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FEIER MIT VERSPÄTUNG

Verein gibt sich optimistisch: Das Rosenheimer Jubiläumsstadtspiel soll 2022 nachgeholt werden

Horst Rankl (links) und Renate Benner bei Anproben im Frühjahr 2020.
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Horst Rankl (links) und Renate Benner bei Anproben im Frühjahr 2020.
  • VonRebecca Seeberg
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Auf 25 Jahre blickt der Verein „Stadttheater Rosenheim“ mit seinem historischen Stadtspiel zurück. Doch die Pandemie lässt die Jubiläum platzen. Fürs kommende Jahr zumindest steht die Truppe bereits in den Startlöchern, um die Aufführung auf die Bühne zu bringen.

Rosenheim – Der Hut ist so hoch, wie das Exemplar, das der Räuber Hotzenplotz trägt, und wird von einer ähnlich beeindruckenden Schnalle geschmückt; Renate Benner rutscht er bis auf die Nasenspitze hinunter. Die zierliche Frau ist die Kostümbildnerin des Vereins „Theater Rosenheim“ und hat für das kommende Stadtspiel „Seiler gegen Pechler“ 120 Schauspieler in Rokoko-Mode gekleidet.

Geschichte als Drama verpackt

Das Stück spiegelt die Jahre zwischen 1698 und 1783 wider – eine Zeit, in der ein Konflikt zwischen zwei Handwerkergilden zu einem jahrzehntelangen Streit zwischen den Bürgern im Markt zu Rosenheim ausartete. Sogar die Kurfürsten tauchten im Geschehen auf – eine Einmischung, die für noch mehr Durcheinander sorgte.

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Horst Rankl, langjähriger Vorsitzender des Vereins, hat das Drama verfasst: 85 Jahre, drei Generationen, 49 Szenen. Das Ganze sei „an der Grenze der Umsetzbarkeit“, sagt der Dramaturg und Regisseur über die Zeitspanne, die das Stück umfasst. Erst als Kinder, dann als junge Erwachsene und schließlich als reife Herrschaften taucht beispielsweise ein Geschwisterpaar immer wieder in der Handlung auf.

Drei Schauspieler aus unterschiedlichen Generationen

Rankl hat diese Rollen mit jeweils drei Schauspielern aus unterschiedlichen Generationen besetzt. „25 Jahre historisches Stadtspiel“ wollte die Theatergemeinschaft im Sommer 2020 feiern. Rankl grub für das Jubiläum tief im Archiv der Stadt, beförderte Kataloge und vergilbte Manuskripte zutage und stieß schließlich auf die Spuren der Seiler und Pechler. Jahrhundertealte Historie setzte er in Prosa um – ein Unterfangen, das gar nicht so einfach sei.

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Ob Rankl mit dem neuen Werk bei den Stadtspielen trumpfen kann, bleibt abzuwarten. Die Proben für das Jubiläumsstück mussten eingestellt werden. Ein Jahr hängen die Kostüme nun schon säuberlich beschriftet auf Kleiderstangen unter Schutzfolien im Dachkammerl des Theatervereins.

Ungetrübe Zuversicht

Aber schon 1999, als ein Unwetter über Europa fegte, gaben Benner und Rankl nicht auf. Überzeugt, dass Fortuna ihre Hand über das Stadtspiel halten würde, waren sie damals überzeugt, die grauen Wolken „wegspielen“ zu können. Erst als starke Böen am Vorstellungstag übers Freilufttheater brausten, habe man beschlossen, die Premiere zu verlegen.

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Genauso wie das Wetter die Zuversicht der Theaterleute nicht trüben konnte, scheint auch die Pandemie für den Verein eher eine Unannehmlichkeit zu sein, welche die Vorfreude auf die Aufführung nur noch anzuheizen scheint. 2022 soll das Jubiläums-Spiel stattfinden. „Wir sind eine große Theaterfamilie“, meint Benner über ihre knapp 120 Schützlinge, die alle ehrenamtlich mitmachen.

Maßgeschneiderte Kostüme

Besondere Freude bereitet es ihr, wenn sich die Schauspieler in denen von ihr kreierten Kostümen wohlfühlen. Aufmerksam mustert die 73-Jährige die Stoffe. Aufgesetzte Volants zieren die weiten Ärmel, goldene Knöpfe die samtenen Westen.Die Mode ist maßgeschneidert, die Schuhe bei einer Spezialfirma geordert. Benner legt sich ein Fuchsfell um und wandelt sich von der gut gekleideten Frau aus dem 21. Jahrhundert zur Edeldame aus dem 18. Jahrhundert. „Kleider machen Leute“, laute nicht umsonst das Sprichwort.

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