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Schöne, neue Arbeitswelt

So treiben Firmen in der Alten Papierfabrik die Digitalisierung voran

Beantworten Fragen des Publikums: (von links) Mario-Leander Reimer, Ekkehard Schmider (beide QAware), Michael Adersberger (Twip) und Christian Holtz.
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Beantworten Fragen des Publikums: (von links) Mario-Leander Reimer, Ekkehard Schmider (beide QAware), Michael Adersberger (Twip) und Christian Holtz.
  • VonThomas Stöppler
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Dort, wo in Rosenheim einst Papierbahnen auf Rollen aufliefen, residieren heute mehre junge Unternehmen. In der Alten Papierfabrik präsentierten sich diese beim Stammtisch der Rosenheimer Initiative zur Forderung der Informations- und Kommunikationstechnik. Sie zeigten: Die Arbeitswelt ist im Wandel.

Rosenheim – „Zum Einzug hierher“, erzählt Ralf Guggeis von „weare360“, „hat mir meine Frau diese alte Rechnung von der Papierfabrik geschenkt.“ Guggeis zeigt auf eine in einem Bilderrahmen sicher verstaute alte Rechnung. Die Zementwerke Rohrdorf waren der Adressat. Es ist wohl Ironie der Geschichte, dass die Digitalisierung ausgerechnet in der Alten Papierfabrik an der Brückenstraße vorangetrieben wird. In den Büros ist fast kein Papier zu sehen, dafür schöne Möbel, kleine Lounges, große Schreibtische und ergonomische Stühle.

Meetings in virtuellen Gebäuden

Gut 50 Teilnehmer kamen zum „ROSIK“ ( Rosenheimer Initiative zur Förderung der Informations- und Kommunikationstechnik )-Stammtisch in die komplett umgebaute Fabrik. IT-Unternehmen und Werbeagenturen wie „weare360“ sitzen nun dort. Wobei Stammtisch ein wenig zu formlos klingt.

Zwar gibt es Bier und Häppchen und Krawatten sind keine zu entdecken, aber zuerst gibt es einige Kurzvorträge. So stellte unter anderem die Agentur „weare360“ in ihren Büros im ersten Stock ihre Firma vor, die erst kürzlich aus „twofour “, „beech“ und „forest“ hervorgegangen ist.

Virtuelles Gebäude betreten

Christian Holtz von „Magnid“ zeigte die rasante Reise seines Unternehmens. 2019 also noch vor der Pandemie, entwickelte seine Firma eine Software, um virtuelle Events zu veranstalten. Die Idee war schlicht, Firmen eine Möglichkeit zu geben, Reisekosten zu senken und ökologisch nachhaltiger zu arbeiten.

Anstatt „für ein Vier-Stunden-Meeting über den Großen Teich zu fliegen“, können die Teilnehmer zum Beispiel ein virtuelles Gebäude betreten und dort an Meetings teilnehmen, Vorträge hören oder Unterlagen sichten. Mit der Pandemie ging die Firma durch die Decke. „Ihr könnt euch die Geburtsschmerzen gar nicht vorstellen, aber es war schon cool“, beschreibt Geschäftsführer Holtz die Beginne.

Gespräche vor der Fusion

Dass Du ist kein Zufall, grundsätzlich wird nicht gesiezt. Es gehört zu einer anderen Idee von Arbeitsverhältnissen: flache Hierarchien, große Eigenverantwortung und viel Wertschätzung. Nicht nur bei der Ausstattung, sondern auch beim Miteinander. Guggeis erzählt, dass bei der Fusion der Firmen der wichtigste Teil nicht die Verträge waren, sondern die Gespräche mit allen Angestellten.

Jeder Mitarbeiter durfte ganz frei und ohne jede Vorgabe sieben Dinge aufschreiben, die er beim Arbeiten braucht – seien das nun Ausstattungsdinge, Umgangsformen oder Dinge, die Arbeitsabläufe betreffen. Denn wie Guggeis‘ Kompagnon Peter Döring erklärt, sei Leistung und Geld das eine, aber „es soll halt auch geil sein“. Und auch für die Kommunikationsexperten aus der Werbebranche sei das Zuhören die größte Herausforderung gewesen. Und, führt er aus, der Prozess sei noch längst nicht abgeschlossen.

Die Branche wächst

Auch oben im zweiten Stock, wo die ITler in den Büros von „QAware“ ihre Vorträge halten, ist man um ein gutes Arbeitsklima bemüht und auch stolz, wenn das gelingt. Neben der Eingangstür hängt eine Auszeichnungsplakette eines

Arbeitgeberbewertungsportals, und auch Mario-Leander Reimer, der einen Vortrag über seine Firma „QAware“ hält, ist sichtlich stolz, dass seine Firma als „Top Work-Place“ in der Branche ausgezeichnet wurde.

Das wird nicht ohne Grund oft erwähnt. Die Branche wächst und wächst, und jeder sucht gute Mitarbeiter. Ekkehard Schmider, ebenfalls von „QAware“, bringt es ganz einfach auf den Punkt: „Die Welt braucht mehr Software, als wir bauen können.“

Daher ist bei dem Netzwerktreffen auch nichts von Konkurrenz-Gedanken zu spüren. Der Markt ist zu groß und zu spezialisiert, als das man sich in die Quere kommt. Eher arbeitet man zusammen: Nicht jede Firma kann jede gute Idee selbst umsetzen. Schmider spricht auch nicht von Wettbewerbern, sondern von Partnern.

Nicht der Ralf, sondern der Guggi

Dazu kommt eine besondere Rosenheimer Spezialität: Man kennt sich – und zwar schon lange. Ralf Guggeis ist meistens nicht „der Ralf“ sondern „der Guggi“. Schule, Studium, erste Arbeitserfahrung, erste Firmengründungen. Die Wege der Einzelnen sind eng miteinander verknüpft. Dabei herausgekommen ist aber keine kleine Blase, sondern ein sehr erfolgreicher Wirtschaftszweig: „Wir müssen uns nicht verstecken“, hält Ekkehard Schmider fest.

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