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Diskussion im Umweltausschuss

So tief müssen die Rosenheimer für ihre neue Biotonne in Zukunft in die Tasche greifen

Seit fast zehn Jahren wird in Rosenheim über die Einführung einer Biotonne diskutiert. Jetzt scheint eine endgültige Entscheidung gefallen zu sein.
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Seit fast zehn Jahren wird in Rosenheim über die Einführung einer Biotonne diskutiert. Jetzt scheint eine endgültige Entscheidung gefallen zu sein.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Die Stadt Rosenheim bekommt eine Biotonne. Das haben die Mitglieder des Umweltausschusses bereits im vergangenen Jahr entschieden. Neu ist, wie oft die Tonne geleert werden soll – und warum die Grünen damit so überhaupt nicht einverstanden sind.

Rosenheim – Fast hätte Oberbürgermeister Andreas März (CSU) den Punkt auf der Tagesordnung, in dem es über den Leerungsturnus der neu einzuführenden Biotonnen ging, versehentlich übergangen. Aber eben nur fast. Dann erinnerten ihn die Grünen daran, dass es da noch ein Thema gibt, über das ganz dringend gesprochen werden müsste. Und zwar aus gutem Grund.

SPD, CSU und Freie Wähler haben andere Pläne

Denn während sich die Stadträte im vergangenen Jahr darauf geeinigt hatten, dass sowohl die Bio-, als auch die Restmülltonne nur noch alle zwei Wochen geleert werden, haben CSU, SPD und die Freien Wähler/UP jetzt andere Pläne. So sprachen sie sich in einem Antrag dafür aus, dass beide Tonnen einmal pro Woche geleert werden sollen.

„Aus Gründen der Hygiene soll der Biomüll nicht unnötig lange in der neu einzuführenden Tonne liegen“, begründeten sie ihren Antrag. Auch eine 14-tägliche Leerung der Restmülltonnen würde in ihren Augen nicht funktionieren, weil die Kapazität der vorhandenen Tonnen in vielen Haushalten nicht ausreichen würde. Eine Aufstellung von weiteren Restmülltonnen zusätzlich zur neuen Biotonne für jedes Anwesen sei mit einem erhöhten Platzbedarf verbunden, der sich durch die Beibehaltung der wöchentlichen Leerung vermeiden lasse.

„Die teuerste Biotonne der Welt“

Während sich die Verwaltung hinter den Vorschlag von CSU, SPD und Freien Wählern/UP stellte, gab es vor allem aus den Reihen der Grünen Kritik. „Wir sind entsetzt über die teuerste Biotonne der Welt“, sagt Regina Georg (Grüne).

Denn für eine wöchentliche Leerung brauche es „doppelt so viele Autos und Mitarbeiter“. Zudem verschlechtere sich bei einem doppelten Fahrzeugeinsatz die Ökobilanz. „Ich glaube nicht, dass die Akzeptanz der Bürger besser wird, wenn es so teuer ist“, sagte Georg.

Drei Fahrzeuge für je 270.000 Euro

Teurer wird es laut Verwaltung vor allem deshalb, weil drei zusätzliche Entsorgungsfahrzeuge für je 270.000 Euro beschafft werden müssten. Zudem bräuchte es drei weitere Fahrer und mindestens sechs Müllwerker. „Das ist die Berechnung für die wöchentliche Tour ohne Service im Innenstadtbereich“, teilt die Verwaltung mit.

Sollte der Service im Innenstadtbereich auch bei der Biotonne stattfinden, bräuchte der Baubetriebshof insgesamt sogar vier Fahrzeuge und 14 Mitarbeiter mehr. In diesem Zusammenhang machte die Sandra Ramming, Leiterin des Baubetriebshofs, während der Sitzung des Umweltausschusses auch darauf aufmerksam, dass es zu Verzögerungen bei der Fahrzeugbeschaffung kommen könnte und auch die Preise in nächster Zeit weiter ansteigen werden. Auch die Suche nach geeigneten Mitarbeitern könnte problematisch sein.

209 Euro Müllgebühr pro Jahr?

Für die Rosenheimer bedeutet das – bei sonst gleichbleibenden Kostenstrukturen – dass ein Haushalt mit einer 120 Liter-Restmülltonne, der dafür aktuell rund 209 Euro Müllgebühr pro Jahr zahlt, künftig rund 260 Euro pro Jahr für eine 120-Liter-Restmüll- und die beigestellte Biotonne zu zahlen hätte. Für die Zukunft sind sogar noch höhere Sätze zu erwarten.

„Unter der Annahme, dass die insgesamt im Stadtgebiet aufgestellten Restmüllgefäße bezüglich des Volumens sinken, läge die Gebühr für eine 120 Liter-Restmülltonne bei rund 339 Euro pro Jahr und bei einem möglichen Wechsel auf die nächst kleinere Tonnengröße von 80 Litern bei rund 226 Euro pro Jahr“, teilt die Verwaltung mit. Beides in Kombination mit einer Biotonne.

CSU will Sauberkeit und Hygiene

„Wir wollen Sauberkeit und Hygiene. Wenn die Tonnen zu selten geleert werden, besteht die Gefahr, dass die Bürger ihr Zeug woanders hinschmeißen“, sagte Stadtrat Dr. Wolfgang Bergmüller (CSU). Ähnlich äußerte sich Gabriele Leicht (SPD): „Wenn die Biotonne nur alle 14 Tage geleert wird, kann es passieren, dass sie wegen der Geruchsbelästigung nicht angenommen wird“. „Wir waren von Anfang an für eine wöchentliche Leerung. Das ist das Einzige, was Sinn macht“, ergänzte Markus Dick (Freie Wähler/UP).

Ein Blick nach Wasserburg

Doch genau das finden die Grünen eben so gar nicht. So gebe es einen Filterdeckel, der Geruchsbelästigungen vorbeugen soll. „Aus Wasserburg gibt es keine Beschwerden“, sagte Peter Weigel (Grüne). Er kritisierte, dass es die Bürger sind, die für die Mehrkosten aufkommen müssten.

Mehrheit spricht sich für wöchentliche Leerung aus

Am Ende der Diskussion stimmte die Mehrheit der Gremiumsmitglieder (8:3) für den Vorschlag von CSU, SPD und Freien Wählern/UP. Die Biotonne soll demnach wöchentlich geleert werden. Auf einen Filterdeckel wird verzichtet. Abgesehen von diesen beiden Änderungen bleibt es bei den Regeln, die bereits im vergangenen Jahr beschlossen worden sind – unter anderem der Befreiungsmöglichkeiten bei Eigenkompostierung.

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