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Beschwerde über Klinikum

Vorwurf nach vergeblichem Warten: Behandelt Romed Ungeimpfte wie Patienten zweiter Klasse?

Draußen vor der Tür: Eine mit Corona infizierte Frau sieht sich in Rosenheim als Patienten zweiter Klasse behandelt. Foto Re
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Draußen vor der Tür: Eine mit Corona infizierte Frau sieht sich in Rosenheim als Patienten zweiter Klasse behandelt.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Sie sei im Regen stehen gelassen worden, als sie einen PCR-Test machen wollte: Das wirft eine Frau dem Romed-Klinikum vor. Abgewiesen worden sei sie, so ihr Eindruck, weil sie ungeimpft sei. Was das Klinikum mit deutlichen Worten bestreitet.

Rosenheim – Im Regen stehen gelassen fühlt sich Yvonne Langer, sie ist nach ihren Erlebnissen am Romed-Klinikum sauer. Ihr Vorwurf: Man habe sie mit ihrer Corona-Erkrankung alleingelassen, nicht einmal einen Test habe man ihr gewähren wollen. Stattdessen habe sie im Regen vor dem Eingang des Klinikums in Rosenheim eine Stunde lang vergeblich gewartet.

Ihr Verdacht: Menschen ohne Impfschutz gegen Corona würden als Patienten zweiter Klasse betrachtet. Nach einer Anfrage der OVB-Heimatzeitungen bedauert Romed den Vorfall. Mit dem Status der Frau als Ungeimpfter habe der Vorfall aber in „keiner Weise“ etwas zu tun.

Frau spürte schwere Symptome

Yvonne Langer hatte sich hundeelend gefühlt. „Drei Tage lang ging es mir schlecht“, berichtet sie, „ich hatte Fieber um die 38 Grad, starke Kopfschmerzen, trockenen Husten.“ Die Haut habe „wie Feuer gebrannt“, sie habe sich außerordentlich schwach gefühlt, die Lymphknoten seien geschwollen gewesen.

Ein Schnelltest bestätigte ihre Befürchtung: Sie hatte sich mit dem Corona-Virus infiziert und litt offenbar an Covid-19. Was diese Diagnose betraf, wollte sie aber auf Nummer sicher gehen, und zwar mit einem zuverlässigen Labortest. Trotz Termins habe sie das Testzentrum auf der Loretowiese jedoch geschlossen vorgefunden, weswegen sie für einen PCR-Test zum Romed-Klinikum gefahren sei.

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Dort habe sie an der Notaufnahme ein Mitarbeiter in Empfang genommen. Kaum hatte der den positiven Schnelltest gesehen, habe er sie rausgeschickt, berichtet die Frau. Dort habe sie gewartet und gewartet, habe den Mitarbeiter schließlich erneut angesprochen. Nach dem Eingeständnis, sie vergessen zu haben, sei er im Haus verschwunden und schließlich mit der Nachricht aufgetaucht, dass das Klinikum keinen PCR-Test mache.

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„Sehr bedauerlich“ sei das vergebliche Warten der Frau, sagt Romed-Sprecherin Johanna Brandl, man suche in dieser Angelegenheit bereits das Gespräch mit ihr. Grundsätzlich würden in den Romed Kliniken alle Patienten, die eine medizinische Versorgung benötigen, versorgt. Nachweislich trifft dies auch auf Menschen ohne Immunisierung zu: Auf der Covid-Intensivstation der Einrichtung kümmern sich Pflegekräfte und Ärzte aufopferungsvoll um ihre Patienten – der Großteil von ihnen immer noch Ungeimpfte.

Was tun bei Corona-Verdacht?

Generell seien Notaufnahmen die richtige Anlaufstelle für schwere Notfälle, „vorrangig durch Einweisung vom Rettungsdienst oder durch niedergelassene Ärzte“, sagt Brandl. Die Frage: Muss man den Wunsch nach einem PCR-Test als Notfall ansehen?

Die vergebliche Kliniktour von Yvonne Langer belegt auch eine gewisse Unsicherheit, wie mit der hoch ansteckenden Krankheit umzugehen sei. Was tun, wenn man den Verdacht hat, sich mit Corona angesteckt zu haben oder gar schon Symptome spürt?

Dr. Fritz Ihler, Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbandes Rosenheim, empfiehlt, zunächst den Hausarzt oder einen Allgemeinarzt zu kontaktieren.

Und zwar per Telefon. Der Hausarzt könne dann weitere Empfehlungen geben, beziehungsweise auch einen Termin geben, vorzugsweise am Ende der Sprechstunde, um möglichst keine anderen Patienten zu gefährden. Wichtig sei aber auf jeden Fall die telefonische Kontaktaufnahme, notfalls – wenn der Hausarzt nicht verfügbar ist – unter der Telefonnummer 116 117.

Impfen ist die beste Waffe gegen die Corona-Welle in der Region

Was auch Ihler garantiert, ist weitestgehende Unvoreingenommenheit. Grundsätzlich wolle man jedem Patienten helfen, gleich ob geimpft oder ungeimpft. Außerdem betont er aber wie auch die überwältigende Mehrheit seiner Kollegen: Impfen sei die beste Waffe gegen Corona. Wohl können sich auch Geimpfte mit dem Virus anstecken. Doch gebe die Impfung hohe Sicherheit gegen einen schweren Verlauf der Infektion.

Das bestätigt zum Beispiel Dr. Florian Bonke, der in seiner Corona-Schwerpunktpraxis im Inntal viel Erfahrung mit Corona und Impfstoffen sammeln konnte. „Impfen schützt“, sagt er, „90 Prozent der Corona-Patienten auf der Intensivstation sind Ungeimpfte.“

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