Schubser kostet 53-Jährigen eine Menge Geld

Rosenheim – Zwei Syrer wohnten in einer Miniwohnung unter einem Dach in der Rosenheimer Küpferlingstraße.

In der Nacht auf 20. Dezember telefonierte der 46-jährige Syrer, was aufgrund der Lautstärke seinen 53-jährigen Mitbewohner auf die Palme brachte. Laut Anklage soll der 53-Jährige dann dem 46-Jährigen einen Hieb mit der Faust verpasst haben.

Der Strafbefehl, der daraufhin gegen ihn erlassen wurde, lautete über 90 Tagessätze zu 35 Euro, insgesamt also 3150 Euro. Gegen diesen legte der Angeklagte Einspruch ein, so dass nun vor dem Amtsgericht gegen ihn verhandelt werden musste.

Das Tatopfer, ein Restauranthelfer, berichtete in seiner Zeugenaussage, dass er gegen 23 Uhr nach Hause gekommen sei und dort telefoniert habe. Plötzlich sei der Angeklagte in der Türe gestanden und habe sich über die Lärmbelästigung beschwert. Er habe das Gespräch daraufhin beendet. Da habe sein Nachbar ihn unvermittelt mit der Faust gegen den Kinnwinkel geschlagen und ihn in das Zimmer gestoßen, wo er sich an der schrägen Mansarde habe abfangen wollen, bevor er rücklings auf das Bett gefallen sei. Daher seien seine Verletzungen gekommen, die von der Polizei dokumentiert worden seien.

Als der Richter ihn aufforderte, den Schlag zu demonstrieren, wusste er allerdings nicht mehr, ob dieser von rechts nach links oder umgekehrt aus geführt worden war. Unstrittig und auch vom Angeklagten zugegeben war dessen Schubsen des Tatopfers in das Zimmer. Weil er auch auf dem Weg zum Sprachunterricht vom Angeklagten beschimpft worden sei, habe er sich zu dieser Anzeige entschlossen.

Nach der in Augenscheinnahme der Verletzungsfotos erklärte der Vertreter der Staatsanwaltschaft, er hielte die vorgeworfene Körperverletzung für bewiesen und wegen eines fehlenden Geständnisses sei gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 35 Euro zu verhängen.

Richter Dirk Dombrowski gestand dem Angeklagten zu, dass er, angesichts der Schilderung des Tatopfers, wohl kaum geschlagen habe. Allerdings habe es sicher dieses Schubsen gegeben, wobei er eine Verletzung des Tatopfers billigend in Kauf genommen habe. Damit sei der Tatbestand einer vorsätzlichen Körperverletzung erfüllt. Er belegte den Angeklagten mit einer Strafe von 15 Tagessätzen zu je 20 Euro. Theo Auer

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