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„Es bringt nichts“

Fahren zu Stoßzeiten keine Busse mehr nach Rosenheim? Was für die Zukunft des ÖPNV geplant ist

Besser aufeinander abgestimmt sollen die Busse für den Stadtverkehr in Rosenheim mit den Regionalbussen in den Landkreis werden (hier die Station am Bahnhof).
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Besser aufeinander abgestimmt sollen die Busse für den Stadtverkehr in Rosenheim mit den Regionalbussen in den Landkreis werden (hier die Station am Bahnhof).
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Seit November zeichnet der Regionalverkehr Oberbayern für den Stadtbusverkehr in Rosenheim verantwortlich. Hiervon verspricht sich der Geschäftsführer der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft, Oliver Kirchner, eine größere Flexibilität für das künftige Angebot. Andere Dinge, findet er, sollte man vielleicht lieber gleich lassen.

Rosenheim – Kein Busverkehr nach Rosenheim zwischen 7.30 und 9 Uhr. Das ist eine Idee von Oliver Kirchner. Denn: „Es bringt nichts“, wie er sagt. Die Strecken in die Stadt seien in dieser Zeit schier überlastet, die Verspätungen betrügen mitunter bis zu 65 Minuten. Und auch die Busspuren seien endlich, sprich: Am Ende müssen sich die Fahrzeuge so oder so in den fließenden Verkehr einfädeln.

Im Prinzip nicht schlecht

Seit Anfang des Jahres ist Oliver Kirchner Geschäftsführer der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft (RoVG). Rosenheim ist für ihn kein unbekanntes Pflaster. Bevor er seine heutige Stelle antrat, arbeitete er, wie er sagt, bereits für den Regionalverkehr Oberbayern (RVO), aber auch für die Firma Kroiss.

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Seine Gesellschaft bestellt das Fahrangebot der Busse in Rosenheim. Er weiß um die Befindlichkeiten und Reibereien zwischen Kroisss-Inhaber Ingmar Töppel und den Vertretern aus Verwaltung und Politik. Aus diesen will er sich aber bewusst heraushalten.

Linien besser verschränken

Auf einer Veranstaltung der Grünen stellt Kirchner vor, was ihm für den Rosenheimer ÖPNV künftig vorschwebt. Und um es vorwegzunehmen: Der Verkehrsplaner findet das Angebot in Rosenheim im Prinzip „gar nicht so schlecht“: ein 30-Minuten-Takt auf den meisten Linien, Nachtbusse, die zumindest in Vor-Corona-Zeiten die Haltestellen bis 4 Uhr bedienten. Auch für die Verbindung zur Kastenau hält Kirchner diesen Rhythmus für sinnvoll, wo der Bus derzeit nur stündlich verkehrt.

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Alles andere sei nicht mehr zeitgemäß. Der RoVG-Geschäftsführer kann sich vorstellen, die Regional- und Stadtbuslinien besser miteinander zu verschränken. Leerfahrten der Regionalbusse könnten beispielsweise für Stadtbusverbindungen genutzt werden, die Fahrtakte noch kürzer werden.

Auch Busse an Sonn- und Feiertagen

Eine Sache, die Kirchner besonders wurmt, ist: An Sonn- und an einem Großteil der Feiertage bleiben die Busse im Depot, stattdessen sollen die ÖPNV-Nutzer auf Anrufsammeltaxis zurückgreifen. Hier ist eine Stellschraube, an denen der RoVG-Geschäftsführer gerne auf jeden Fall drehen möchte.

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Das will aber schon Kroiss-Geschäftsführer Töppel testweise probiert haben, wie dieser im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen schildert. Zumindest für die verkaufsoffenen Sonntage. Doch durch die Pandemie habe diese Testphase ein jähes Ende gefunden.

Mehr Geld für den ÖPNV

So oder so: Dass dies für die Stadt Rosenheim zwangsläufig bedeutet, sich stärker an der Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs zu beteiligen, macht Kirchner mit einem Satz deutlich: „Mit dem ÖPNV kann man kein Geld verdienen.“ Wie viel Geld Rosenheim nunmehr in den Nahverkehr steckt, darüber schweigt sich die Stadt aus und verweist auf nicht öffentliche Vereinbarungen mit dem RVO.

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Seit November liegt der Regionalverkehr Rosenheim nicht mehr in der Hand des Rosenheimer Stadtverkehrs. Die Konzession zum Betrieb der Linien innerhalb des Stadtgebiets ging an den Regionalverkehr Oberbayern. Bislang betrieb die Rosenheimer Firma Kroiss den Busverkehr eingenwirtschaftlich, also ohne nennenswerte Zuschüsse der Stadt als Aufgabenträgerin. Mit dem merklichen Einbruch der Fahrgastzahlen fiel dieses Modell jedoch in sich zusammen, nur noch rund ein Viertel der bisherigen Fahrgäste nutzten noch den Bus.

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Vom RVO als neuem Konzessionsinhaber verspricht sich Oliver Kirchner eine neue Flexibilität, die mit der eigenwirtschaftlich fahrenden Firma Kroiss so nicht möglich gewesen wäre. Wünsche, sofern sie bezahlt werden, seien nunmehr erfüllbar. Darunter: die Anbindung des Romed-Klinikums in Rosenheim an das Liniennetz. Mit dem Fahrplanwechsel ab 12. Dezember soll die Linie sechs das Krankenhaus anfahren.

Eingliederung in den MVV

Ändern möchte Kirchner ebenfalls, dass Busse aus und in die Stadtteile eine allzu große „Rundreise“ durch die Innenstadt machen müssen, die Linien sollen direkter ausfallen, Fahrzeiten dadurch kürzer werden. Bliebe noch die Frage, ob auch eine Anbindung an den Münchener Verkehrsverbund (MVV) in absehbarer Zeit möglich wäre. Hier verweist Kirchner auf die Rosenheimer Stadt- und Kreispolitik, die im kommenden Jahr darüber befinden will, ob der lokale ÖPNV im MVV aufgehen soll.

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