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Stadt weist Vorwürfe zurück

Die touristenfeindlichste Stadt Oberbayerns? Warum ein Ingolstädter sich über Rosenheim aufregt

Ein Verwarnungsgeld über zehn Euro hat jetzt einen 59-jährigen Mann aus Ingolstadt dazu bewogen, einen Brief an Oberbürgermeister Andreas März (CSU) zu schreiben.
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Ein Verwarnungsgeld über zehn Euro hat jetzt einen 59-jährigen Mann aus Ingolstadt dazu bewogen, einen Brief an Oberbürgermeister Andreas März (CSU) zu schreiben.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Ein Verwarnungsgeld über zehn Euro hat einen 59-jährigen Mann aus Ingolstadt dazu bewogen, einen Brief an Oberbürgermeister Andreas März (CSU) zu schreiben. Darin bezeichnet er Rosenheim als „touristenunfreundlichste Stadt Oberbayerns“. Kritik, die die Verwaltung so nicht stehen lassen will.

Rosenheim – Es sind harte Worte, die Jürgen Plank nach seinem Besuch in Rosenheim findet. „Es entsteht der Eindruck, dass die Stadt Rosenheim und vor allem deren Aufschreiber an den Touristen verdienen wollen“, sagt der 59-Jährige.

Erst vor einigen Wochen sei er zu Gast in Rosenheim gewesen. Dort habe er an einem Turnier in der Turnhalle der Johann-Rieder-Realschule teilgenommen, das der Club des Rosenheimer Tanzsports organisiert hat.

Verwarnungsgeld in Höhe von zehn Euro

Eine Veranstaltung zu der, wie Plank anmerkt, ein Großteil der rund 200 Teilnehmer mit dem Auto angereist ist. Doch Parkplätze in der näheren Umgebung habe es so gut wie keine gegeben. Das bestätigt auch Marc-Anton Braun, Vorsitzender des Clubs des Rosenheimer Tanzsports.

„Statt für die Besucher einer Großveranstaltung gesonderte Parkplätze auszuweisen und Parkbereiche ausreichend zu beschildern, werden die städtischen Parkaufseher gezielt losgeschickt, um Parkknöllchen zu verteilen“, ergänzt Plank.

Grund für den Unmut des Ingolstädters ist ein Verwarnungsgeld von zehn Euro, das der 59-Jährige bezahlen musste, weil er seinen Wagen in der Sedanstraße in einem verkehrsberuhigten Bereich außerhalb gekennzeichneter Parkflächen abgestellt hat – was nur zum Be- und Entladen erlaubt ist.

Jürgen Plank ärgert sich über die Stadt.

Doch genau das habe Plank gemacht. So habe er, wie er sagt, nur kurz seine Turnierkleidung in die Halle gebracht hat. „Im Auto selbst habe ich hinter der Windschutzscheibe einen Zettel angebracht mit der Angabe meiner Telefonnummer, dem Hinweis auf die Teilnahme am Tanzturnier und das Bringen der Turnkleidung in die Halle“, sagt Plank.

Reine Abzocke von Touristen?

Er habe sein Frack, die zwei Kleider seiner Partnerin, vier Paar Schuhe, Getränke und Schminkzeug in der Halle abgeliefert, die Startgebühr bezahlt und sei anschließend – etwa 15 Minuten später – zu seinem Auto zurückgekehrt. Dort habe er das Knöllchen schon von Weitem unter dem Scheibenwischer klemmen sehen.

„Das Verhalten der Parkaufschreiber ist eine reine Abzocke von Touristen und Besuchern von Großveranstaltungen“, sagt Plank. Zwar habe er die zehn Euro bezahlt – allerdings unter Vorbehalt und weil er keine Lust auf ein Gerichtsverfahren habe. In seinem Schreiben an Oberbürgermeister März habe er, nach eigenen Angaben, jedoch darum gebeten, dass ihm das Geld zeitnah zurückerstattet wird. Mit Erfolg, wie sich einige Tage später herausgestellt hat.

Verwaltung stellt Verfahren ein

Nachdem Jürgen Plank in seinem Schreiben an Oberbürgermeister März darauf hingewiesen habe, dass er nur seine Turnierkleidung in die Sporthalle gebracht hat, habe die Verwaltung das Verfahren eingestellt. „Die Rücküberweisung des bereits beglichenen Verwarnungsgeldes wird veranlasst“, heißt es aus dem Rathaus.

Die Verwaltung macht in diesem Zusammenhang aber auch noch einmal darauf aufmerksam, dass es nicht die Aufgabe der Stadt sei, gesonderte Parkplätze für die Besucher einer Großveranstaltung auszuweisen. „Das ist die Angelegenheit des jeweiligen Veranstalters. Die Verwaltung steht bei Bedarf aber gerne unterstützend mit Informationen zur Seite.“

Keine Jagd auf auswärtige Besucher

Und auch den Vorwurf, dass die Parkaufseher gezielt losgeschickt werden, um „Jagd auf auswärtige Besucher zu machen“, weist die Stadtverwaltung zurück. So würde die kommunale Verkehrsüberwachung turnusmäßig kontrollieren, ohne die Kenntnis über Veranstaltungen in der Innenstadt. „Dabei werden Einheimische wie Besucher gleichermaßen verwarnt. Und das ausschließlich auf Basis der geltenden Regelungen der Straßenverkehrsordnung“, teilt die Stadt auf Nachfrage mit.

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