Hauskrankenpflegeverein hofft auf rumänische Ordensschwestern

Unterstützung aus Bukarest in Sicht

Bald könnte es rumänische Ordensfrauen in Rosenheim geben. Schwester Regina Birou, Provinzoberin für Rumänien (Mitte) und ihre Mitschwester Veronika (rechts neben ihr) besuchten jetzt den Hauskrankenpflegeverein zusammen mit Schwester Christine, der Generaloberin der St-Franziskus-Schwestern aus dem oberfränkischen Vierzehnheiligen (rechts). Die Rosenheimer Ordensfrauen Schwester Ulrike (links) und Schwester Agnella (Zweite von links) stellten dabei ihre Arbeit vor. Foto : re
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Bald könnte es rumänische Ordensfrauen in Rosenheim geben. Schwester Regina Birou, Provinzoberin für Rumänien (Mitte) und ihre Mitschwester Veronika (rechts neben ihr) besuchten jetzt den Hauskrankenpflegeverein zusammen mit Schwester Christine, der Generaloberin der St-Franziskus-Schwestern aus dem oberfränkischen Vierzehnheiligen (rechts). Die Rosenheimer Ordensfrauen Schwester Ulrike (links) und Schwester Agnella (Zweite von links) stellten dabei ihre Arbeit vor. Foto : re

Rosenheim - Katholische Ordensfrauen werden rar - Schwester Agnella und Schwester Ulrike sind derzeit die letzten Ordensschwestern, die öffentlich in der Stadt zu sehen sind. Jetzt gehen die beiden ihrem Ruhestand entgegen - und nicht nur der Hauskrankenpflegeverein sieht dem Tag, an dem die Schwestern zu ihrem Mutterhaus zurückkehren, mit Sorge entgegen (wir berichteten). Doch jetzt ist eine Lösung in Sicht: Der Verein setzt auf die Hilfe von Rumänischen Ordensfrauen.

Kurz vor Weihnachten feierte Schwester Agnella 75. Geburtstag. 34 Jahre lang setzte sie in Rosenheim beim Hauskrankenpflegeverein ihr Leben zum Wohl anderer ein. Hilfe bekam sie dabei zuletzt nur noch von Schwester Ulrike. Die Franziskus-Schwestern aus Vierzehnheiligen plagen, wie viele andere Konvents in Deutschland auch, Nachwuchssorgen.

Der Verein griff darum schon in den vergangenen Jahren vermehrt auf weltliche Hilfe in Form von fachlich versierten Pflegekräften zurück. Trotzdem sah man dem Weggang der letzten Ordensschwestern mit Sorge entgegen. Doch Ersatz für sie schien lange Zeit unmöglich.

Nun könnten aber doch auch in Zukunft wieder Ordensschwestern in Rosenheim zu sehen sein. Der Verein will die Lücke mit Franziskanerinnen aus Bukarest auffühlen.

"Sowohl die Provinzialoberin in Bukarest als auch die Generaloberin aus Assisi stehen unserem Ansinnen positiv gegenüber", freut sich Michael Kleeberger, Vorsitzender des Hauskrankenpflegevereins. Es fehle nur noch der offizielle Beschluss des Generalkonvents, der im kommenden Mai tagen wird.

Kleeberger rechnet fest damit, dass die erforderliche Mehrheit der Franziskanerinnen der Gründung eines Konvents in Rosenheim zustimmen wird und sich genügend Schwestern finden, die die Arbeit von Schwester Agnella und Schwester Ulrike in Rosenheim fortsetzen.

Schwester Christine, Generaloberin der Kongregation aus Vierzehnheiligen, stehe diesem Plan auch sehr positiv gegenüber. "Sie zeigt sich davon sehr angetan", so Kleeberger.

Um einen reibungslosen Übergang möglich zu machen, sollen Schwester Agnella und Schwester Ulrike jetzt noch bis zur Jahresmitte in Rosenheim bleiben.

Die Ordensschwestern aus Rumänien dürften nach der Einschätzung des Vereinsvorstands mit ihrer neuen Aufgabe in Rosenheim keine Probleme haben: "Sie sind dafür bestens gerüstet - sowohl was ihre Sprachkenntnisse als auch die kranken- und altenpflegerischen Fähigkeiten betrifft." Soweit sie die Voraussetzungen nach deutschem Recht noch nicht erfüllen sollten, würde man sie hierzulande weiter aus- und fortbilden.

Auch um die spirituelle Betreuung der Frauen will sich der Verein kümmern. Im vereinseigenen Haus an der Freiherr-vom-Stein-Straße würden ausreichend Wohnräume und sogar eine Hauskapelle zur Verfügung stehen.

Kleeberger freut sich über diese Lösungsmöglichkeit sehr. "Das nahezu 100-jährige Wirken der St.-Franziskus-Schwestern hat unseren Verein sehr geprägt", meint er. Natürlich würden auch die weltlichen Pflegekräfte sehr gute Arbeit leisten, doch bei ihrer Tätigkeit gäbe es einen Unterschied zu den Ordensschwestern: "Ordensfrauen sehen darin keinen Beruf zum Broterwerb, sondern schlicht Berufung."

Außerdem würden die Ordensleute im Stadtbild von Rosenheim dazu beitragen, das "christliche Wertebild der Nächstenliebe öffentlich sichtbar zu machen", so Kleeberger. wu

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