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Stadtrat entscheidet am Mittwoch

Stolpersteine zum Gedenken an Nazi-Opfer? Das wünschen sich Rosenheimer

In Chemnitz verlegt ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofs Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus. Auch viele Rosenheimer könnten sich diese Art des Gedenkens in ihrer Stadt vorstellen.
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In Chemnitz verlegt ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofs Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus. Auch viele Rosenheimer könnten sich diese Art des Gedenkens in ihrer Stadt vorstellen.

Der Rosenheimer Stadtrat will am Mittwoch (23. Februar) entscheiden, ob auf öffentlichem Grund in Rosenheim Stolpersteine für die Opfer des Nationalsozialismus verlegt werden sollen. Die Alternative wären Gedenktafeln an Häuserwänden und Stelen. Die OVB-Heimatzeitungen haben dazu Passanten befragt.

Rosenheim – Seit Jahren wird in der Stadt Rosenheim leidenschaftlich darüber diskutiert, ob den städtischen Opfern des NS-Regimes anhand sogenannter Stolpersteine gedacht werden soll. Befürworter sehen es als Verbeugung gegenüber den Opfern, wenn der Betrachter nach unten blickt, um den Text auf den meist messingfarbenen Steinen zu lesen.

Andere, wie beispielsweise Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München, sind strikt gegen diese Art des Gedenkens. So würden die Opfer im wahrsten Sinne des Wortes erneut mit Füßen getreten, so die einhellige Meinung der Kritiker. Die Rosenheimer Stadtverwaltung hat nun als Alternative das sogenannte Münchener Modell ins Gespräch gebracht. In der Landeshauptstadt hatte man sich dazu entschlossen, an Stelen auf Augenhöhe Plaketten als Erinnerungszeichen anzubringen.

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Der Rosenheimer Stadtrat will in seiner Sitzung am Mittwoch, 23. Februar, eine Entscheidung treffen. Die OVB-Heimatzeitungen haben im Vorfeld bei Passanten ein Stimmungsbild dazu eingeholt.

Anita Appel (70), ehemalige Lehrerin aus Rosenheim: „Stolpersteine sind eine gute Idee, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Das würde ich sehr schön finden, wenn es davon welche in Rosenheim gäbe. Vor allem wenn die Steine an öffentlichen Plätzen angebracht werden, da sie dann sofort ins Auge fallen. Das kenne ich auch aus anderen Städten. Nur wer Böses will, behauptet, dass Stolpersteine am Boden eine entwürdigende Form darstellen.“
Andreas Ehrnsberger (33), Verkäufer aus Stephanskirchen: „Stolpersteine sind aus meiner Sicht überflüssig und deswegen bin ich gegen eine Verlegung. Leute, die sich mit diesem Thema so intensiv beschäftigen, sollten dieses Engagement lieber auf Themen der Zukunft richten. Ansonsten verharrt man zu sehr in der Vergangenheit. Die nationalsozialistische Geschichte wurde schon auf vielen Wegen aufgearbeitet. Irgendwann sollte man sie zumindest auch ruhen lassen können.“
Wilma Waldt (64), Rentnerin aus Rosenheim: „Ich warte schon lange darauf, dass sich die Stadt dazu entschließt, Stolpersteine auf öffentlichem Grund zu verlegen. Die Steine sollten auch explizit am Max-Josefs-Platz und am Ludwigsplatz platziert werden, da dort viele Juden bis zu ihrer Vertreibung gelebt haben. Stolpersteine sind die bessere Alternative zu Gedenktafeln, da ich mich dort vor den Opfern verbeugen kann und ihnen so mehr Respekt entgegenbringen kann.“
Monika Decker (58), Verwaltungsangestellte aus Rosenheim: „Ich würde die Verlegung gut finden, weil man auf jeden Fall an diese Zeit erinnern sollte. Insbesondere, weil im Moment wieder vermehrt das Gefühl entsteht, dass die Taten von damals in Vergessenheit geraten. Deshalb ist es ein guter Zeitpunkt darüber zu diskutieren. Auch Gedenktafeln würde ich passend finden. Welche Form es wird, ist hierbei weniger entscheidend, solang es eine Form von Erinnerung ermöglicht.“

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