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Derzeit 960 Vollzeitstellen in der Behörde

Viele Mitarbeiter vor der Rente: In der Rosenheimer Landkreisverwaltung droht Personalmangel

In den kommenden Jahren werden viele Mitarbeiter der Landkreisverwaltung in den Ruhestand gehen.
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In den kommenden Jahren werden viele Mitarbeiter der Landkreisverwaltung in den Ruhestand gehen.
  • Norbert Kotter
    VonNorbert Kotter
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Steuert die Rosenheimer Landkreisverwaltung auf einen gravierenden Personalengpass zu? Diese Befürchtungen wurden in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses laut. Grund für die drohenden Vakanzen sind zahlreiche Mitarbeiter, die in den kommenden Jahren in Rente gehen werden.

Rosenheim – Der Personalbestand im Landratsamt Rosenheim hat sich im Zeitraum zwischen 2015 und 2022 von 837 auf 1122 Mitarbeiter erhöht. Dies entspricht aktuell 960 Vollzeitstellen. Das teilte Andreas Hofherr von der Personalabteilung des Landratsamtes in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses mit, in der Landrat Otto Lederer (CSU) den Kreisräten einen Sachstandsbericht zur Entwicklung der Mitarbeiterzahl vorlegte. Der Blick in die Zukunft ist dabei nicht sorgenfrei, wie die Leiterin der Personalabteilung, Angelika Bauer, dem Gremium darlegte. „Ab 2030 kann nach jetziger Prognose jede neunte Stelle nicht mehr langfristig besetzt werden. Kurzfristig könnten die Engpässe sogar noch gravierender ausfallen“, so Bauer.

Ulrich Sedlbauer, der Geschäftsleiter der Kreisbehörde, sprach „von einer großen Herausforderung, vor der wir stehen“. Derzeit seien 65 Mitarbeiter 60 Jahre und älter, schon bald steige deren Zahl auf über 200. „Wir erleben ein dramatisches Hineinwachsen in den Ruhestand“, so der Amtschef. Als einen Grund für die Personalengpässe machte er die Tatsache aus, dass der Öffentliche Dienst nicht mehr so attraktiv wie noch vor zehn Jahren sei. Als Hauptgründe für den Personalanstieg machte er die Mehrung der Pflichtaufgaben, die die Behörde zu erledigen habe, den Anstieg der Einwohnerzahlen und gesteigerte Ansprüche der Bürger an die Verwaltung aus.

Zugang für Quereinsteiger

Gegen die drohenden Engpässe wolle das Landratsamt unter anderem mit einem verstärkten Werben um Fachkräfte, einem erweiterten Zugang für Quereinsteiger und die Erhöhung der Attraktivität als Arbeitgeber vorgehen, sagte die Personalleiterin. Auch ein duales Studium im Bereich „Soziale Arbeit“ sei im Gespräch.

Einen Beschluss musste das Gremium an diesem Tag hierzu nicht fassen, dennoch meldeten sich einige Kreisräte zu Wort. Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher (CSU) schlug vor, künftig mehr Kooperationen zwischen den Gemeinden und dem Landkreis bei der Ausbildung des Nachwuchses einzugehen. „Das praktizieren wir teilweise schon, wir können das aber gerne erweitern“, zeigte sich Angelika Bauer für diesen Vorschlag aufgeschlossen. Da lag sie auf einer Linie mit dem Landrat. „Wir haben schon besprochen, dass wir künftig über unseren aktuellen Bedarf hinaus ausbilden. Wenn seitens der Gemeinde eine noch engere Kooperation gewünscht wird, sind wir gerne dazu bereit.“

Kritische Töne in der Debatte

Kritische Töne brachte Sepp Lausch, Fraktionssprecher der Freien Wähler, in die Debatte ein. Er machte auch „überbordende Bürokratie“ für die Stellenmehrung verantwortlich. „Da ist eine Entschlackung nötig“, ist Lausch überzeugt. Ob der Personalbedarf des Landratsamtes wirklich so hoch ist, wie die aktuellen Zahlen ihn ausweisen. zog der Fraktionssprecher bei allem Verständnis für einen gewissen Mehrbedarf in Zweifel. „Wenn ich den Anstieg unserer Einwohnerzahlen zum Anstieg der Verwaltungsmitarbeiter in Relation setze, dann erkenne ich einen Ausschlag zugunsten der Stellenmehrung.“

Sebastian Friesinger (CSU) plädierte ebenfalls für einen Abbau von Bürokratie, konnte sich aber eine kritische Anmerkung nicht verkneifen. „Von der großen Politik habe ich schon viele Forderungen zur Entschlackung der Bürokratie gehört, die nicht umgesetzt wurden.“

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