Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Neue Gruppe soll aufgebaut werden

Trauerbegleitung für Jugendliche: Lacrima in Rosenheim weitet das Angebot aus

Tobias Rilling, Leiter der Lacrima-Zentren in der Region München und Oberbayern, mit einem Jugendlichen.
+
Tobias Rilling, Leiter der Lacrima-Zentren in der Region München und Oberbayern, mit einem Jugendlichen.

Die Johanniter haben das Angebot von Lacrima, dem Zentrum für trauernde Kinder, erweitert. Ehrenamtliche Trauerbegleiter unterstützen jetzt auch Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren. Wie das funktioniert, zeigt ein Blick nach München.

Rosenheim – Trauern ist wichtig. Das weiß wahrscheinlich niemand besser als Rosemarie Fenzel. Die ehrenamtliche Trauerbegleiterin hat lange Zeit in München gearbeitet und sich dort um Jugendliche gekümmert, die einen geliebten Menschen verloren haben. Jetzt will sie dabei helfen, eine solche Jugendgruppe auch in Rosenheim aufzubauen. „Dass der Bedarf da ist, haben wir schnell gemerkt“, sagt Dr. Beate Düntsch-Hermann, Leiterin des Zentrums „Lacrima“ in Rosenheim. Sie sei es auch gewesen, die Rosemarie Fenzel gefragt habe, ob sie sich nicht vorstellen könne, zweimal im Monat nach Rosenheim zu pendeln. Lange überlegen musste Fenzel nicht. Sie schätzt die Arbeit, hat über die Jahre gelernt, wie sie mit den Jugendlichen umgehen muss. „Jugendliche spielen oft die Starken. Bei uns müssen sie das nicht.“

Lesen Sie auch: Trauer um einen geliebten Menschen bewältigen: So hilft „Lacrima“ in Rosenheim Kindern

Anders als bei den trauernden Kindern könnten die Jugendlichen während der Treffen zum Großteil selbst entscheiden, was sie machen wollen. In München hätten die Jugendlichen beispielsweise gemeinsam gekocht oder seien zum Friedhof spaziert. In anderen Stunden hätten die Zwölf- bis 16-Jährigen Masken gebastelt, Filme angeschaut oder Stadt-Land-Fluss mit Trauerthemen gespielt.

Lesen Sie auch: Den Depressionen davonklettern: Neue Bouldertherapie im Stuntwerk in Rosenheim

„Das Wichtigste bei all diesen Dingen ist das Zuhören“, sagt Rosemarie Fenzel. Denn oft sei der Moment, wenn Jugendliche mit dem Tod konfrontiert sind, auch jener, an dem sie realisieren, dass das Erwachsensein nicht nur cool ist. „In dem Alter hat man ohnehin schon genug mit sich selbst zu tun, und dann kommt auch noch die Trauer dazu“, sagt sie. Umso wichtiger sei es, ein Angebot zu schaffen, bei dem die Jugendlichen ganz sie selbst sein können, und sich mit anderen Gleichaltrigen austauschen können.

Lesen Sie auch: Wie Corona das Trauern veränderte

Läuft alles nach Plan, sollen die Gruppentreffen in Rosenheim – ähnlich wie in München – zweimal im Monat stattfinden. „Im Gegensatz zu den Treffen mit den Kindern, die von ihren Eltern begleitet werden, kommen die Jugendlichen alleine“, sagt Düntsch-Hermann. Sowohl eine Anmeldung als auch ein Erstgespräch seien weiterhin erforderlich.

Gefühl der Dankbarkeit

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie das zusätzliche Angebot angenommen wird. Schon jetzt ist sich Rosemarie Fenzel sicher, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Das merke sie vor allem auf dem Weg von den Gruppenstunden zurück nach München – wenn sie von einem Gefühl der Dankbarkeit erfüllt ist.

Mehr Informationen gibt es unter Telefon 08065/9063331.re

Mehr zum Thema