Winterschlussverkauf läuft bereits auf vollen Touren

Hit für Schnäppchenjäger

Die Schaufensterpuppen - hier bei Peek & Cloppenburg - werden feingemacht für die heiße Phase des Winterschulssverkaufs. Foto : schlecker
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Die Schaufensterpuppen - hier bei Peek & Cloppenburg - werden feingemacht für die heiße Phase des Winterschulssverkaufs. Foto : schlecker

Rosenheim - Rabatte von 50 Prozent und teilweise noch weit darüber hinaus - Schnäppchenjäger fühlen sich bei einem Bummel durch die Stadt derzeit wie im Eldorado. Es gibt kaum ein Schaufenster, an dem nicht enorme Preisreduzierungen locken. Egal, ob der Einsatz des Rotstiftes nun als "Sale", "Abverkauf" oder "WSV" betitelt wird: Der Kunde kann zur Zeit beim Einkauf kräftig sparen, auch wenn sich die Lager im Vergleich zu den Vorjahren nicht mehr so gut gefüllt präsentieren. Der frühe Winterbeginn sorgte dafür, dass sich warme Hosen, Jacken und Pullover schon zu regulären Preisen gut verkauften.

Trotz der in den vergangenen Jahren geschwundenen Bedeutung des Schlussverkaufs plädiert auch heuer wieder der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels für einen gemeinsamen Termin. Nicht nur die Kunden wünschten sich das, sondern auch die Mehrheit der Geschäftsleute.

Tatsächlich erachten auch viele Rosenheimer Einzelhändler den WSV als immer noch unbedingt nötig. "Damit macht man ja nicht nur den Kunden eine Freude. Wir müssen die Lager zu diesem Zeitpunkt räumen, um Platz für die Frühjahrskollektion zu schaffen", sagt Anita Melzer, Geschäftsführerin bei Peek & Cloppenburg.

Wie bereits in vielen anderen Rosenheimer Geschäften erfolgte auch bei P&C der Startschuss für den Winterschlussverkauf vor Weihnachten. Jetzt werden viele Einzelstücke, die sich bisher nicht verkaufen ließen, noch einmal reduziert.

"Rabatte gibt es jetzt in allen Branchen"

Schnäppchen finden sich in fast allen Läden. Schlussverkauf ist nicht nur etwas, was für den Textilhandel wichtig ist, wie Gerhard Buluschek, Vorsitzender des Rosenheimer Einzelhandelsverbandes und Inhaber von "Tavola", bestätigt: "Artikel zu enorm günstigen Preisen findet man jetzt in allen Branchen." Manchmal müssten Händler Artikel sogar über die "Schmerzgrenze" hinaus reduzieren. "Das ist nicht immer einfach. Da kauft man ein Teil, weil man es schön findet und stellt dann fest, dass die Allgemeinheit das anders sieht. Manches wird am Schluss fast verschenkt. Das ist eben so und muss einkalkuliert werden", so Buluschek.

Die Textilbranche wirbt mit Reduzierungen bis zu 80 Prozent und manchmal sogar noch darüber hinaus. Etwas verhaltener sieht es bei Schuhgeschäften aus. "Im Regelfall können sich unsere Kunden derzeit über Nachlässe so um die 20 Prozent freuen", meint dazu Karl Georg Reindl vom gleichnamigen Schuhgeschäft. Allerdings kann er, wie die meisten anderen Rosenheimer Händler, in diesem Jahr seinen Kunden nicht so viele Schnäppchen präsentieren. "Die Wintersaison lief sehr gut. Winterschuhe ließen sich unglaublich gut verkaufen", freut sich Reindl.

Ebenso zufrieden mit dem regulären Wintergeschäft zeigt sich Achim Wippermann, Inhaber von "Intersport-Ankirchner". Er spricht von einem "überragenden Winter". Im Gegensatz zur allgemeinen Textil- und Schuhbranche setze im Sportbereich die Preisreduzierung zum Saisonende etwas später ein. Während vielerorts in der Stadt schon vor Weihnachten mit Rabatten geworben wurde, startet bei Ankirchner die "heiße Phase" für Schnäppchenjäger erst am Montag.

Ab da lohnt es sich aber auch, in den anderen Geschäften noch einmal vorbeizuschauen. Um die Lager für den Modefrühling zu räumen, lassen sich viele Händler für ihre Kunden noch einmal ganz besonders attraktive Reduzierungsaktionen einfallen. Das Modehaus Röther macht da keine Ausnahme. "Da tut sich bei uns noch einiges", verspricht Filialleiterin Marion Minow. Mit dem bisherigen Verlauf des Schlussverkauf zeigt sie sich ebenso zufrieden wie Barbara Ruppert bei C&A. "Warme Kleidung ließ sich bereits zu regulären Preisen hervorragend verkaufen und jetzt zieht der Schlussverkauf noch einmal viele Kunden an", erzählt die Teamleiterin.

Die Boutique "Beo" ist schon ganz auf den Frühling eingestellt. Am heutigen Samstag Schlussverkaufs- Endspurt. Danach bekommen die Räume einen frischen Anstrich und der Winter ist bei "Beo", zumindest von der modischen Seite her gesehen, vorbei.

Auch beim Kaufhaus Karstadt hält der Frühling seit einigen Wochen schon nach und nach Einzug. "Das ist ein fließender Übergang und kein abruptes Ende. Ständig trifft derzeit neue Ware ein - und dafür muss die Winterware weichen", erklärt Filialleiter Matthias Ecke. Auch er zeigt sich mit dem Kaufverhalten sehr zufrieden: "Es läuft hervorragend."

Ähnliche Worte findet auch Paul Adlmaier, geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Männermodehauses und Vorsitzender des Vereins City-Management: "Wir sind sehr zufrieden." Auch er kann seinen Kunden trotz guter Saison noch etliche Schnäppchen bieten, ebenso wie das Modehaus Schnell. Bis zu 50 Prozent wurde dort reduziert, und die Kunden haben sich auch in diesem Geschäft über die preisgünstigen Einzelstücke sehr gefreut. Bei "Mode Schnell" teilt man derzeit eine Beobachtung mit vielen anderen Einzelhändlern: "Beim Schlussverkauf kommen nicht mehr nur Stammkunden. Da gibt es viele echte Schnäppchenjäger. Die kommen ganz gezielt in die Stadt, um die Augen nach besonders günstigen Angeboten offen zu halten." wu

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