Unfall mit zwei toten Frauen im Jahr 2016

Samerberg-Prozess wegen Formfehler neu aufgerollt: Termine am Landgericht stehen fest

Samerberg-Prozess: Das Landgericht Traunstein muss die Verhandlung gegen einen Unfallbeteilligten voraussichtlich ab Mai neu führen. Foto dpa
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Samerberg-Prozess: Das Landgericht Traunstein muss die Verhandlung gegen einen Unfallbeteilligten voraussichtlich ab Mai neu führen. Foto dpa

Die juristische Aufarbeitung der Todesfahrt im November 2016, die zwei junge Frauen vom Samerberg das Leben kostete, wird so schnell kein Ende finden. Immerhin ist nun ein Termin für die Revision in Sicht. Das Urteil gegen einen Unfallbeteiligten aus Riedering war aufgehoben worden.

Update 11. Februar

Prozess gegen Unfallfahrer aus Riedering: Termine stehen fest

Die Erste Strafkammer am Landgericht Traunstein rollt das Verfahren gegen einen 27-jährigen Riederinger ab 27. Mai neu auf. Der sechstägige Prozess wird am 1., 2., 8., 9. und 15. Juni fortgesetzt.

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Der Artikel vom 3. Februar

Rosenheim/Traunstein – Wie es von Seiten des Landgerichts Traunstein hieß, werde die Wiederaufnahme des Prozesses wohl Ende Mai beginnen. Bis Mitte Juni seien insgesamt sieben Verhandlungstermine vorgesehen. Das Oberste Bayerische Landesgericht (OLG) in München hatte im Sommer 2020 das Urteil gegen einen der beiden Verurteilten, den BMW-Fahrer aus Riedering, aufgehoben.

Ein formaler Fehler genügt für die Revision

Grund für diese Aufhebung: Während des Prozesses am Landgericht war gegen den anderen Angeklagten auch wegen eines illegalen Autorennens verhandelt worden. Dabei verließ der Riederinger mit seinem Anwalt den Gerichtssaal, was der Richter mit einer Handbewegung genehmigt hatte. Für diese Erlaubnis hätte das Gericht aber einen formellen Beschluss benötigt.

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Das OLG sah darin einen „absoluten Revisionsgrund“ und hob das Urteil von zwei Jahren und drei Monaten auf, um den Prozess an das Landgericht Traunstein zurückzuverweisen. Wie Gerichtssprecherin Andrea Titz mitteilte, sei die lange Frist bis zur Revision nicht Corona geschuldet, sondern der schwierigen Terminsuche mit den Anwälten des Riederingers.

Eine Tragödie vor vier Jahren

Der schlimme Unfall an der Miesbacher Straße in Rosenheim, der im November 2016 zwei junge Frauen vom Samerberg das Leben kostete, bewegt die Region bis heute. Damals war ein Ulmer mit seinem Golf frontal in den Wagen der Samerbergerinnen gefahren. Zwei BMWs hatten ihn, so lautete seine Version des Unfallgeschehens, bei seinem fatalen Überholversuch nicht mehr einscheren lassen. In erster Instanz vor dem Amtsgericht Rosenheim war er zu zwei Jahren auf Bewährung, die beiden BMW-Fahrer zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt worden.

Die Berufung war schon 2019 gescheitert

Die beiden BMW-Fahrer aus Riedering, beziehungsweise Kolbermoor legten dagegen Berufung ein, wurden aber im November 2019 vom dem Landgericht Traunstein abgeschmettert, wobei die Strafe für den Kolbermoorer auf zwei Jahre und fünf Monate verschärft wurde. Dagegen wurde Revision beantragt - und im Falle des Riederingers gab das OLG auch statt. Der Prozess geht im Mai daher in die dritte Runde – komplett, mit Beweisaufnahme, über vier Jahre nach der tödlichen Fahrt.

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