„Sommer in Rosenheim“: Schausteller sind zufrieden – „aber kein Ersatz für das Herbstfest“

Zahlreiche Familien zog es beim „Sommer in Rosenheim“ in die Innenstadt. Sehr zur Freude der Schausteller, die sich wegen Corona dieses Jahr über jede Möglichkeit arbeiten zu können freuen. Schröder

„Bisher läuft es gut, die Leute sind begeistert“, sagt Josy Schütz. Obwohl am Samstagnachmittag aufgrund der hohen Temperaturen noch nicht viel los war, ist die Leiterin von „Josy’s Märchenballons“ mit dem Auftakt des „Sommer in Rosenheim“ zufrieden.

Von Kilian Schröder

Rosenheim– „Man hat wieder einen Grund, in die Stadt zu gehen, es weckt die Lebensgeister.“ Dem stimmen auch die anderen Schausteller, die in der Stadt verteilt sind, zu. Ein Ersatz für das Herbstfest sei die „Mini-Wies’n“ trotzdem nicht.

Schausteller loben das Konzept

Gleich am Ludwigsplatz vor der Nikolauskirche begegnen einem die ersten Bekannten vom Rosenheimer Herbstfest. Dort stehen Stände mit verschiedenen Backwaren, Slushy-Eis und – vermutlich das Highlight für die Kinder – auch ein Karussell. „Es waren schon einige Kinder da“, sagt Christine Fahrenschon. Die 53-jährige sitzt an der Kasse des Karussells. Sie kann dem Konzept des „Sommer in Rosenheim“ einiges abgewinnen: „Besonders für die Familien ist das angenehmer, da es nicht so laut wie auf dem Herbstfest ist. „Auch die vielen Sitzgelegenheiten sind eine nette Idee.“

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Die Hörländers, die mehrere der Stände auf dem Platz haben stimmen zu: „Es ist schön für Rosenheim und gut für uns Schausteller“, sagt Nino Hörländer (24). Seine Mutter Claudia (48) fügt hinzu: „Wir sind froh, dass wir wieder die Möglichkeit haben, unsere Arbeit zu machen.“

Kinder Stammkunden am Schießstand

Die Kinder in der Stadt sind aber nicht nur für das Karussell zu begeistern. Auch der Schießstand gleich hinter dem Mittertor scheint viele Besucher anzulocken. „Die Kinder sind unsere Stammkunden“, sagt Gabriele Serban und lacht. Die 54-jährige ist Verkäuferin am Stand. In den ersten Stunden sei noch nicht viel Kundschaft da gewesen, aber für einen Trend sei es noch zu früh. „Dadurch, dass es so verteilt ist, lassen sich die Leute überraschen, was als Nächstes kommt. Die Kinder können sich aussuchen, wo sie hinwollen.“

Cindy Deckerts Kinder versuchen sich gerade an der Flinte. „Natürlich hat jeder Angst vor der zweiten Welle, aber man muss ja weitermachen. Gerade für Familien ist das ein schöner Ausgleich nach dem Lockdown“, sagt die 30-jährige.

Alle Stände müssen ein Hygienekonzept erfüllen. So werden zum Beispiel die Chips vom Karussell per Käscher eingesammelt und bekommen anschließend ein Bad in Desinfektionsmittel. Die Verkäufer stehen mit Visier und Mundschutz in ihren Buden oder haben gleich eine Plexiglasscheibe vor die Theken montiert. Niemand solle in Gefahr kommen, sich zu infizieren.

Endlich wieder Einnahmen

Vor allem der finanzielle Aspekt des „Sommer in Rosenheim“ ist für viele Schausteller wichtig. „Ich habe Kollegen, die hatten seit Dezember keine Einnahmen. So kommen wir wieder etwas auf die Füße“, sagt Hendrik Branicki (35). An seinem Stand am Max-Josefs-Platz können die Besucher Dosenschießen. „Wir haben jetzt fünf Wochen am Stück offen, das ist auf jeden Fall ein Anfang. Solange es keinen Impfstoff gibt, ist der ,Sommer in Rosenheim‘ eine gute Alternative“, sagt Branicki.

Schießen nur mit Maske: Die strengen Corona-Auflagen gelten auch am Schießstand, der direkt hinterm Mittertor steht.

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Wer der Hitze am ersten Augustsamstag etwas entkommen will, kann sich in den schattigen Salingarten flüchten. Hier hat „Trautweins Schlaraffenland“ neben gebrannten Mandeln, ein besonderes Schmankerl zu bieten: Für diesen besonderen Sommer gibt es extra Lebkuchenherzen, auf denen„Sommer in Rosenheim“ und „Bleibt’s gesund“ steht. Auch der Betreiber ist mit der Eröffnung gleich zufrieden: „Es ist gut, etwas zu machen. Ich bin mit jeder Möglichkeit zufrieden, wieder zu arbeiten.“

Ein Ersatz für das Herbstfest könne der „Sommer in Rosenheim“ aber nicht sein, so die einhellige Meinung der Schausteller. „Die Wies`n hat einfach ein eigenes Flair“, sagt Christine Fahrenschon.

„Wir freuen uns über alles, was geht“

Trautwein fügt hinzu: „Beim Herbstfest ist ein ganz anderes Publikum da.“ Es sei eine Notlösung für eine außergewöhnliche Situation. Bis das Herbstfest aber wieder stattfinden kann, freuen sich die Schausteller über alles, was geht.

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