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Auch in Rosenheim Mangelware - die Hintergründe

Corona lässt viele Kinder psychisch leiden - doch an Gymnasien fehlen Schulsozialpädagogen

Das Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium in Rosenheim leistet sich eine Schulsozialpädagogen, muss diesen dafür aber aus dem eigenen Budget zahlen.
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Das Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium in Rosenheim leistet sich eine Schulsozialpädagogen, muss diesen dafür aber aus dem eigenen Budget zahlen.

Die Pandemie hat vieles verändert, leider zum Negativen. Auch bei Schülern steigt das Stressniveau durch die Corona-Einschränkungen. Doch zumindest bei Gymnasien fehlt es in der Regel an ein Schulsozialpädagogen, die Schülern helfen könnten, ihre Probleme einigermaßen zu bewältigen.

Von Katja Schelle und Jens Kirschner

Rosenheim – Gut zwei Jahre begleitet die Corona-Pandemie inzwischen die Gesellschaft. Auch an den Schülern ist dies nicht spurlos vorübergegangen. Das dokumentiert auch eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg. Nach dieser leidet fast jedes dritte Kind ein Jahr nach der Pandemie an psychischen Auffälligkeiten. Schulsozialpädagogen an den Schulen wären ein Baustein, um sich den Problemen der Buben und Mädchen zu widmen. Doch an Bayerns Gymnasien sind diese im Gegensatz zu anderen Schulformen Mangelware. Auch in Rosenheim.

Entlastung für Schulpsychologen

Udo Segerer merkt, dass der Beratungsbedarf bei seinen Schülern steigt. Segerer ist stellvertretender Schulleiter des Ignaz-Günther-Gymnasiums. Dennoch: Einen eigenen Schulsozialpädagogen beschäftigt die Schule nicht, dafür jedoch einen Schulpsychologen und eine Beratungslehrerin.

Darüber hinaus gebe es noch einen Kreis an Lehrkräften, der in Krisensituationen zur Verfügung stehe, berichtet Segerer. Und der Schulpsychologe sei parallel zu seiner Aufgabe auch in den Lehrbetrieb eingebunden. Eigentlich alles entspannt, hat es den Anschein.

Überfüllte Sprechstunden

Dennoch würde sich Segerer über einen Sozialpädagogen am Ignaz-Günther-Gymnasium freuen. Neben seinen zahlreichen Aufgaben als Lehrkraft bleibe nicht mehr viel Zeit für Beratungen. „Beim Schulpsychologen sind die Sprechstunden momentan sehr überfüllt, es gibt lange Wartezeiten“, berichtet der stellvertretende Schulleiter.

Das Problem: Der Freistaat konzentriert die Stellen für Schulsozialpädagogen vornehmlich auf die Grund- und Mittelschulen in Bayern. Die Gymnasien stehen hintan. Zumindest beim Programm „Jugendsozialarbeit an Schulen“ (JaS), mit dem der Freistaat eine Einzelfallhilfe für Schüler in sozialen Problemlagen bilden wird, abgegrenzt zu den Hilfen der Jugendämter in sozialen Problemlagen.

Schulleiter sieht zunehmenden Bedarf

Doch auch Gymnasien wären sicherlich dankbar, wenn sie von Fachkräften aus diesem Programm profitieren könnten. Denn: „Der Bedarf an Beratung hat mit Corona zugenommen, er wird aber sicher auch nach Corona nicht viel weniger werden“, fürchtet Udo Segerer. Es sei wünschenswert, wenn es an jedem Gymnasium eine Sozialpädagogen-Stelle gäbe, ohne dass man deswegen aus Budgetgründen andere Angebote streichen müsste.

Stelle aus eigenen Mitteln

So wie am Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium. Dort gibt es einen Schulsozialpädagogen, wie der stellvertretende Schulleiter Georg Suttner berichtet. Dieser leiste präventive Arbeit in den Klassen und sei außerdem Ansprechpartnerin für Schüler mit Problemen. Einzelne bekämen dadurch individuelle Betreuung. Aber: „Die Stelle wird aus Mitteln bezahlt, die der Schule vom Freistaat zur eigenen Bewirtschaftung bereitgestellt werden“, sagt Suttner.

Zusätzlich zum Sozialpädagogen gebe es die Lehrkräfte, die Beratungslehrerin und den Schulpsychologen als Anlaufstellen für die Schüler. Bei Verhaltensauffälligkeiten oder häufiger Abwesenheit frage der Klassenleiter zu Hause nach und setze sich bei schwerwiegenden Fällen mit Schulleiter sowie Schulpsychologen in Verbindung.

Programm für neue Stellen

Mit dem Programm „Schule öffnet sich“ hat sich Bayern zumindest vorgenommen, 200 weitere Stellen für Sozialpädagogen zu schaffen. Ausgelegt auf fünf Jahre sollen diese Stellen entstehen, „schwerpunktmäßig an einigen Standortschulen“, wie das Kultusministerium auf Anfrage mitteilt. Von den vorgesehenen 200 Posten seien 165 bereits im laufenden Schuljahr verteilt worden, auch auf die Gymnasien im Freistaat.

Diese mussten sich die Gymnasien jedoch mit anderen Schulformen teilen, neben den Mittel- und Grundschulen auch die Berufs- und Fachoberschulen. „Insoweit war es bislang nicht möglich, hier mehr Stellen an den Gymnasien anzusiedeln“, begründet das Kultusministerium, warum es bislang nicht möglich gewesen sei, mehr Sozialpädagogen aus diesem Programm bei den Gymnasien anzusiedeln.

Wie auch in Rosenheim. Wobei: Terra incognita in Sachen Schulsozialarbeit bleibt das Rosenheimer Karolinen-Gymnasium. Dort war vonseiten der Schulleitung nach Anfrage der OVB-Heimatzeitungen bislang nichts zu hören.

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