Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Wählen wie die Großen

Wahlzeit: Der 15-jährige Quirin wirft seinen Wahlzettel in die Urne im Karolinen-Gymnasium.  Fotos: Schlecker
+
Wahlzeit: Der 15-jährige Quirin wirft seinen Wahlzettel in die Urne im Karolinen-Gymnasium. Fotos: Schlecker

Rosenheim - Die Bundestagswahl findet zwar erst am Sonntag statt, Deutschlands Schüler können aber bereits jetzt ihre Stimmen abgeben - Wählen wie die Großen. Die sogenannte "Juniorwahl" bleibt zwar folgenlos, ist aber trotzdem nicht nur für Meinungsforscher interessant. Zum ersten Mal beteiligen sich mit dem Karolinen-Gymnasium und der Berufsschule I zwei Rosenheimer Schulen an diesem bundesweiten Projekt.

Insgesamt nehmen an Deutschlands größtem Schulprojekt zur politischen Bildung mehr als 500000 Schüler teil. Das Interesse der Jugendlichen für politische Belange soll dadurch geweckt werden. Das Besondere: Auch wer noch nicht 18 Jahre alt ist, darf seine Stimme abgeben.

Original-Wahlzettel, Wahlkabinen, Wahlhelfer und eine Wahlurne - alles ist ganz genau so wie bei der Wahl am kommenden Sonntag. Selbst eine Wahlbenachrichtigung fehlt nicht. Wer diese nicht zur Hand hat, darf auch nicht wählen.

Im Karolinen-Gymnasium treten bis einschließlich heute, Freitag, rund 800 Schüler den Gang zur Urne an. Auf ihre Wahlteilnahme wurden die Schüler bereits im vergangenen Jahr im Rahmen des Sozialkundeunterrichts intensiv vorbereitet. "In unserer Schule hat politische Bildung einen hohen Stellenwert", erklärt Schulleiterin Sigrid Rechenauer. Die Simulationswahl ermögliche es nun, das in den Schulstunden erworbene Wissen praxisnah zu erproben.

Schüler des Karolinen-Gymnasiums und der Berufsschule I haben noch vor den Sommerferien einen Fragenkatalog für die wichtigsten regionalen Vertreter der verschiedenen Parteien ausgearbeitet. Die Antworten hängen im Foyer der Schulen aus. Auf Wahlplakate verzichtet man im Karolinen-Gymnasium ganz bewusst. "Die Schüler sollen sich möglichst neutral eine eigene Meinung bilden können", so Winfried Adam, Fachbetreuer für Sozialkunde und Geschichte. Er ist quasi der Wahlleiter des Karolinen-Gymnasiums. Allerdings ist ihm ganz wichtig, dass die Wahl hauptsächlich von den Schülern selbst betreut und durchgeführt wird.

Veronika, Katharina und Alexander, alle drei 16 Jahre alt, fungieren im "Karo" als Wahlhelfer. "Ich organisiere überhaupt sehr gerne", begründet Veronika ihren Schritt, sich für dieses Amt zur Verfügung zu stellen. Bei der "Juniorwahl" müssen die drei jugendlichen Wahlhelfer genau darauf achten, dass auch wirklich alles mit rechten Dingen zugeht. Nach Wahlschluss am heutigen Freitag geht es für sie dann ans Stimmenauszählen.

"Auch das ist eine Wissenschaft für sich", meint dazu Petra Ottensarndt. Die Fachbetreuerin für Sozialkunde begleitet das Projekt an der Berufsschule I. Rund 500 Schüler nehmen dort daran teil.

Im Foyer der Schule stehen bereits die Wahlkabinen für die Bundestagswahl am Sonntag. Die Schüler wählen in einem Zimmer daneben. Für Manuel ist die "Juniorwahl" eine "Generalprobe". Er ist 19 Jahre alt und darf am Sonntag zum ersten Mal richtig wählen. "Natürlich gehe ich da zur Wahl. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit", sagt der junge Mann. Über Politik rede man sehr wohl in seinem Alter. Wichtig ist ihm: "Die Politiker sollen das einhalten, was sie vor der Wahl sagen." Manuel ist sich bereits jetzt sicher, dass das Wahlergebnis an seiner Schule sich völlig von dem offiziellen Ergebnis der Bundestagswahl unterscheidet.

Anders sieht man das am Karolinen-Gymnasium. "Ich bin mir eigentlich sicher, dass unser Ergebnis ganz ähnlich ausfallen wird wie am Sonntag", meint der 15-jährige Quirin. Seiner Meinung nach orientieren sich Kinder nämlich in Sachen Politik an ihren Eltern. Auch für Quirin steht bereits jetzt fest, dass er in vier Jahren den Gang zur realen Wahlurne antreten wird: "Sonst braucht man sich nachher auch nicht zu beschweren."

Die Wahlergebnisse der "Juniorwahl" werden erst am Wahlsonntag nach 18 Uhr bekannt gegeben. Schließlich sollen die erwachsenen Wähler dadurch nicht in ihrer Entscheidung beeinflusst werden.

Kommentare