Stadt will Ehrenamtliche belohnen

Hier leisten Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerk Hilfe bei Hochwasser. Solches Engagement will die Stadt mit der Ehrenamtskarte belohnen. Foto Reisner
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Hier leisten Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerk Hilfe bei Hochwasser. Solches Engagement will die Stadt mit der Ehrenamtskarte belohnen. Foto Reisner

Der Freistaat hat eine Ehrenamtskarte eingeführt. Die finanzielle Last liegt größtenteils bei den Kommunen. In Rosenheim engagieren sich rund 12000 Menschen ehrenamtlich. Wieviele von ihnen die Karte in Anspruch nehmen können, um Vergünstigungen an vielen Stellen zu erhalten, ist nicht klar, auch nicht, was die Stadt diese Belohnung der Ehrenamtsarbeit kostet. Deshalb gibt es in Rosenheim erst einmal eine dreijährige Testphase.

Rosenheim - Das Bayerische Sozialministerium hat die Ehrenamtskarte als sichtbares Zeichen der Anerkennung für besonderes bürgerschaftliches Engagement eingeführt. Städte und Landkreise sollen festlegen, wo die Karte in ihren Gebieten gilt, etwa in Bädern und Museen, und sie sollen auch Partner aus der Wirtschaft gewinnen. Beispielsweise beteiligen sich bereits der Flughafen München und Legoland Deutschland.

Mit der Karte erhalten Berechtigte in allen Städten und Landkreisen, die mitmachen, die entsprechenden Vergünstigungen. Auch staatliche Einrichtungen wie die bayerischen Königsschlösser und Schifffahrtslinien, Museen und Sammlungen sind dabei und gewähren zehn Prozent Ermäßigung.

CSU und SPD hatten gleichermaßen beantragt, die Stadt möge sich beteiligen. Bei der Beratung im Haupt- und Finanzausschuss wurde dann deutlich, dass es noch viele Unbekannte gibt in dieser Rechnung. Wer in den Genuss der Vergünstigungen kommen will, darf nicht jünger sein als 16 Jahre, muss schon mindestens zwei Jahre aktiv gewesen sein, sich mindestens fünf Stunden pro Woche ehrenamtlich engagieren oder innerhalb eines Projekt 250 Stunden pro Jahr. Die Stadt prüft nun, auf wie viele der 12000 ehrenamtlich engagierten Rosenheimer Bürger dies zutrifft.

Die Beteiligung des Freistaats beträgt einmalig pro Landkreis oder kreisfreier Stadt 5000 Euro. Der Bayeriche Städtetag hat diesen aus seiner Sicht geringen Beitrag bereits kritisiert. Der Städtetag hatte sich von Anfang an positiv zum Projekt geäußert. Aus seiner Sicht müsste eine landesweit gültige Ehrenamtskarte von Freistaat und Kommunen aber partnerschaftlich je zur Hälfte finanziert werden. Immerhin entstünden nicht nur laufende Kosten für Ausstellung und Verwaltung von Ehrenamtskarten, sondern vor allem Personalkosten für die Verwaltung, die ausschließlich bei den Kommunen anfallen.

Fünf Stunden pro Woche, das sei allerdings schon eine ziemliche Hürde, meinte Gabriele Leicht, Fraktionsvorsitzende der SPD, im Haupt- und Finanzausschuss. "Wenn die Karte richtig gut angeommen wird, sind diese 5000 Euro gar nichts", gab Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zu bedenken.

Herbert Borrmann, CSU-Fraktionsvorsitzender, glaubt nicht, dass der Andrang allzu groß sein wird. Bei einer ähnlichen Karte des Bayerischen Jugendrings sei die Resonanz nicht sonderlich groß gewesen. So sei die Sache im Sande verlaufen.

Konditionen stehen noch nicht fest

Engagierte Bürger werden bisher schon zu Ehrenamtsabenden eingeladen oder auch zu vielfältigen Aktionen der Sozialen Stadt. Die Karte soll die Anerkennung für das Ehrenamt noch stärker hervorheben.

Personen, denen das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten verliehen wurde, erhalten die "Goldene Ehrenamtskarte" ohne jegliche Prüfung auf Lebenszeit ausgehändigt. In Rosenheim sind dies 56.

Die Karte gilt ansonsten jeweils drei Jahre, dann wird erneut geprüft, ob die Voraussetzungen immer noch vorliegen. Der Landkreis hat sich schon fürs Mitmachen entschieden. Auch deshalb will die Stadt nicht abseits stehen. Die Konditionen werden nun ausgearbeitet. bi

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