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Hommage an Magier

Auf den Spuren von Siegfried und Roy: Magischer Stadtrundgang in Rosenheim

Inklusive Zaubertricks führt Stefanie Cuta ihr Publikum zu Siegfried Fischbachers Stationen in Rosenheim. Thomae
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Inklusive Zaubertricks führt Stefanie Cuta ihr Publikum zu Siegfried Fischbachers Stationen in Rosenheim.
  • VonJohannes Thomae
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Stefanie Cuta unterrichtet Englisch und Geografie an einem Münchner Gymnasium. In Rosenheim jedoch begibt sich die Bad Aiblingerin während ihres „Magischen Stadtrundgangs“ auf die Spuren von Siegfried und Roy – Zaubertricks inklusive.

Rosenheim – „Es war die verschwundene Spielkarte!“ Diese Antwort, welche Zauberei bei der magischen Stadtführung durch Siegfried Fischbachers Rosenheim wohl am meisten beeindruckte, war eindeutig. Es war die magisch verschwundene „Herz drei“, vor allem aber ihr überraschendes Wiederauftauchen. Am Sonntag feierte der „Magische Stadtrundgang“ Premiere, eine Führung entlang der Stationen des Rosenheimer Magiers Siegfried Fischbacher.

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Zurück zur Karte: Swantje Mahn, eine Teilnehmerin an dieser besonderen Führung, hatte von der Magierin Stefanie Cuta ein Kartenspiel hingehalten bekommen und sollte sich aus diesem eine Karte merken. Wie es sich für eine magische Stadtführung gehört, war diese kurz darauf aus dem Spiel verschwunden. Der Clou: Sie fand sich nicht etwa in der Hand der Zauberin wieder. Auch nicht hinterm Ohr von Swantje Mahn oder dem eines anderen Teilnehmers.

Siegfried als Schaufensterpuppe

Sie werde schon wieder auftauchen, entgegnete die Magierin der Frage, wo die Karte nun sei. Und in der Tat: Ein paar Schritte weiter befand sich die „Herz drei“, befestigt an einer Schaufensterpuppe – in der Auslage jenes Trachtengeschäfts, vor dem die Gruppe gerade Station gemacht hatte.

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Der Ort für dieses Zauberkunststück war nicht von ungefähr gewählt – die „Magische Stadtführung“ machte immer dort Station, wo der Ort in irgendeiner Weise in besonderer Verbindung zu Siegfried Fischbacher stand. Bei besagtem Trachtengeschäft hatte sich der damalige Weber-Lehrling Fischbacher eine Zeit lang ins Schaufenster gestellt – stumm und starr, als lebende Schaufensterpuppe. Das Geschäft soll, sagt man, daraufhin Reklamationen bekommen haben: Die Puppen seien für ein renommiertes Geschäft nicht angemessen und schlichtweg zu arbeitsmäßig gekleidet. Für die künstlerische Entwicklung Siegfried Fischbachers entscheidend war aber eine andere Station: das Kolpinghaus.

Allein auf der Theaterbühne

Auf der dortigen Theaterbühne merkte der Rosenheimer zum ersten Mal, dass er nicht nur Mutter und Schwester in der heimischen Wohnküche zum Lachen bringen konnte, sondern auch ein größeres Publikum. Und diese Erfahrung, Menschen in seinen Bann ziehen zu können, hat sein ganzes weiteres Leben bestimmt. Wie wichtig dieses Erlebnis gerade am Anfang war, macht eine Anekdote deutlich, die Stefanie Cuta vor dem Kolpinghaus erzählte: Dass er gewusst habe, wo der Schlüssel für den Theaterraum versteckt war, den er ab und an heimlich stibitzt und sich auf die Bühne gestellt habe.

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In der Vorstellung, der Raum sei mit Zuschauern voll besetzt und er der umjubelte Star. Natürlich gab es auch hier wieder Zauberei. Stefanie Cuta sagte, sie werde einem der Zuschauer zu einem „Erstzauber“ verhelfen. Es war Stadträtin Maria Knott-Klausner, die sich neben die Magierin stellen durfte und zu ihrer grenzenlosen Überraschung in ihren zur Faust geballten Händen einen kleinen roten Ball wiederfand, der vorher noch bei Stefanie Cuta gewesen war.

Völlig verblüfft ist Maria Knott Klausner (links) als der kleine rote Ball, den eben noch Stefanie Cuta in Händen hielt, in ihrer Faust auftaucht.

Magisches Quadrat

Für ein großes Aha-Erlebnis sorgte auch das magische Quadrat, das die Zauberin präsentierte. Während sie kurz die wichtigsten Stationen in Fischbachers Leben aufzählte, notierte sie scheinbar wahllos die dazugehörigen Altersangaben auf einer Tafel. Das Überraschende:

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In welcher Richtung man die Zahlen nachher auch zusammenzählte, ob quer, von oben nach unten oder diagonal – es ergab sich immer die Summe von 77. Dass es sich hierbei aber auch wirklich um Siegfrieds magisches Quadrat handele, machten, berichtete Stefanie Cuta, die Eckzahlen deutlich, die 13, die 6, die 19 und die 39, die Siegfrieds Geburtsdatum ergeben.

Distanz zur Mathematik

Diese Vorführung, meinte die Zauberin, die im Hauptberuf an einem Münchner Gymnasium Englisch sowie Geografie unterrichtet und in ihrem Wohnort Bad Aibling ebenfalls magische Stadtführungen anbietet, sei für sie persönlich die anspruchsvollste Darbietung gewesen. Sie habe nämlich mit Siegfried neben der Zauberei noch eine weitere Gemeinsamkeit: ein ziemlich distanziertes Verhältnis zu jeder Form von Mathematik. Mehr über die Hintergründe zu ihren Zaubereien gab sie natürlich nicht preis.

Der krönende Abschlusszauber: Aus einer eben noch definitiv leeren Kiste entsprang mit einem Mal ein kleiner weißer Tiger.

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Sie sei bei den Vorführungen von „Berufskollegen“ immer dann besonders angetan, wenn auch sie sich nicht erklären könne, was dort genau vor sich ging: „Wenn man zu wissen glaubt, wie es geht, ist jede Magie weg“. Ganz und gar erhalten aber blieb diese während der gesamten guten Stunde dieser ganz speziellen Stadtführung, die dadurch zu einer besonderen Hommage an Siegfried Fischbacher und seinen Partner Roy Horn wurde.

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