Zertifikate für fünf Tankstellen nach Jugendschutz-Schulung

Das "Vorglühen" unterbinden

Das erste "Halt"-Zertifikat 2011 nahmen nach der Jugendschutz-Schulung Tankstelleninhaber Alfred Riedl und seine Mitarbeiterin Jasmina Plech (rechts) von Andrea Doerries von der Fachambulanz für Suchterkrankungen für die Shell-Riedl-Betriebsgesellschaft entgegen. Foto : re
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Das erste "Halt"-Zertifikat 2011 nahmen nach der Jugendschutz-Schulung Tankstelleninhaber Alfred Riedl und seine Mitarbeiterin Jasmina Plech (rechts) von Andrea Doerries von der Fachambulanz für Suchterkrankungen für die Shell-Riedl-Betriebsgesellschaft entgegen. Foto : re

Rosenheim - Die fünf Rosenheimer Shell-, OMV-, Esso-, Jet- und Agip-Tankstellen setzen sich verantwortungsbewusst für die Umsetzung des Jugendschutzgesetzes ein. Dafür bekamen sie nun von der Fachambulanz für Suchterkrankungen das "Halt"-Zertifikat. Das Alkoholpräventionsprojekt "Halt - Hart am Limit" widmet sich dem Phänomen, dass zu viele Kinder und Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden müssen. Beim sogenannten "Komasaufen" trinken Jugendliche in kurzer Zeit große Mengen Alkohol. Der Körper hat nicht die Möglichkeit, mit Warnsignalen wie beispielsweise Übelkeit zu reagieren. Alkoholvergiftungen mit Bewusstlosigkeit können die Folge sein. Kinder und Jugendliche haben erfahrungsgemäß nicht die Absicht, sich ins Koma zu trinken, sie können die Wirkung des Alkohols aber oft nicht richtig einschätzen.

An dieser Stelle ist die Gesellschaft gefordert und dieser Aufgabe widmet sich auch das Rosenheimer Halt-Projekt, das Schulungen zum Thema "Jugendschutz und Alkoholverkauf" an den Tankstellen anbietet. Die Erfahrung zeige, dass Jugendliche häufig versuchen, spontan abends an Tankstellen hochprozentigen Alkohol zu kaufen, um dann "vorzuglühen". Daher kommen auf Mitarbeiter von Tankstellen besondere Herausforderungen zu, wenn es darum geht, den Jugendschutz durch konsequente Alterskontrollen, durchzusetzen.

Bei den Tankstellenschulungen arbeiten drei erfahrene Einrichtungen zusammen: Das Team besteht aus Katharina Gross vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, Christian Wolf von der Polizeiinspektion und Andrea Dörries von der Fachambulanz für Suchterkrankungen der Diakonie.

Gemeinsam informieren sie über die Gefahren des Alkohols für Kinder und Jugendliche und erklären die Regelungen des Jugendschutzgesetzes. Das Personal erhält Materialien, welche die Durchführung von Alterskontrollen erleichtern und Diskussionen an der Kasse vermeiden helfen.

Die Schulungen haben im November begonnen und werden noch bis Januar fortgeführt. re

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