Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Digitalisierung

Warum Rosenheim wohl auch Ende 2022 nicht alle Behördengänge digital anbieten kann

Digitale Verwaltung: Bis Ende 2022 sollen alle Dienstleistungen des Rathauses auch online verfügbar sein.
+
Digitale Verwaltung: Bis Ende 2022 sollen alle Dienstleistungen des Rathauses auch online verfügbar sein.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
    schließen

Die Verwaltung muss digitaler werden – auch in Rosenheim. Denn mit dem Onlinezugangsgesetz sind Deutschlands Kommunen verpflichtet, bis spätestens Ende 2022 ihre Verwaltungsleistungen auch elektronisch anzubieten. Doch dies ist nur eine Baustelle, an der die Stadt Rosenheim in Sachen Digitalisierung arbeitet.

Rosenheim – Einfach ist die Umstellung nicht, wie Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses jüngst berichtete. 30 Mitarbeiter seien in die Umstellungsprozesse eingebunden. Und dennoch machen die Autoren eines Zwischenberichts zur Digitalisierung der Rosenheimer Verwaltung wenig Hoffnung, dass bis Ende kommenden Jahres wirklich alle Verwaltungsdienstleistungen digital verfügbar sind.

Lesen Sie auch: Deutschland ist digitales Entwicklungsland: Deutliche Standortkritik einer Wissenschaftlerin

Denn auch wenn die Corona-Pandemie gerade in Sachen Heimarbeit und Video-Konferenzen als „Digitalisierungsbeschleuniger“ wirkte, gerieten die übrigen Projekte durch den Fokus auf dieses Gebiet zunächst in den Hintergrund. „Für die Stadt Rosenheim kam es während der verschiedenen Lockdowns entscheidend darauf an, schnell funktionsfähige Heimarbeitsplätze und Videokonferenzen bereitzustellen sowie die Digitalisierung an den Schulen voranzubringen“, ist in dem Bericht nachzulesen.

Keine Widerstände gegen WLAN

Gerade hier hat Corona bei den Beteiligten offenbar ein Umdenken gebracht. Zumindest, was die Installation von WLAN-Netzwerken in den Schulen angeht. Habe es dort noch im Frühjahr 2020 anhaltende Widerstände gegen die Nutzung der Funknetze an Schulen gegeben, habe sich das Bild inzwischen quasi umgekehrt und der Druck auf die Stadt als Aufwandsträger für 15 Rosenheimer Schulen erhöht, schnell die „entsprechenden technologischen Lösungen“ zur Verfügung zu stellen.

Unzufrieden mit vorgegebener Software

Für seine Bürger will Rosenheim bereits 55 Verwaltungsleistungen online zur Verfügung gestellt haben. Diese laufen über das Bürgerportal, eine Software für die der Bund und der Freistaat verantwortlich zeichnen. Mit dieser ist die Rosenheimer Verwaltung längst nicht mehr zufrieden: „Die Abhängigkeit zu dem Betreiber AKDB und die unzureichende Weiterentwicklung des Portals sind unbefriedigend“, heißt es aus der Verwaltung.

Lesen Sie auch: Rosenheims Schulamtsleiter Müller über Corona: „Die belastendste Zeit meines Berufslebens“

Darüber hinaus: Eine eigene redaktionelle Bearbeitung der Portal-Inhalte sei nicht möglich. Auch eine nutzerfreundliche Suchfunktion vermissen die Sachbearbeiter im Rosenheimer Rathaus. Einen Schub für die Nutzung von Online-Angeboten verspricht sich die Verwaltung vom angekündigten Personalausweis auf dem Smartphone. Wenngleich die hohen Anforderungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik wohl vorerst dafür sorgen würden, dass nur hochpreisige Smartphones diese Möglichkeit bieten, sich digital auszuweisen.

Weg von Routinetätigkeiten

Ein Vorteil, den sich Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl von der Digitalisierung verspricht, ist die Befreiung der Verwaltungsmitarbeiter von Routinetätigkeiten. Hier verwies er auf die Abwicklung der Anträge auf kostenfreie Schülerbeförderung. „70 Prozent aller Anträge können über dieses Verfahren automatisiert bearbeitet und abgewickelt werden“, berichtete er. Reine Routinetätigkeiten sollen die Mitarbeiter der Verwaltung nach Möglichkeit nicht länger beschäftigen, ihre Arbeitskraft für andere Aufgaben bereitstehen.

Ampelsteuerung über Künstliche Intelligenz

Doch auch jenseits des Rathauses soll Digitaltechnik das Leben der Bürger einfacher gestalten. Das Stichwort hier heißt „Smart City“, auch wenn dieser Begriff in den Augen der Rosenheimer Verwaltung inzwischen stark abgegriffen scheint. Für die Projektbeteiligten bedeutet dieser vor allem, neue Technologien einzusetzen, um Fehlentwicklungen und Mängel der städtischen Infrastruktur auszumachen.

Lesen Sie auch: Digitalisierung, Bürokratieabbau, Fachkräftemangel: Heimische Wirtschaft will Standort Rosenheim stärken

Hier kommt auch ein niederfrequentes Funknetzwerk namens „LoRaWAN“, über das Sensoren Daten liefern, darunter über den Füllstand der Wertstoffbehälter, die über der Stadt verteilt sind. Ebenso läuft derzeit ein Forschungsprojekt namens „Kibo-Num“, bei dem der Verkehrsfluss durch eine intelligente Ampelsteuerung verbessert werden soll. Hier soll künstliche Intelligenz für zutreffende Prognosen sorgen, anhand derer die Signalanlagen gesteuert werden.

Mehr zum Thema

Kommentare