Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


DIE I-PAD-KLASSE IN AISING ZIEHT POSITIVE BILANZ

Tablet statt Schreibheft

Lernen am I-Pad: An der Mittelschule Aising wollen die Schüler der achten Startklasse ihre Tablets nicht mehr missen.  Lehrer Daniel Striffler hat das Projekt angestoßen.  Schlecker
+
Lernen am I-Pad: An der Mittelschule Aising wollen die Schüler der achten Startklasse ihre Tablets nicht mehr missen. Lehrer Daniel Striffler hat das Projekt angestoßen. Schlecker

Mit dem Tablet-PC zum Unterricht – für Schüler in den USA, in Thailand, Türkei und Schweden schon lange Normalität. Deutschland hinkt hinterher. Nur knapp 150 von 34000 Schulen arbeiten aktuell mit Tablets. Lehrer Daniel Striffler startete an der Mittelschule Aising 2015 die digitale Revolution: Eine 8. Klasse wurde mit I-Pads ausgestattet.

Rosenheim – „Es lernt sich leichter. Man hat mehr Spaß. Der Schulranzen ist nicht mehr so schwer“. Tobias sieht in seinem Schul-Tablet nur Vorteile. Das Beste: Seit sein Lehrer im vergangenen Schuljahr die Computer in Kleinformat als festen Bestandteil in seinem Unterricht integriert hat, haben sich auch die Noten des 14-Jährigen deutlich verbessert.

Das Fazit von Tobias Mitschülern fällt ähnlich positiv aus. Für alle ist die Nutzung der Tablets im Unterricht und bei den Hausaufgaben mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden.

Angefangen hat dieses für Deutschland noch eher außergewöhnliche Projekt mit einer Idee von Lehrer Daniel Striffler. Er interessiert sich immer schon sehr für Computer und Technik. Als er vor fünf Jahren an die Mittelschule Aising kam, stellte er darum bei Direktor Gerhard Walch sofort den Antrag, für die Wissensvermittlung ein Tablet einsetzen zu dürfen. Der Schulleiter stimmte zu und fortan stand schon mal auf dem Lehrerpult von Daniel Striffler eines dieser Geräte. Doch der 36-Jährige stellte schnell fest, dass ein Tablet nicht ausreicht, um seinen Unterricht nach modernsten Gesichtspunkten gestalten zu können.

In den Sommerferien entwickelte Striffler darum ein pädagogisches Konzept, wie er sich eine I-Pad-Klasse vorstellt und reichte dieses bei der Sparkassenstiftung Zukunft ein. Diese ermöglichte die Umsetzung, indem sie die Anschaffungskosten der Geräte komplett übernahm.

Im neuen Schuljahr bekam die damalige Klasse 8a dann die I-Pads ausgehändigt. Die Freude darüber war groß und nachdem von allen Schülern und deren Eltern schriftlich bestätigt wurde, sorgsam damit umzugehen, durften die Jugendlichen ihre Tablets auch mit nach Hause nehmen.

Was sie damit alles machen dürfen, liegt in der Hand ihres Lehrers. Er kann Teile des Internets sperren und legt genau fest, welche Apps genutzt werden können.

Lehrmaterial ist noch Mangelware

Für Daniel Striffler ist der Einsatz der neuen Technik mit zusätzlicher Arbeit verbunden. Obwohl sich die aktuellen Vorgaben des Schulministeriums zunehmend weg vom Frontalunterricht bewegen und sich auch für den Einsatz von Computern an Schulen ausspricht, ist dafür speziell zugeschnittenes Lehrmaterial noch Mangelware.

Striffler entwickelt darum in seiner Freizeit selbst eine Art elektronischer Bücher. „Diese können viel mehr bieten als normale Bücher. Neben Schrift und Bild können auch Videosequenzen und Hörspiele eingebaut werden“, erklärt er. Der Vorteil liegt für ihn auf der Hand: Die Schüler können individuell lernen. Wer sich mit Texten schwer tut, kann sich den Stoff mittels Film und Ton verinnerlichen.

In Sachen „Präsentation“ sind die I-Pad-Schüler mittlerweile schon wahre Meister. Immer wieder werden sie dazu aufgefordert, über das Gelernte selbst Vorträge mittels Tablet zu gestalten. Dadurch lernen die Schüler nach der Erfahrung ihres Lehrer auf mehreren Ebenen: „Sie können immer besser mit der Technik umgehen und durch das intensive Nacharbeiten des Unterrichtsstoffes, bleibt dieser auch besser im Gedächtnis.“

Stift und Heft ersetzt das Tablet aber auch in der I-Pad-Klasse nicht gänzlich. Auch damit hält es Daniel Striffler ganz individuell: „Wer noch lieber auf Papier schreibt, kann dieses nachher abfotografieren und in das Tablet laden. Es ist aber auch möglich, gleich auf dem Tablet zu schreiben. Wer Probleme mit der Schönschrift hat, kann aber die Texte auch eintippen.“ Generell ist für den Lehrer Abwechslung im Unterricht wichtig. Nur das Tablet alleine kommt für ihn deshalb nicht in Frage.

In wenigen Monaten machen die Schüler ihren Abschluss. Dann müssen sie sich auch von ihren Tablets trennen. Sie werden an eine neue Klasse weitergereicht.

Kommentare