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Start für den Juli geplant

Verständnis der Erde: Warum Rosenheimer Schüler einen Ballon auf 40.000 Meter steigen lassen

er Ballon der Schüler des Karolinen-Gymnasiums flog beim Start im vergangenen Jahr über die Dächer Rosenheims hinweg auf eine Höhe von fast 40 000 Meter.
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Der Ballon der Schüler des Karolinen-Gymnasiums flog beim Start im vergangenen Jahr über die Dächer Rosenheims hinweg auf eine Höhe von fast 40.000 Meter.
  • VonJulian Baumeister
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Wie weit ist der Klimawandel vorangeschritten? Das versuchen Schüler des Karolinen-Gymnasiums mit einem spektakulären Projekt herauszufinden: Sie wollen einen selbstgebauten Wetterballon in die Stratosphäre schicken - damit er Daten und Bilder zur Zerstörung der Ozonschicht liefert.

Rosenheim – Ein Wetterballon mit modernster Technik und hochauflösenden Kameras liefert in einer Höhe von 40.000 Meter bei Temperaturen von minus 34 Grad Daten zu Kohlenstoffmonooxid- und Methangaswerten.

Was sich nach einer Mission der NASA anhört, ist in Wahrheit ein Projekt von Schülern der Q11 des Karolinen-Gymnasiums. Mitte Juli will die 20-köpfige Schülergruppe den weißen Ballon mit einem Umfang von rund neun Metern, an dem eine kleine Sonde aus Styropor mit Messgeräten befestigt ist, im Rahmen ihres P-Seminars steigen lassen. Im Moment laufen die letzten Vorbereitungen für den Start.

Forschung zum Klimawandel

„Warum wir das genau machen, ist eine gute Frage“, sagt Felix Kemnitzer, einer der Schüler aus dem Team „Wetterballon“. „In erster Linie, weil wir ein bisschen in die naturwissenschaftliche Arbeit hineinkommen wollen“, führt er fort. Bereits im vergangenen Jahr schickten die Schüler einen Ballon in die Stratosphäre. „Damals haben wir alles in der Freizeit nach einer Idee unseres Lehrers Herr Weise gemacht“, sagt Kemnitzer. Inzwischen ist das Projekt zu einem Schulfach geworden.

Der Pausenhof der Schule wurde für das vergangene Projekt in einen Startplatz für den Ballon umgewandelt.

Auch deshalb soll das Vorhaben heuer etwas größer ausfallen. „Wir haben im Vorfeld viele Sponsoren gewinnen können, sodass wir die Sonde mit Sensoren ausstatten können“, sagt Kemnitzer. Diese würden in großer Höhe die Konzentration verschiedenster Gase messen. „Durch die gewonnen Werte kann man womöglich den Klimawandel und so auch unsere Erde besser verstehen“, unterstreicht Kemnitzer. Vor allem die Höhe des Methananteils sei interessant, da das Gas Auswirkungen auf den Abbau der Ozonschicht hat. „Schon cool, wenn wir dadurch etwas fürs Klima machen und den Ballon nicht einfach nur ins Blaue hinaufschicken“, sagt Kemnitzer.

Bauanleitung aus dem Internet

Insgesamt fünf Teams, darunter beispielsweise ein Konstruktions- und ein Ortungsteam, kümmern sich darum, dass der Start auch erfolgreich wird. Das fachliche Wissen dafür haben sich die Schüler zu einem im Physikunterricht, aber auch in Internet-Tutorials angeeignet. „Da gibt´s gute Lehrvideos von Leuten, die das schon mal gemacht haben, auf Youtube“, sagt Kemnitzer. Auch die Materialien für den Bau des Wetterballons hätten die Schüler größtenteils im Internet bestellt. „Den Ballon samt Fallschirm und die Sonde gibt es bei einer speziellen Firma für solche Projekte, den Rest über Amazon und Co.“. sagt Kemnitzer.

Gerade sind die Teams dabei, die Sonde zusammenzubauen. Dabei gibt es laut Kemnitzer einiges zu beachten. „Es dürfen nicht zu viele Hohlräume im Inneren der Sonde entstehen, sonst bekommen wir Probleme mit dem niedrigen Luftdruck in großer Höhe“, erklärt der Schüler. Zudem müsste die Isolierung der Messgeräte und Kameras verbessert werden, sonst wird es „denen da oben schnell zu kalt und sie funktionieren nicht mehr“.

Die Arbeiten an der Sonde waren in diesem Jahr besonders aufwendig.

Wichtiger Bestandteil des Projekts sei auch die Zulassung bei der Landesluftfahrtbehörde Bayern. „Für die Flugerlaubnis mussten wir erst eine Haftpflichtversicherung abschließen und den Startzeitpunkt auf wenige Wochen eingrenzen“, sagt Kemnitzer. Danach hätte es grünes Licht für den Start gegeben.

Abschussgefahr für das Flugobjekt

Ganz unproblematisch sei das Projekt aber nicht. „Für Flugzeuge ist das ungefährlich, die sehen den Ballon auf dem Radar“, erklärt Kemnitzer. Allerdings dürfte der Wetterballon nicht über die Grenze nach Österreich fliegen. „Die wissen ja von nichts und dann kann es schon sein, dass sie zwei Kampfjets schicken“, sagt der Schüler, „und wenn es blöd läuft, holen die den Ballon runter“. Dies sei aber noch nicht vorgekommen.

Die andere Gefahr sei der Ort der Landung. „Wir können es durch die Heliummenge im Ballon gut berechnen, wohin er fliegt. Aber eben nicht exakt.“ Autobahnen oder viel befahrene Straßen wären als Landeplatz „eher doof“. Ansonsten könne aber nicht viel passieren versichert der Schüler. „Durch den Fallschirm segelt der Ballon, der irgendwann zerplatzt, ja zu Boden. Erschlagen wird davon niemand“, sagt Kemnitzer und lacht.