben wir auch den Seniorenwegweiser. In diesem befindet sich eine Übersicht über jene Hilfsangebote, die es in der Stadt gibt. Unter anderem aufgelistet sind Haushaltshilfen, ambulante Dienste, stationäre Einrichtungen oder wo es Essen auf Rädern gibt. Zudem versuchen wir bei unseren Besuchen, die Fragen der Senioren zu beantworten. Beispielsweise wenn es darum geht, Kontakt mit dem Sozialamt aufzunehmen.“

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In den kommenden Monaten sollten zumindest einige Ihrer Angebote wieder möglich sein.

Oppenrieder: „Sobald es die Pandemie zulässt, soll unter anderem das monatliche Seniorenfrühstück im Mehrgenerationenhaus der Arbeiterwohlfahrt wieder stattfinden, aber auch die Sprechstunden in den Bürgerhäusern. Beides ist für die Senioren nicht nur wichtig, um sich untereinander zu vernetzen, sondern ist auch ein Weg aus der Isolation. Stattfinden soll im kommenden Jahr auch eine mehrtägige Reise nach Lazise. Und im November 2023 steht dann natürlich auch wieder unsere Seniorenmesse im Kuko an. Die Vorbereitungen beginnen bereits in den kommenden Monaten.“

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