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OVB-Serie zur Lokschuppen-Ausstellung „Eiszeit“

Trotz hochsommerlichen Temperaturen in der Region: Darum leben wir auch heute in einer Eiszeit

Die Entwicklung der Eiszeit in Europa kann auf dem Bildschirm in der Ausstellung „Eiszeit“ im Rosenheimer Lokschuppen nachverfolgt werden.
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Die Entwicklung der Eiszeit in Europa kann auf dem Bildschirm in der Ausstellung „Eiszeit“ im Rosenheimer Lokschuppen nachverfolgt werden.

In der Ausstellung „Eiszeit“ nimmt der Rosenheimer Lokschuppen die Besucher noch bis 11. Dezember 2022 mit auf eine spannende Zeitreise. In der fünfteiligen OVB-Serie „Heiße Fakten über die Eiszeit“ werden überraschende Details über diesen Abschnitt der Erdgeschichte näher beleuchtet.

Von: Stefanie Kießling

Rosenheim – Mit dem Blick auf das Wetter ist es wirklich kaum zu glauben: Aktuell leben wir aber tatsächlich in einem Eiszeitalter. Oft heißt es: Die letzte „Eiszeit“ ging vor 11.000 Jahren zu Ende. Aber das stimmt nicht. Der Irrtum stammt von einer Begriffsverwirrung um die populäre Bezeichnung „Eiszeit“. Genau genommen ging vor rund 11.000 Jahren keine „Eiszeit“ zu Ende, sondern eine Kaltzeit innerhalb eines Eiszeitalters. Doch was bedeutet das?

Ein Eiszeitalter ist ein Abschnitt der Erdgeschichte, in dem mindestens ein Pol mit Eis bedeckt ist. Da derzeit Nordpol und Südpol zugefroren sind, leben wir also aktuell in einem Eiszeitalter. Innerhalb von solchen Eiszeitaltern gibt es jedoch Kalt- und Warmzeiten, die sich gegenseitig abwechseln.

Und von hier stammt die Fehlerquelle, denn diese Kaltzeiten werden oft auch als „Eiszeit“ bezeichnet. Wir meinen mit der letzten „Eiszeit“ eine Kaltphase des seit 2,6 Millionen Jahren andauernden Eiszeitalters. Kalt- und Warmphasen wechseln sich übrigens seit rund einer Million Jahren in folgendem Rhythmus ab: 100.000 kalte Jahre, in denen weite Landmassen der Erde unter dicken Eisschilden verschwinden, gefolgt von 10.000 milderen Jahren, in denen sich die Eismassen zurückziehen.

Die Position der Erde zur Sonne

Wichtigste Ursache dieses Wechsels ist laut Klimaforschung die Position der Erde zur Sonne. Hinzu kommt die Bewegung, die die Erde auf ihrem Weg um die Sonne ausführt. Weil die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne „schwankt“, kommt es in großen Zeitabständen regelmäßig zu diesen kälteren und wärmeren Zeitphasen.

Konkret bedeutet das, die Jetztzeit-Menschen leben tatsächlich noch im gleichen Eiszeitalter wie die Menschen und Tiere in der Lokschuppen-Ausstellung, in der viel über genau diese Phänomene zu erfahren ist. Die Menschen leben jedoch heute in einer wärmeren Phase, in der von den großen Eisflächen nur noch die Polkappen übrig sind und es wird von Jahr zu Jahr wärmer.

In einer richtigen Warmzeit, wie zum Beispiel zu der Zeit, als einst die Saurier die Welt bevölkerten, waren keine Eisflächen mehr da. Und viele heute bekannte Landmassen standen damals durch den gestiegenen Meeresspiegel der Ozeane unter Wasser.

Die Menschen bringen diesen natürlichen Rhythmus aus Warm- und Kaltzeit aus dem Takt. Wissenschaftler haben prognostiziert, dass durch den menschengemachten Klimawandel die Verschiebung in Richtung Warmzeit gefährlich angeheizt wird. Auch wenn es immer die Wechsel zwischen kälteren und wärmeren Epochen gab, sind die nie so schnell gewesen wie wir es aktuell erleben und die Folgen damit unabsehbar.

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