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Schöffengericht in Rosenheim

Kaum Perspektiven für Angeklagten: Lange Haft für versuchten Raub

Schweirige Verhandlung vor dem Gericht in Rosenheim: Der Angeklagte will zurück in seine Heimat, muss nun aber erstmal ins Gefängnis.
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Schwierige Verhandlung vor dem Gericht in Rosenheim: Der Angeklagte will zurück in seine Heimat, muss nun aber erstmal ins Gefängnis.
  • VonTheo Auer
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Etliche Monate bezahlte ein Mann (66) einen 30-jährigen Mann mit Geld und Sachwerten für sexuelle Dienste. Irgendwann beendete der Freier die Beziehung. Der 30-Jährige bat ihn trotzdem immer wieder erfolglos um Geld. Und dabei blieb es nicht.

Rosenheim – Am 11. März 2022 tauchte der jüngere Mann erneut vor der Wohnung des Rosenheimers auf. Heftig klopfte er gegen dessen Terrassenfenster, um Geld zu fordern. Mit Kraft drückte er schließlich gegen das ohnehin beschädigte Fenster, das trotz der Gegenwehr des 66-jährigen Bewohners dem Druck nicht standhielt.

Dabei verletzte sich der so Bedrohte an der Hand. Schließlich flüchtete er vor dem Angeklagten aus der Wohnung. Der Täter stieg dann durch das beschädigte Fenster in die Wohnung ein. Als das Opfer sich zurückwagte, verließ der ungebetene Gast wortlos und ohne weitere Forderung die Wohnung durch den Eingang. Weil aber der Bedrohte lauthals um Hilfe geschrien hatte, benachrichtigte ein Nachbar die Polizei. Wenig später griff die Polizei den nunmehr Angeklagten auf, und der Ermittlungsrichter erließ gegen ihn Haftbefehl.

Angeklagter leugnete den Angriff

Zunächst stritt der Angeklagte vor dem Schöffengericht Rosenheim ab, überhaupt in die Wohnung eingestiegen zu sein. Allerdings hatte ihn eine Nachbarin dabei beobachtet.

Das Gericht mit dem Vorsitzenden Richter Matthias Knoblauch hatte mit mehreren Schwierigkeiten zu kämpfen. Zunächst stellte sich heraus, dass die Dolmetscherin nicht in der Lage war, simultan zu übersetzen. Dem fassungslosen Richter eröffnete sie noch dazu, dass sie lediglich bis elf Uhr Zeit habe und dann das Gericht verlassen müsse. Weil der Angeklagte lediglich seine Heimatsprache Tigrinya verstand, musste entweder ein weiterer Dolmetscher gefunden werden oder das Verfahren zu einem anderen Termin wiederholt werden. Glücklicherweise wurde eine andere Dolmetscherin in München ausgemacht, die sich sofort auf den Weg machte. Nach entsprechender Pause wurde das Verfahren nun mit einer anderen Dolmetscherin fortgesetzt.

Tatopfer hatte Lücken in der Erinnerung

Aber auch beim Inhalt des Verfahrens gab es Schwierigkeiten. Das Tatopfer wies erhebliche Erinnerungslücken auf. Die Staatsanwaltschaft stützte sich im Wesentlichen lediglich auf die Zeugen aus der Nachbarschaft.

Der Angeklagte, der 2012 nach Deutschland vor dem Militärdienst in Eritrea geflohen war, war nicht nur erheblich vorbestraft, sondern nur wenige Monate vorher aus einer längeren Strafhaft entlassen worden. Dazu stand er unter Führungsaufsicht, was er wohl gar nicht verstanden hatte.

Ein hoffnungsloser Fall?

Der forensische Gutachter Prof. Michael Soyka berichtete, dass der Angeklagte wohl uneingeschränkt schuldfähig gewesen, aber zweifellos ohne jegliche Lebensperspektive sei. Eine Therapie im Maßregelvollzug hatte er bereits 2020 erfolglos abgebrochen. Diese Therapie habe ohne Frage weiterhin keine Erfolgsaussicht.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft stellte fest, dass es sich wohl nicht um gefährliche Körperverletzung gehandelt habe. Fraglos sei es aber ein versuchter, schwerer Raub gewesen. Angesichts der vielen einschlägigen Vorstrafen und der hohen Rückfallgeschwindigkeit forderte sie eine Strafe von 27 Monaten Gefängnis.

Der Angeklagte will zurück in die Heimat

Die Verteidigerin, Rechtsanwältin Gabriele Sachse, stellte fest, dass der vollendete Einbruch wohl nicht zu bestreiten sei. Jedoch habe es keine aktive Gewalt gegeben. Deshalb könne es mit einer Strafe von zwölf Monaten Haft sein Bewenden haben. Auch sie akzeptierte, dass eine Aussetzung zur Bewährung wohl nicht in Frage käme.

Der Angeklagte gestand schließlich den Einstieg in die Wohnung, indem er dem Plädoyer seiner Verteidigerin zustimmte. Dazu bat er darum, in seine Heimat zurückgeschickt zu werden, wo er wieder als Hirte leben wolle.

Das wird aber warten müssen. Das Gericht stimmte im Wesentlichen den Anträgen der Staatsanwältin zu und verhängte eine Gefängnisstrafe von 25 Monaten.

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