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Wirtschaft mit hohem Personalbedarf

Solides Stellenangebot in der Region Rosenheim: Nachholeffekt schiebt Arbeitsmarkt an

Entspannter August: Erstmals seit 16 Jahren ist kein oder nur ein minimaler Anstieg zu verzeichnen. Klinger
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Entspannter August: Erstmals seit 16 Jahren ist kein oder nur ein minimaler Anstieg zu verzeichnen.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Die Corona-Fallzahlen steigen wieder, doch die Arbeitslosenquote sinkt: Die Wirtschaft in der Region Rosenheim zeigt sich erstaunlich robust. Sie springt wieder an. Was wiederum erfreuliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat.

Rosenheim – Der Arbeitsmarkt befindet sich weiterhin im Aufschwung, die Agentur Rosenheim verzeichnet eine große Nachfrage nach Personal. Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, spricht von einem „Nachholeffekt“, der entstehe, weil die Wirtschaft in „vielen Bereichen“ wieder anspringe. Schankweiler äußerte sich zufrieden darüber, dass „alle Personengruppen davon profitieren“.

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Schankweilers Agentur, die neben Stadt und Landkreis Rosenheim auch die Landkreise Miesbach und Bad Tölz betreut, verzeichnet zum ersten Mal seit 15 Jahren im August keinen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

2021 ist die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Menschen insgesamt lediglich um 110 auf 8350 gestiegen. Im August 2020 hatte sich diese Zahl noch um 280 Personen auf 10.850 erhöht. Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vormonat bei 2,7 Prozent (August 2020: 3,5 Prozent). Der Wert sei auf dem Niveau von 2017 und in allen Jahren davor höher gewesen, teilte Schankweiler mit. Landläufig bezeichne man den aktuellen Wert als „Vollbeschäftigung“.

Die Unternehmen suchen nach Arbeitskräften

Der hohe Personalbedarf der Unternehmen zeigt sich unter anderem dadurch, dass der Arbeitgeberservice im vergangenen Monat 1320 neu zu besetzende Stellen gemeldet worden sind. Insgesamt sind für den Agenturbezirk Rosenheim mehr als 5150 offene Arbeitsplätze gemeldet, knapp 1500 oder 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. Deutlich mehr Angebote gibt es etwa im Verarbeitenden Gewerbe sowie in den Bereichen Verkehr, Handel sowie Hotellerie und Tourismus.

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Vom Nachholeffekt profitieren auch sonst auf dem Arbeitsmarkt eher benachteiligte Gruppen. Die Zahl der Menschen über 50 Jahre, die Bereich der Agentur arbeitslos gemeldet sind, ist im August ebenso zurückgegangen wie bei den Menschen mit ausländischem Pass und denen mit Schwerbehinderung. Dadurch konnte der für den Monat August übliche Anstieg der Arbeitslosenzahl – weil sich junge Menschen unter 25 Jahren nach der Schul- oder Berufsausbildung bei der Agentur melden – insgesamt fast kompensiert werden.

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Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent (Vormonat: 4,3 Prozent; August 2020 5,8 Prozent). Derzeit sind 1575 Menschen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 15 auf 735. Für 840 arbeitslose SGB II-Kunden, acht mehr als im Juli, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig, es betreut 2064 erwerbsfähige Leistungsberechtigte.

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,5 Prozent (Vormonat: 2,4 Prozent; August 2020: 3,4 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 3615. Hier sind 2271 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 81 mehr als im Vormonat.

Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1344 arbeitslose SGB II-Kunden, sieben mehr als im Juli. Insgesamt betreut das Jobcenter 3251 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Bis zum Zähltag am 25. August lagen für den Monat August neun Anzeigen „Konjunktureller Kurzarbeit“ für 22 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vor.

Arbeitsmarkt: Die Zahlen für Traunstein und Mühldorf

Ähnlich entspannt stellt sich die Lage im Nachbarlandkreis Traunstein dar. Die dortige Agentur für Arbeit, zuständig außerdem für Mühldorf, Altötting und BErchtesgaden, meldet insgesamt eine Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent, weit unter dem Vorjahr (3,7 Prozent), und nur knapp über dem Vor-Corona-Stand von 2,8 im August 2019. Auch dort stieg die Zahl der gemeldeten jungen Menschen (um 176 auf 970) im Vergleich zum Vormonat, sie lag aber immer noch um 533 unter 25-Jährige niedriger als im August 2020.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im August 2,5 Prozent, das ist ein Gleichstand gegenüber Juli. 2446 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 13 Menschen mehr als im Vormonat. Verglichen mit dem Vorjahresmonat ist die Anzahl der Arbeitslosen um 25,2 Prozent gesunken werden, 824 Menschen weniger sind arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf lag im August bei 3,3 Prozent, ein An-stieg um 0,1 Prozentpunkte gegenüber Juli. 2 224 Menschen waren gemeldet, das sind 74 mehr als im Juli und 469 weniger als im Vorjahresmonat, als die Quote bei 4,1 Prozent lag.

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