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Antrag an Oberbürgermeister März

Unnötiger Leerstand? So will die Rosenheimer CSU neuen Wohnraum in der Innenstadt schaffen

In der Innenstadt sehen einige Bebauungspläne vor, dass eine Wohnnutzung erst ab dem zweiten Obergeschoss oder darüber hinaus möglich ist. Doch geht es nach der CSU, soll sich das jetzt ändern.
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In der Innenstadt sehen einige Bebauungspläne vor, dass eine Wohnnutzung erst ab dem zweiten Obergeschoss oder darüber hinaus möglich ist. Doch geht es nach der CSU, soll sich das jetzt ändern.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Wohnraum in der Innenstadt ist knapp. Doch das könnte sich bald ändern. Jedenfalls wenn es nach der Rosenheimer CSU geht. In einem Antrag an Oberbürgermeister Andreas März (CSU) fordern sie die Zulassung von Wohnraum ab dem ersten Obergeschoss – und ernten schon jetzt Zuspruch für ihre Idee.

Rosenheim – Die Münchener Straße hat Potenzial. Statt zunehmender Leerstände bei Gewerbeflächen bietet sie die Chance für neuen Wohnraum. Doch strenge Vorschriften ersticken diese Absichten im Keim. Denn nach wie vor gibt es viele Bebauungspläne im Innenstadtbereich, die eine „horizontale Nutzungstrennung“ vorsehen. Heißt: Eine Wohnraumnutzung ist erst ab dem zweiten Obergeschoss und darüber hinaus zulässig. Das Erdgeschoss und die erste Etage sind in etlichen Häusern lediglich Gewerbe und Büros vorbehalten.

Geht es nach der Rosenheimer CSU, soll sich genau das jetzt ändern. „Diese strikte Nutzungstrennung ist nicht mehr zeitgemäß und führt zu unnötigen Leerständen in Obergeschossen des innerstädtischen Kernbereichs“, sagte Herbert Borrmann, Fraktionsvorsitzender der CSU. In einem Antrag an den Oberbürgermeister fordert seine Fraktion deshalb, die Wohnraumnutzung im Kernbereich der Innenstadt bereits ab dem ersten Obergeschoss bauleitplanerisch zu ermöglichen.

Bezahlbarer Wohnraum dringend notwendig

„Bezahlbarer Wohnraum wird gerade im Stadtgebiet dringend benötigt und die innerstädtische Wohnbevölkerung ist ein wichtiger Bestandteil einer zukunftsfähigen Innenstadt“, sagt Zweiter Bürgermeister Daniel Artmann und erinnert an die Tatsache, dass der Gesetzgeber bereits 2017 mit dem „Urbanen Gebiet“ einen neuen Baugebietstyp in die Baunutzungsverordnung eingeführt habe, um eine nutzungsgemischte Stadt der kurzen Wege zu ermöglichen.

Denn – davon ist er überzeugt – eine ausgewogene Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungsbetrieben, Kultur, öffentlichen Einrichtungen und Wohnen seien der entscheidende Faktor für eine attraktive Innenstadt.

Leben in der Stadt jenseits der Geschäftszeiten

Diese Meinung teilt auch Sabrina Obermoser vom City-Management. „Wir brauchen Leben in der Stadt jenseits der Geschäftszeiten von Büros und Einzelhandel“, sagt die Geschäftsführerin. Bereits vor einigen Jahren habe es einen ersten Versuch gegeben, eine Einzelhandelsfläche in der Münchener Straße in Wohnraum umzuwandeln – jedoch ohne Erfolg. Umso mehr begrüße sie den Vorstoß der CSU. „Das zusätzliche Leben würde auch zum Sicherheitsgefühl beitragen“, sagt Obermoser.

Auf Zustimmung trifft der Antrag auch bei Florian Eisner, Geschäftsführer bei „Werndl & Partner“: „Das Angebot an Wohnraum ist sehr knapp. Im Sinne der Nachverdichtung sollte daher möglichst viel vorhandener Raum für Wohnnutzung zugänglich gemacht werden.“ Leerstehende oder kaum genutzte gewerbliche Flächen sollten seiner Meinung nach dem Leben der Menschen in der Stadt weichen.

Zeitgemäßer und sinnvoller Antrag

Ähnlich äußert sich Viktoria Pertl, Geschäftsführerin von „P & S Immopartner“. „Der Antrag ist absolut zeitgemäß und sinnvoll“, sagt sie. Die Auflösung dieser Trennung sollte es in ihren Augen geben, um Leerstand zu verringern, die Innenstadt zu beleben und preiswerten Wohnraum anzubieten.

„Vor allem für junge Leute, aber auch Senioren wird die Innenstadt damit ein interessanter Wohnraum“, sagt Pertl. Sollte es tatsächlich zu einer Nutzungsänderung kommen, sei wichtig, „kreativ“ mit dem Thema Stellplatznachweis umzugehen. „Die Aufhebung darf nicht zu noch mehr Verkehr in unserer Innenstadt führen“, sagt sie.

Verwaltung soll Vorschlag prüfen

Doch zuvor müssten die Stadträte dem Vorschlag der CSU erst einmal zustimmen. Die Verwaltung soll jetzt prüfen, an welchen Stellen die horizontale Nutzungstrennung im Kernbereich der Innenstadt unter Wahrung der immissionsschutzrechtlichen Anforderungen aufgehoben werden könnte. Anschließend soll der Antrag in einem der Ausschüsse behandelt werden.

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