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Corona-Ausnahmeregelung ausgelaufen

„Über 1000 Euro im Monat“: Wie Rosenheims Wirte die Rückkehr der Schanigärten-Gebühr finden

Die Schanigärten, wie hier am „Nena’s“, haben das Rosenheimer Stadtbild in den vergangenen beiden Jahren mitbestimmt.
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Die Schanigärten, wie hier am „Nena’s“, haben das Rosenheimer Stadtbild in den vergangenen beiden Jahren mitbestimmt.
  • VonJulian Baumeister
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Zwei Jahre gab Rosenheim den Gastronomen der Stadt die Möglichkeit, Schanigärten vor ihren Lokalen aufzubauen, und das gebührenfrei. Die Regelung sollte die Folgen der Corona-Pandemie für die Wirte mildern. Doch damit ist es inzwischen vorbei.

Rosenheim – Es liegt der Geruch von Pizza in der Luft. Mit Aperol und Orangenscheiben gefüllte Gläser klirren beim Anstoßen. Die Rosenheimer Restaurants sind, wie fast immer an einem lauen Sommerabend, gut gefüllt. So kommt es manchmal vor, dass die Suche nach einer Sitzgelegenheit im Freien etwas länger dauern kann. Wer doch noch einen Platz ergattern kann, der sitzt vermutlich in einem Schanigarten.

Zwei Jahre lang kostenlos

Die kleinen Freischankflächen sollten während der Coronapandemie den Lokalbetreibern mehr Platz für die Außengastronomie bieten. Dafür wurden auf kostenlos zur Verfügung gestellten öffentlichen Bereichen wie Stellplätzen vor den Restaurants zusätzliche Tische und Stühle aufgestellt. Für eben jene Flächen,verlangt die Stadt Rosenheim nun nach zwei Jahren Gebühren. Die Begründung: keine Einschränkungen mehr durch Corona.

Zwischen 7,50 Euro und 15 Euro pro belegtem Stellplatz werden für die Schanigärten jeden Werktag fällig. Ganz zum Leidwesen mancher Rosenheimer Gastronomen. „Insgesamt komme ich dann bei deutlich über 1000 Euro pro Monat raus“, sagt Erdogand Zymberi, Inhaber des Restaurants Cortina in der Nikolaistraße. Eine wesentlich höhere Gebühr als die 30,70 Euro, die zum Beispiel im Jahr für einen Bewohnerparkausweis anfallen, so Zymberi, der für seinen Schanigarten gleich mehrere öffentliche Stellplätze benötigt.

Erdogand Zymberi, Inhaber des italienischen Restaurants Cortina, hat seinen Schanigarten mit einem befreundeten Handwerker extra neu hergerichtet.

Bezahlen will Erdogand Zymberi die Kosten für die Stellplätze aber schon. „Ich möchte den Schanigarten weiterführen, weil dort vor allem abends ein schönes Ambiente herrscht“, sagt Zymberi. Man müsse sich nur mal die Nikolaistraße anschauen, sagt der Gastronom. Direkt gegenüber des Italieners haben auch das Irish Pub und das Jägerstüberl ihre Schanigärten für warme Tage vorbereitet. „Da ist immer etwas los bei uns, das macht die Stadt schöner“, sagt Zymberi.

So sieht es auch Peter Jung, Inhaber des Hang Loose. „Wir brauchen eine Kultur in der Stadt“, sagt Jung. Und die Schanigärten würden mit den gemütlichen Außenbereichen die Gastronomie verbessern.

Bislang acht Anträge für Schanigärten

Nach Angaben der Stadt haben für 2022 acht Rosenheimer Gaststätten eine Sondernutzungserlaubnis zum Aufstellen von Außenbestuhlung beantragt. Dafür müssten 14 öffentliche Parkplätze genutzt werden. Die Kosten für die Errichtung der Schanigärten tragen die Betreiber der Restaurants selbst. „Das machen wir aber gerne“, sagt Christopher Meißner, Geschäftsleiter der Burrito Company Filiale in Rosenheim. Der Schanigarten sei die einzige Möglichkeit, seinen Gästen einen Platz an der frischen Luft anbieten zu können. „Ohne den Schanigarten würden im Sommer wahrscheinlich weniger Leute zu mir kommen“, sagt Meißner.

Bei ihm lief die Beantragung der Sondererlaubnis „unkompliziert und schnell“ ab. Sein Schanigarten steht auf einer Be- und Entladefläche, weswegen sich die Kosten für den Stellplatz in Grenzen halten würden. „Die Gebühr der Stadt ist vollkommen in Ordnung“, sagt Meißner. Zudem sei die Stadt sehr kulant und entgegenkommend bei der Vergabe der Erlaubnis gewesen. „Ich bin froh, dass ich überhaupt die Möglichkeit bekommen habe“, sagt Meißner.

Christopher Meißner, Geschäftsleiter der Burrito Company, ist froh über die Möglichkeit, einen Schanigarten zu betreiben.

Keine Heizstrahler in der Innenstadt

Ähnliche Erfahrungen mit der Vergabe hat auch Peter Jung gemacht. „Der Austausch mit der Stadt war wirklich gut“, sagt Jung, dessen Schanigarten auf Zweiradparkplätzen steht. Die Kosten seien im Verhältnis zum Nutzen der Fläche überschaubar, so der Gastronom. Sowohl Meißner, als auch Jung würden sich wünschen, dass mehr Lokale einen Platz für Schanigärten anmieten würden.

„Dadurch zieht‘s bestimmt noch mehr Menschen in die Stadt“, sagt Meißner.

Problematisch für die Gastronomen könnte dagegen etwas anderes werden. Die Stadt hat nun die Benutzung von Heizpilzen in der Innenstadt untersagt. Ohne diese könnte es dann auch in einem der Schanigärten schnell mal kalt werden.

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