Uhr-Zeit

Vor Urzeiten, als es noch keine Uhren gab, behalfen sich die Menschen mit dem Beobachten des Laufes von Sonne, Mond und Sternen. Da gab es auch keinen Stress mit der Zeit. Hatte sich eine Gruppe Frauen beim Sammeln von Pilzen und Beeren weit vom Lagerplatz entfernt und dabei den Stand der Sonne übersehen, bedeutete das aber sicher auch Stress für die Steinzeit-Ladies. Dass bei einem Einkaufsbummel die Zeit davonrinnt, kennen wir auch noch heute.

ähnlich mag es bei den Männern gewesen sein: Verfolgten sie ein Tier bei der Jagd, mussten sie auch ein Auge auf die Sonne haben, denn in der Dunkelheit war nicht gut jagen. Im Gegenteil: Man wurde selber schnell gejagt.

Später wurden Sonnenuhren erfunden. Mit den Minuten war man da noch nicht kleinlich. Keine Bahn und kein Bus traktierten einen mit der mehr oder weniger pünktlichen Abfahrt. Allerdings, die Sonnenuhr hatte auch ihre Macken bei Regen, Nebel oder Schneegestöber. Die mechanische Uhr musste also erfunden werden. Diese befand sich zunächst in der Regel weithin sichtbar an öffentlichen Gebäuden. Später überboten sich die Uhrmacher darin, immer kleinere Modelle zu kreieren. Doch bis es schließlich die Armbanduhren gab, dauerte es noch.

Je mehr Uhren es gab, desto dringlicher wurde die Tugend der Pünktlichkeit. Hatte man Jahrtausende vorher den Zeitpunkt eines Treffens ungefähr mit: "Wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat, treffen wir uns bei der hohlen Linde an der Biegung des Flusses" verabredet, so erzeugt immer mehr Pünktlichkeitsdruck heute immer mehr Stress. Es wurde der reinste Wahn. Deshalb wurden auch Atomuhren erfunden. Bloß keine Zehntelsekunde vergeuden. Heutzutage haben wir keine Zeit mehr, aber viele Uhren... isr

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