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Unfall mit zwei toten Frauen im Jahr 2016

Samerberg-Prozess wegen Formfehler neu aufgerollt: Sebastian M. wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Samerberg-Prozess: Das Landgericht Traunstein muss die Verhandlung gegen einen Unfallbeteilligten voraussichtlich ab Mai neu führen. Foto dpa
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Samerberg-Prozess: Das Landgericht Traunstein muss die Verhandlung gegen einen Unfallbeteilligten voraussichtlich ab Mai neu führen. Foto dpa

Die juristische Aufarbeitung der Todesfahrt im November 2016, die zwei junge Frauen vom Samerberg das Leben kostete, soll mit einer weiteren Gerichtsverhandlung ein Ende finden. Am 27. Mai wird der Prozess gegen den Unfallbeteiligten Sebastian M. eröffnet. Ihm wird erneut fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Update 19. Mai

Strafverfahren gegen Sebastian M. wegen fahrlässiger Tötung

In dem Berufungsverfahren gegen Sebastian M. wegen fahrlässiger Tötung („Samerberg-Prozess“) beginnt am Donnerstag, 27. Mai, von Neuem die Hauptverhandlung gegen einen der ursprünglich drei Angeklagten. Das teilt das Landgericht Traunstein heute in einer Presseerklärung mit.

Die weitere Pressemeldung im Wortlaut:

Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, bei einem Überholmanöver am 20. November 2016 gegen 21 Uhr auf der Miesbacher Straße im Gemeindegebiet Rosenheim einen überholenden PKW vorsätzlich am Einscheren gehindert zu haben und so eine Kollision zwischen dem überholenden Fahrzeug und einem entgegenkommenden PKW mitverursacht zu haben. Infolge der Kollision verstarben die Fahrerin und eine Mitfahrerin des entgegenkommenden PKWs, die Beifahrerin überlebte schwer verletzt.

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Rosenheimer Raserprozess – Vater sagt: „Um den Tod der beiden Mädchen geht es nicht mehr“

Das Strafverfahren richtete sich ursprünglich nicht nur gegen den jetzigen Angeklagten, sondern auch gegen den Fahrer des überholenden PKWs sowie den Fahrer des vorausfahrenden PKW. Die beiden letzteren sind inzwischen u.a. wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung rechtskräftig zu Freiheitsstrafen von 1 Jahr 8 Monaten mit Bewährung bzw. 2 Jahren 5 Monaten verurteilt worden. Das Urteil gegen Sebastian M. wurde in der Revisionsinstanz aufgrund eines Formfehlers aufgehoben und zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht Traunstein zurückverwiesen.

In unserem Dossier finden Sie alle weiteren Artikel rund um die Raserprozesse.

Das Verfahren wird ab dem 27. Mai vor der 1. Strafkammer des Landgerichts Traunstein unter dem Vorsitz von Vorsitzender Richterin am Landgericht Will neu aufgerollt. An insgesamt 7 Verhandlungstagen sind bislang 40 Zeugen und ein Sachverständiger geladen.

Bislang wurden folgende Sitzungstage festgesetzt:

  • Donnerstag, 27. Mai
  • Dienstag, 01. Juni
  • Mittwoch, 02. Juni
  • Dienstag, 08. Juni
  • Mittwoch, 09. Juni
  • Donnerstag, 10. Juni
  • Dienstag, 15. Juni

Die Sitzungen finden jeweils im Saal B 33 (Schwurgerichtssaal) statt, Sitzungsbeginn ist jeweils um 09.30 Uhr.

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Update 11. Februar

Prozess gegen Unfallfahrer aus Riedering: Termine stehen fest

Die Erste Strafkammer am Landgericht Traunstein rollt das Verfahren gegen einen 27-jährigen Riederinger ab 27. Mai neu auf. Der sechstägige Prozess wird am 1., 2., 8., 9. und 15. Juni fortgesetzt.

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Der Artikel vom 3. Februar

Rosenheim/Traunstein – Wie es von Seiten des Landgerichts Traunstein hieß, werde die Wiederaufnahme des Prozesses wohl Ende Mai beginnen. Bis Mitte Juni seien insgesamt sieben Verhandlungstermine vorgesehen. Das Oberste Bayerische Landesgericht (OLG) in München hatte im Sommer 2020 das Urteil gegen einen der beiden Verurteilten, den BMW-Fahrer aus Riedering, aufgehoben.

Ein formaler Fehler genügt für die Revision

Grund für diese Aufhebung: Während des Prozesses am Landgericht war gegen den anderen Angeklagten auch wegen eines illegalen Autorennens verhandelt worden. Dabei verließ der Riederinger mit seinem Anwalt den Gerichtssaal, was der Richter mit einer Handbewegung genehmigt hatte. Für diese Erlaubnis hätte das Gericht aber einen formellen Beschluss benötigt.

Das OLG sah darin einen „absoluten Revisionsgrund“ und hob das Urteil von zwei Jahren und drei Monaten auf, um den Prozess an das Landgericht Traunstein zurückzuverweisen. Wie Gerichtssprecherin Andrea Titz mitteilte, sei die lange Frist bis zur Revision nicht Corona geschuldet, sondern der schwierigen Terminsuche mit den Anwälten des Riederingers.

Eine Tragödie vor vier Jahren

Der schlimme Unfall an der Miesbacher Straße in Rosenheim, der im November 2016 zwei junge Frauen vom Samerberg das Leben kostete, bewegt die Region bis heute. Damals war ein Ulmer mit seinem Golf frontal in den Wagen der Samerbergerinnen gefahren. Zwei BMWs hatten ihn, so lautete seine Version des Unfallgeschehens, bei seinem fatalen Überholversuch nicht mehr einscheren lassen. In erster Instanz vor dem Amtsgericht Rosenheim war er zu zwei Jahren auf Bewährung, die beiden BMW-Fahrer zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt worden.

Die Berufung war schon 2019 gescheitert

Die beiden BMW-Fahrer aus Riedering, beziehungsweise Kolbermoor legten dagegen Berufung ein, wurden aber im November 2019 vom dem Landgericht Traunstein abgeschmettert, wobei die Strafe für den Kolbermoorer auf zwei Jahre und fünf Monate verschärft wurde. Dagegen wurde Revision beantragt - und im Falle des Riederingers gab das OLG auch statt. Der Prozess geht im Mai daher in die dritte Runde – komplett, mit Beweisaufnahme, über vier Jahre nach der tödlichen Fahrt.

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