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KUFSTEINER STRASSE

Vier Spuren – vierter Lösungsvorschlag

So soll ausgebaut werden – mit drei Ausnahmen an Engstellen im Bereich Eisenbahnunterführung, Mangfallbrücke und Abschnitt zwischen Happinger Straße und Alpenweg.  Stadt Rosenheim
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So soll ausgebaut werden – mit drei Ausnahmen an Engstellen im Bereich Eisenbahnunterführung, Mangfallbrücke und Abschnitt zwischen Happinger Straße und Alpenweg. Stadt Rosenheim

Der Ausbau der Kufsteiner Straße rückt nach jahrelangem Warten näher. Die Planung gestaltet sich äußerst schwierig, denn es gilt, viele Interessen unter einen Hut zu bringen. Der im Mai beschlossene Querschnitt ist wieder vom Tisch. Der neue Entwurf: vier Fahrstreifen plus Rad- und Gehweg in reduzierter Breite – ebenfalls keine Ideallösung.

Rosenheim – „Eine Katastrophe“ schimpften Anlieger nach der Sitzung des Verkehrsausschusses. Rund 30 waren ins Rathaus gekommen. Kopfschütteln bestimmte ihre Reaktionen im Zuhörerraum. Der Grund für die Empörung: An der Kufsteiner Straße gibt es sehr viele Ein- und Ausfahrten – nicht nur zu Eigenheimen, sondern auch von Geschäften und Betrieben, die von einer guten Erreichbarkeit abhängig sind. Ein Linksabbiegen darf es nach dem vierspurigen Ausbau mit durchgezogener Linie in der Mitte jedoch nicht mehr geben: Anlieger, Geschäftsleute und ihre Kunden müssten nach dem Ausbau zum Teil lange Umwege fahren.

Anlieger sind empört: „Eine Katastrophe“

Nach der Sitzung gab es deshalb erregte Diskussionen und Proteste von Betroffenen. Die Oberbürgermeisterin hatte bereits bei der Abstimmung über den Entwurf des neuen Ausbauquerschnitts versprochen, die Fachleute der nun folgenden detaillierteren Planung auf die Probleme des Linksabbiegens hinzuweisen. Eine Lösung muss es geben – etwa durch eine Linksabbiegemöglichkeit auf der Mitte des Straßenverlaufs, vermutlich zu regeln mit einer Ampel. Der Ausschuss gab der Stadtverwaltung als Hausaufgabe mit, Lösungsvorschläge für diese Problematik zu erarbeiten. Die Mehrheit stimmte dem neuen Entwurf grundsätzlich zu. Gegenstimmen gab es von Franz Opperer (Grüne) und Horst Halser (ÖDP).

Die Grünen gehören bekanntlich zu den schärfsten Kritikern des geplanten Ausbaus. Opperer legte den Finger in der Sitzung tief in die Wunde der Linksabbiegerproblematik. Doch ihm geht es nicht nur um die Lösung dieses Teilproblems. Die Grünen lehnen den vierspurigen Ausbau grundsätzlich als Maßnahme ab. Sie generiere nur weiteren Verkehr. Opperer wiederholte den Vorschlag der Grünen, einen dreispurigen Ausbau im Bestand weiterzuverfolgen.

Die Stadtratsmehrheit sieht jedoch angesichts der Verkehrsdichte und der täglichen Staus die Notwendigkeit, die Kufsteiner Straße vierspurig auszubauen. Dieser Grundsatzbeschluss ist schon vor zehn Jahren gefallen und steht – auch angesichts der großen Stauproblematik in der Innenstadt – wie ein Fels in der Brandung.

Hart wird seit Monaten um ein Konzept gerungen, denn der Platz ist aufgrund der im Straßenverlauf liegenden Eisenbahnunterführung und der Mangfallbrücke begrenzt. Es gibt viele Anlieger, die nicht bereit sind, Flächen für eine breitere Straße zur Verfügung zu stellen.

Der zuletzt beschlossene Entwurf vom Mai dieses Jahres scheiterte am Veto der Regierung von Oberbayern. Die Variante sah je zwei Richtungsfahrstreifen und Schutzstreifen für Radfahrer vor. Diese dürfen grundsätzlich von Kraftfahrzeugen überfahren werden (siehe Blauer Kasten). Zu gefährlich, befand die Regierung von Oberbayern im Fall der Kufsteiner Straße. Die Schutzstreifen der Radfahrer würden ihrem Namen nicht gerecht, weil sie angesichts der Verkehrsdichte nicht nur manchmal, sondern regelmäßig von Kraftfahrzeugen genutzt worden wären. Eine öffentliche Förderung hätte es für diese Lösung nicht gegeben.

Also gingen die Planer im Tiefbauamt erneut in Klausur, denn zwei weitere Vorschläge waren bereits im Vorfeld vom Tisch: Zwei überbreite Fahrstreifen mit Schutzzonen für Radler wurden abgelehnt. Vier Fahrstreifen in Regelbreite für Kraftfahrzeuge und Radler sind nicht realisierbar, weil der Grund für den dafür nötigen Querschnitt von 22,40 Metern nicht zur Verfügung steht.

Jetzt soll es ein weiterer Vorschlag richten: vierspuriger Ausbau mit auf Mindestmaß reduzierten Fahrstreifen für Autos und Radfahrer. Das ergäbe eine Gesamtbreite von 20,70 Meter. Dieser Querschnitt kann jedoch nicht überall verwirklicht werden. Ausnahmen müssten an der Brücke über die Mangfall, an der Eisenbahnüberführung und auf dem Abschnitt von der Happinger Straße bis zum Alpenweg gemacht werden. Hier sollen zwei überbreite Fahrstreifen für Kraftfahrzeuge mit etwas reduzierten Radwegen kommen.

Hausaufgabe: Konzept für das Linksabbiegen

Dieser Entwurf ist mit der Regierung von Oberbayern abgesprochen und wohl förderfähig. Doch jetzt kommt es bei der Planung darauf an, auch Lösungen für das Linksabbiegen zu finden. Außerdem müssen die Bushaltestellen so integriert werden, dass sie den Verkehrsfluss nicht stören oder Radler gefährden.

Die Bahn will 2022 mit dem Ausbau der Eisenbahnunterführung beginnen. Bauzeit: etwa zwei Jahre. Danach soll es losgehen mit dem Ausbau der Kufsteiner Straße, erster Abschnitt: von der Klepperstraße bis zur Briançonstraße.

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