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Früher Papier – heute Zuckermasse

Von Elfen bis Bierkästen: Rosenheimerin Susanne Reese schafft dekorative Kreationen aus Fondant

Schwärmt für süße Kunst aus Fondant: die Rosenheimerin Susanne Reese mit ihrem modellierten Elfen.
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Schwärmt für süße Kunst aus Fondant: die Rosenheimerin Susanne Reese mit ihrem modellierten Elfen.

Eigentlich wollte Susanne Resse Konditorin werden, fand aber keine Lehrstelle. Ihre Liebe zu dekorativen Gebäck hat sie privat verwirklicht und bietet selbst modellierte Figuren aus der Zuckermasse Fondant an. Ihren Traum von der Zuckerbäckerlehre gibt sie aber dennoch nicht auf.

von Katja Schelle

Rosenheim – Sechs Fondantfiguren liegen verpackt und versandbereit in Susanne Reeses Wohnzimmer. Eigentlich habe sie sich gerade Urlaub genommen von ihrem Internet-Shop, sagt sie. Aber es gebe noch viele offene Bestellungen, für die sie auch in der Weihnachtszeit Tortendekoration modelliere. Von ihrem Zuhause aus kreiert die leidenschaftliche Bäckerin eine Bandbreite an Figuren, die sie seit mehr als einem Jahr auf der Plattform Etsy zum Kauf anbietet. Von Teddybären und Einhörnern bis zu Dinos und der Raupe Nimmersatt reichen ihre Kunstwerke aus Fondant.

Von Schweinchen bis Dino: Susanne Reese macht verschiedenste Motive aus Fondant.

Große Liebe zum Detail

Mit großer Liebe zum Detail modelliert sie die zehn bis zwölf Zentimeter großen Körper. Normalerweise kommen dazu noch ein Schriftzug und verschiedene Kleinigkeiten, die zum Thema passen, dazu, bevor sie ihre Päckchen aufgibt. Ihre Kunden bekommen somit eine Auswahl zusammengestellt, mit der sie etwa Geburtstagstorten verzieren können. Zum Dino etwa gibt es aus der Zuckermasse modellierte Eier, Knochen, Pflanzen, aber auch Namen und Alter des Geburtstagskinds dazu.

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„Ich knete den Fondant erst weich, damit er sich besser verarbeiten lässt und keine Risse entstehen“, erklärt Susanne Reese. Vor ihr liegt die Modelliermasse in verschiedenen Farben. Sie will daraus einen Elf kneten. Reese beginnt mit einer grünen Kugel aus Fondant, woraus sie den Grundkörper formt. „Die Proportionen müssen stimmen“, erklärt sie. Als Inspiration für die verschiedenen Motive diene ihr die Ideen-Plattform Pinterest, damit sie sich ihre Figuren bildlich im Kopf vorstellen könne.

Als Instrument benutzt sie Modellierwerkzeug und ihre Hände. „Man braucht viel Fingerspitzengefühl für die Details“, sagt die 35-Jährige. Zur Stabilität steckt sie den grünen Grundkörper und den Kopf auf einen Schaschlikspieß, damit die Figur nicht umfallen kann. Wegen dieses Fremdteils deklariere sie ihre süßen Kreationen aber als nicht-essbar – auch, weil die Modelliermasse schnell aushärte.

Bierkastentorte für den Gatten

„Je kreativer, desto besser“, ist das Motto der 35-Jährigen . Leider sei nach ihrer Schulzeit keine Konditor-Lehrstelle in der Nähe frei gewesen. Deswegen habe sie sich für eine Lehre zur Metzgerei-Fachverkäuferin entschieden. Eine Ausbildung zur Konditorin will sie dennoch absolvieren, obwohl der Zugang als Quereinsteigerin schwer sei.

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Nur mit einem Konditormeister dürfe man auch Torten verkaufen, die sie momentan lediglich in ihrer Freizeit gestaltet und an Freunde und Familie verschenkt. Für den Geburtstag ihres Mannes backt sie beispielsweise eine Bierkastentorte, die täuschend echt aussieht. Der Inhalt: Schokoladenflaschen.

Nicht zum Trinken, aber zum Naschen: eine Bierkastentorte.

Ihre Torten verschenke sie gerne. Zum Beispiel, um einem schwer krankes Mädchen eine Freude zu machen. Die Rosenheimerin will nächstes Jahr auch an ein Tierheim spenden, das den Erlös von jeder verkauften Weihnachtsfigur bekommen soll.

Liebe zum Backen bei Großmutter entdeckt

Gebacken habe Susanne Reese schon immer gerne. Bei ihrer Großmutter, einer gelernten Köchin und Freizeit-Künstlerin, habe sie schon früh in der Küche mitgeholfen und die Liebe zum Backen entdeckt. Vor sieben Jahren habe sie deswegen angefangen, eigene Torten zu kreieren und die passende Dekoration zu modellieren.

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Reese sagt: „Früher habe ich auf Papier gemalt, heute eben auf Fondant.“ Bei Wettbewerben und bei Kursen lerne sie immer wieder dazu. Irgendwann möchte sie auch selbst einen Kurs zum Modellieren geben und einen eigenen Laden mit ihren Kreationen eröffnen.

Zwei Stunden für eine Gestalt

Mittlerweile ist Reese beim Kopf des Elfen angelangt, der Rest sitzt schon. „Der Gesichtsausdruck muss zu der Figur passen“, das sei wichtig. Dafür malt sie mit ruhiger Hand Augenbrauen, Rouge und Sommersprossen auf, damit die Figur lebendiger aussehe. Sie versuche ebenso, beim Modellieren der Haare die Bewegung der einzelnen Strähnen einzufangen.

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Zwei Stunden hat sie für die kleine Gestalt gebraucht, manchmal seien es aber bis zu vier, die sie an einem Projekt sitze, erzählt die 35-Jährige. Am liebsten modelliert Susanne Reese Tortendekoration für Kinder, worauf sie sich jedes Mal freue. „Das Strahlen der Kinderaugen ist einfach schön“, meint sie.

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