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„Zukunft fair gestalten“

Wie kann Handel für alle gerecht sein? Start der Fairen Woche in Rosenheim

Im Corona-Jahr 2020 gaben Verbraucher in Deutschland 1,9 Milliarden Euro für Fairtrade-Produkte aus. Genaue Zahlen für die Stadt Rosenheim gibt es nicht.
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Im Corona-Jahr 2020 gaben Verbraucher in Deutschland 1,9 Milliarden Euro für Fairtrade-Produkte aus. Genaue Zahlen für die Stadt Rosenheim gibt es nicht.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Seit 20 Jahren rückt die bundesweite Aktion der „Fairen Woche“ den fairen Handel in den Fokus. Heuer findet sie unter dem Motto „Zukunft fair gestalten“ vom 10. bis 24. September statt. Auch in Rosenheim sind in diesem Zusammenhang zahlreiche Veranstaltungen geplant.

Rosenheim – Stadtfeste, der Verkauf von Fairtrade-Produkten und faire Stadtführungen: Dr. Beate Burkl kämpft – gemeinsam mit einer Steuerungsgruppe – seit Jahren für den fairen Handel in der Stadt. Sie stellt Anträge, setzt sich für eine faire Beschaffung von Arbeitskleidung ein und tut ihr Möglichstes, dass Rosenheim alle zwei Jahre die Zertifizierung zur Fairtrade-Stadt erhält.

Vorsitzende seit 2017

Seit 2017 ist sie die Vorsitzende des Fördervereins „Fairtrade-Rosenheim“, setzt sich, gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern, für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauerfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika ein.

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„Die große Politik mag in Berlin oder auf nationaler Ebene beschlossen werden, umgesetzt wird sie von Städten und Kommunen“, sagt Burkl. Um so wichtiger sei es, hartnäckig zu bleiben und immer wieder die Diskussion zu suchen.

Eine extra Stabstelle für Rosenheim

Wie beispielsweise in einer der letzten Stadtratssitzungen. Hier hatte Burkl gemeinsam mit ihrer Fraktion, den Freien Wählern/UP sowie den Grünen, ÖDP, SPD und FDP gefordert, dass es eine Personalstelle zur Koordination und Umsetzung des entwicklungspolitischen Engagements in der Fairtrade-Stadt Rosenheim für zwei Jahre geben soll. „Oft fehlen die personellen Ressourcen für ein Engagement in der Entwicklungspolitik“, sagt Burkl. Eine Stabstelle im Rathaus könnte hier für Entlastung sorgen und zugleich als Anlaufstelle dienen für Menschen, die sich engagieren wollen.

Fairtrade-Kaffee und faire Berufskleidung

Ob die Stabstelle in Rosenheim tatsächlich eingeführt wird, ist im Moment noch offen. Aber auch sonst hat sich in der Stadt schon einiges getan. So gibt es neben Fairtrade-Kaffee in öffentlichen Einrichtungen und fairer Berufskleidung insgesamt drei Fairtrade-Schulen in der Stadt. Zudem verkaufen und verwenden etliche Gastronomen und Einzelhändler Fairtrade-Produkte.

1,9 Millarden Euro für Fairtrade-Produkte

Doch die Corona-Pandemie hat auch dem fairen Handel zugesetzt. So hätten die Verbraucher in Deutschland im vergangenen Jahr laut Burkl rund 1,9 Milliarden Euro für Fairtrade-Produkte ausgegeben. Damit sei der Umsatz mit fünf Prozent leicht zurückgegangen.

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Aber es gibt auch einige Lichtblicke – so hätten während des Lockdowns mehr Leute zu Fairtrade-Kaffee gegriffen. Auch Fairtrade-Zucker, Fruchtsaft und Blumen hätten einen höheren Umsatz erzielen können. „In Rosenheim trägt jede dritte Blume das Fairtrade-Siegel“, sagt Burkl. Gemeinsam mit den Mitgliedern ihres Vereins hatte sie zum Valentinstag, Weltfrauentag und Muttertag faire Rosen verschenkt, um auf Frauenrechte weltweit aufmerksam zu machen und Arbeiter auf Blumenfarmen im globalen Süden zu stärken.

Unterstützung durch den Weltladen

Unterstützung bei den jeweiligen Veranstaltungen erhält der Verein unter anderem vom Weltladen in der Innstraße. „Uns geht es nicht nur darum, Produkte zu verkaufen, sondern auch ein Umdenken in der Bevölkerung zu bewirken“, sagt Helmut Enzinger, der seit etlichen Jahren in dem Geschäft arbeitet. Weil er nicht nur Klamotten, Kerzen und Bücher verkauft, sondern auch Lebensmittel, konnte er während der gesamten Pandemie geöffnet haben. „Dadurch haben wir unsere Umsätze gehalten und sogar um drei Prozent gesteigert“, sagt er.

Strickprodukte aus Bolivien

In seinem Geschäft bietet er unter anderem auch Strickprodukte des Kinder- und Jugendprojekts Wipalla in Bolivien an, das Monika Stöckl aus Bad Endorf vor 17 Jahren gegründet hat. Mit dem Verkauf der Ware kämpft Stockl – wie berichtet – dafür, dass die Menschen in Bolivien gut versorgt sind und eine Perspektive für die Zukunft haben. Im Rahmen der „Fairen Woche“ hält sie am Mittwoch, 22. September, einen Vortrag zum Thema „Fair Fashion, bewusst und informiert einkaufen“.

Globale und soziale Gerechtigkeit

Und auch sonst ist vom 10. bis 24. September etliches geboten, um über das Thema „Fairtrade“ zu informieren. „Der faire Handel ist einer der wichtigsten Bausteine für die globale und soziale Gerechtigkeit“, sagt Beate Burkl. Und genau deshalb will sich die Vorsitzende auch in den kommenden Jahren für das Thema in der Stadt einsetzen.

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