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Mehrheitlicher Beschluss im Stadtrat

Trotz Protests der Anwohner: Am Fischerweg in Rosenheim wird Spielplatz durch Kita ersetzt

Die Anwohner des Fischwegs haben sich für einen alternativen Standort starkgemacht. Viel gebracht hat das nichts. Die Bäume wurden Anfang der Woche gefällt.
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Die Anwohner des Fischwegs haben sich für einen alternativen Standort starkgemacht. Viel gebracht hat das nichts. Die Bäume wurden Anfang der Woche gefällt.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Weil es für das kommende Schuljahr an Kitaplätzen in der Stadt fehlt, soll am Fischerweg ein zweigeschossiger Modulbau errichtet werden. Die Stadträte haben dem Vorhaben jetzt grünes Licht gegeben – zum Unverständnis der Anwohner.

Rosenheim – Sie haben Briefe geschrieben, eine Unterschriftenaktion gestartet und sich schützend vor die Bäume gestellt: Die Anwohner des Fischerwegs haben es der Verwaltung nicht einfach gemacht. Am Ende haben sie dennoch den Kürzeren gezogen.

Die Bäume auf dem Spielplatz am Fischerweg wurden Anfang der Woche gefällt, um Platz für einen Modulbau zu schaffen. In diesem sollen ab Herbst, wie berichtet, rund 100 zusätzliche Kindergartenplätze entstehen.

Der Wunsch nach einem alternativen Standort

Eine Entscheidung, die bereits in der Vergangenheit von den Anwohnern kritisiert wurde, weil man sich einen alternativen Standort gewünscht hatte. „Die Anwohner hatten bereits im Vorfeld der Stadtratssitzung ihren Unmut über die Schaffung der 100 Kindergartenplätze inklusive der Baumfällung bekundet“, sagt Stadt-Sprecher Christian Baab.

Eine Abwägungsentscheidung

Während besagter Sitzung ist laut Baab deutlich geworden, dass es sich um eine „Abwägungsentscheidung zwischen Kita-Plätzen und Baumschutz“ handelt. So habe die Verwaltung bereits im Vorfeld eine Reihe möglicher Alternativstandorte geprüft, die aber aus verschiedenen Gründen ungeeignet gewesen seien. Auch Anfragen vonseiten des Oberbürgermeisters bei regionalen Grundeigentümern nach Flächen für Kindergärten im Rosenheimer Stadtgebiet seien ins Leere gelaufen.

Tage nach der Entscheidung gefällt

Nachdem sich die Stadträte mit 40:5 für die Schaffung neuer Kindergartenplätze am Fischerweg ausgesprochen hatten, wurden die Bäume bereits einige Tage später gefällt. „Wir sind enttäuscht. Es sind auch einige Tränen geflossen. Die Situation drückt massiv auf die Stimmung“, sagt Anwohner Kurt Zeller. Er kritisierte, dass die Anwohner erst so kurzfristig von den Plänen der Verwaltung erfahren haben.

Fehlt den Kindern die Spielfläche?

Eine Tatsache, die auch Stadträtin Gabriele Leicht (SPD) während der jüngsten Sitzung des Stadtrates nicht zu gefallen schien. Sie habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, eben weil sie wisse, dass es die 100 zusätzlichen Kindergartenplätze in der Stadt dringend brauche. Und doch stimmte sie am Ende gegen den zweigeschossigen Modulbau am Fischerweg.

„Niemand würde im Riedergarten oder auf der Loretowiese auf die Idee kommen, dort Module aufzustellen, eben weil die Orte bereits eine sinnvolle Aufgabe erfüllen“, sagte sie. Auch glaube sie nicht, dass die Situation funktionieren könne, unter anderem deshalb, weil es an Spielfläche fehle.

Eine nicht akzeptable Lösung?

Ähnlich äußerte sich Sonja Gintenreither, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Zwar stimmte sie schlussendlich für das Vorhaben, machte aber noch einmal deutlich, dass auch die 100 Plätze für das kommende Jahr nicht ausreichen würden. Stadträtin Maria Knott-Klausner (FDP) sagte, es sei nicht akzeptabel, einen Spielplatz „mit Containern zuzubauen“. „Kinder brauchen sowohl Spielplätze als auch Kitaplätze“, ergänzte Daniela Dieckhoff (Grüne). Aber auch sie könne dem Vorschlag der Verwaltung nicht zustimmen. Auch wegen des Baumbestandes, der dafür gefällt werden müsste.

Verwaltung soll über Aufstockung nachdenken

Dr. Beate Burkl (Freie Wähler/UP) schlug eine Aufstockung der Kindertageseinrichtung St. Hedwig vor. Ein Vorschlag, der laut Verwaltung zwar geprüft werde, dessen Umsetzung aber nicht bis zum 1. September gewährleistet werden könne. „Für dieses Jahr gibt es keine Alternative“, fasste es Dr. Wolfgang Bergmüller (CSU) zusammen. In der Zukunft aber brauche es Alternativlösungen.

Letztendlich einigen sich die Stadträte darauf, den Kitaplätzen den Vorrang zu geben. Den Spielplatz am Fischweg wird es spätestens ab Herbst also nicht mehr geben. „Wir sind gespannt, ob diese Plätze überhaupt so angenommen werden, wie es sich die Verwaltung vorstellt“, sagt Anwohner Kurt Zeller.

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