Straßenausbau weit weg

Wie es derzeit aussieht, bleibt die Bahnunterführung in der Kufsteiner Straße noch lange ein Nadelöhr. Foto Schlecker

Der vierspurige Ausbau der Kufsteiner Straße zwischen Panorama-Kreuzung und Brianconstraße ist für 2011 geplant. Zweifel am Zeitplan sind jedoch angebracht.

Rosenheim - Wegen der Planungen für die Westumgehung läuft derzeit ein Verfahren über eine Abstufung der Kufsteiner Straße von der Bundes- zur Staatsstraße. In diesem Zusammenhang ist eine neue Führung der Bundesstraße 15 vorgesehen. Bis zur Fertigstellung der Westtangente soll sie von der Panorama-Kreuzung über die Miesbacher Straße, dann über die Innsbrucker und die Brianconstraße verlaufen. Einige Stadträte reagierten im Verkehrsausschuss des Stadtrats beunruhigt auf diese Ankündigung von Claus-Peter Olk, dem Leiter des Bereichs Straßenbau des Staatlichen Bauamtes Rosenheim. Sie befürchten, es werde mehr Lkw-Verkehr in die Stadt gezogen. "Wir müssen das Netz der B 15 nach der Umstufung aber wieder schließen, das ist ja klar", argumentierte Olk.

Für den Ausbau muss nach der Abstufung die Stadt bezahlen. Nachdem der Bund mit Blick auf die geplante Westumgehung jedoch in den letzten Jahren den Unterhalt der Kufsteiner Straße vernachlässigt hat, wird er 3,2 Millionen Euro von 14 bis 15 Millionen Euro übernehmen. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zeigte sich skeptisch und befürchtete, die Stadt werde, wie schon in anderen Fällen, das Geld erst einmal vorstrecken müssen und das in Zeiten knapper Kassen. Olk zeigte sich hingegen überzeugt, der Bund werde seinen Beitrag "zeitnah" leisten.

Die Bahn, durch die Aufweitung der Unterführung direkt berührt, hat sich noch nicht auf einen Zeitpunkt für den Ausbau festgelegt. Zudem ist ein Planfeststellungsverfahren notwendig, weil Grundstücksverhandlungen mit den Anliegern gescheitert sind. "Ein Ausbaubeginn 2011 ist noch möglich, wenn alle Planungen in drei Monaten vorliegen", erklärte der städtische Verkehrsplaner, Jürgen Stintzing. Nach den Worten von Rechtsdezernent Hermann Koch ist mit Klagen der Anlieger gegen einen Planfeststellungsbeschluss zu rechnen.

Das sei alles zu unsicher, meinte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. Die Stadt brauche Klarheit. Weil sie die nicht hat, deutet im Moment auch nichts auf einen Baubeginn im übernächsten Jahr hin. bi

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