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Angebot der Touristinfo

Über den Inn-Geist und das Salzmandl: Rosenheimer Taschenlampenführung lädt zum Gruseln ein

Während der Führung macht Stefan Kürschner immer wieder kleine Stopps um auf Besonderheiten hinzuweisen oder kleine Geschichten zu erzählen.
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Während der Führung macht Stefan Kürschner immer wieder kleine Stopps um auf Besonderheiten hinzuweisen oder kleine Geschichten zu erzählen.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Eckdaten zur Landesgartenschau, kleine Anekdoten zum Salz und einige Gruselgeschichten: Bei der Taschenlampenführung der Touristinfo in Zusammenarbeit mit der Stadtführerzunft gibt es allerhand zu erleben. Ein nächtlicher Streifzug durch die Stadt.

Rosenheim –Persönlich getroffen hat Stefan Kürschner den Inn-Geist zwar noch nicht, seine Geschichte kennt er trotzdem. Der Vorsitzende der Stadtführerzunft steht auf der Aussichtsplattform unter der die Mangfall in den Inn fließt. Um ihn herum stehen rund 25 Teilnehmer – darunter Kinder, Mütter und einige Pärchen. Einige Meter weiter steht eine zweite Gruppe, die von Karin Wiesböck geführt wird. Sie alle haben Taschenlampen dabei. Ansonsten ist es dunkel.

Schaurig schön: Der Innspitz war der letzte Hinrichtungsort in Rosenheim.

Nur zur Weihnachtszeit auf freiem Fuß

Mit leiser Stimme erzählt Kürschner von dem Geist, der im Inn lebt und hin und wieder sein Zuhause verlässt, um den Vorbeilaufenden einen Ring anzubieten. „Wer den Ring nimmt, wird ins Wasser gezogen und muss dem Inn-Geist dienen“, erzählt Kürschner. Nur um die Weihnachtszeit dürfe der- oder diejenige das Wasser für drei Tage verlassen, um Freunde und Familie zu besuchen.

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Einmal habe es einen jungen Mann gegeben, der nach dem dritten Tag nicht wieder zurückgekehrt ist. „Am vierten Tag ist er tot vom Stuhl gefallen“, sagt Kürschner und fügt an die Kinder gewandt hinzu: „Mit dem Inn-Geist würde ich mich also nicht anlegen.“

Zweistündige Tour durch den Mangfallpark

Es ist nur eine von vielen Geschichten, die der Stadtführer während seiner rund zweistündigen Tour durch den Mangfallpark erzählt. Gebürtig aus Kempten, ist Kürschner bereits seit 2001 in Rosenheim und erklärt Interessierten alles, was es über Rosenheim zu wissen gibt. Während der Führung berichtet er über die Zeit während der Landesgartenschau 2010 und zeigt auf Brücken, Häuser und Kunstwerke, die es ohne die Teilnahme wohl niemals gegeben hätte.

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Er erzählt von der Oma-Figur aus Gips – dem heimlichen Star der Landesgartenschau – und wie einiges Tages jemand bei der Polizei angerufen hatte und von einer „offensichtlich orientierungslosen alten Frau“ sprach, die dringend Hilfe benötigte.

Leuchtenwald und „Ich bin ganz Ohr“

Unter der Mangfallbrücke hindurch geht es in den Mangfallpark Nord und von dort weiter zum Innspitz. Hin und wieder bleibt der Stadtführer stehen und zeigt auf die Kunstwerke, die im Rahmen der Landesgartenschau angefertigt worden sind. Da wäre zum einen der Leuchtenwald von Sonja Vordermaier, die 27 Straßenlaternen aus europäischen Städten aufgestellt hat. Oder der „Regnende Hut“ von Kunstprofessor Stephan Huber, der direkt über dem Hammerbach hängt, aber auch die Pflanzspirale „Ich bin ganz Ohr“, ein Projekt der Freien Waldorfschule.

Führen mit Taschenlampen durch die Nacht: Karin Wiesböck und Stefan Kürschner.

Ein Mann, der zu Stein erstarrt ist

Am Innspitz angekommen, erzählt Kürschner nicht nur davon, dass hier der letzte Hinrichtungsort Rosenheims gewesen ist, sondern auch vom Salzmandl, einer wie er sagt „tragischen Figur“.

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Das Salzmandl sei ein armer Mann gewesen, der mit seiner Familie in Rosenheim wohnte. Fast jede Nacht habe er einen Sack Salz von den Fuhrleuten geklaut und diesen weiterverkauft. „Das hat viel Geld gebracht, weil Salz früher sehr wertvoll war“, sagt Kürschner.

Zu Stein erstarrt

Eines Tages habe er eine Stimme gehört, die ihm sagte, dass er zu Stein erstarre, wenn er noch ein weiteres Körnchen Salz stehle. Der Mann ignorierte die Warnung. Doch als er am nächsten Tag den ersten Sack vom Fuhrwerk hob, erstarrte er tatsächlich zu Stein. „So steht er heute noch an der Innbrücke“, sagt Kürschner, der es auch nach zwei Stunden noch schafft, dass ihm alle Teilnehmer an den Lippen hängen. Geduldig beantwortet er Fragen und scherzt mit den Kindern. Dann ist die Taschenlampenführung zu Ende.

Auf dem Rückweg hat dann wohl jeder gehofft, dass er nicht doch zufällig den Inn-Geist oder dem Salzmandl begegnete. Ihre Geschichten immerhin kennen sie jetzt.

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