Vier Betroffene erzählen

Rosenheims Jugend im Corona-Blues: „Ich kenne es nur mit FFP2-Maske“

Situation im Lockdown: Schule und Ausbildung leiden unter der Corona-Krise. Viele Jugendliche haben sich mit dem im Moment stattfindenden Online-Unterricht zwar arrangiert, vermissen aber die Normalität und eine klare Trennung von Schule und Zuhause.
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Situation im Lockdown: Schule und Ausbildung leiden unter der Corona-Krise. Viele Jugendliche haben sich mit dem im Moment stattfindenden Online-Unterricht zwar arrangiert, vermissen aber die Normalität und eine klare Trennung von Schule und Zuhause.
  • vonKilian Schroeder
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Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen greifen massiv in das Leben der Jugendlichen ein. Eine Geschichte darüber, wie Jugendliche die Krise erleben.

Rosenheim – Onlineunterricht, Ausbildung unter neuen Bedingungen und Studienstart vor dem Bildschirm – besonders für junge Menschen ändert sich während Corona viel. Doch nicht nur Schule und Ausbildung leiden darunter, für viele ist es auch unmöglich, Ausgleich zum Arbeitsalltag zu finden oder neue Menschen kennen zu lernen. Vier Rosenheimer Jugendliche erzählen davon, wie es ist, während einer Pandemie erwachsen zu werden.

„Keine Trennung zwischen Schule und Zuhause“

Jonas Gerg

Jonas Gerg, 17, Schüler: „Inzwischen bin ich den Lockdown gewohnt, ich habe mich damit arrangiert. Ich bin gerade in der Abiturvorbereitung, aber die Motivation geht vor dem Bildschirm wirklich runter. Es ist nicht mehr so einfach zwischen Schule und Zuhause zu trennen, man kommt nicht mehr so raus.

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Ich vermisse da auch den Ausgleich den man hat, wenn man sich mal mit mehr als einer Person trifft. Auch auf Partys mal wieder direkten Kontakt mit anderen Menschen zu haben, das geht mir ab. Ich bin eher so der Gruppentyp, da stören mich die Einschränkungen schon – das ist mir jetzt auch mehr bewusst geworden.“

Besuche in Österreich fehlen

Carina Draxinger

Carina Draxinger, 21, Ausbildung zur anästhesietechnische Assistentin: „Ich war, bevor ich meine Ausbildung begonnen habe, noch im Praktikum im Klinikum. Letztendlich kenne ich es gar nicht anders als mit FFP2-Maske. Ich versuche mir zurzeit so bisschen einen anderen Ausgleich zu suchen mit Joggen oder Lernen, jetzt wo alles in der Stadt zu hat.

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Aber ich vermisse es, enge Freunde in Österreich zu besuchen. Wir schreiben zwar miteinander, aber Videochats oder Telefonate sind eher selten, weil wir alle arbeiten müssen. Aber ich habe es zu schätzen gelernt, bei uns in die Berge zu gehen – das ist auch das Erste, was ich nach dem Lockdown vorhabe: eine ordentliche Bergtour.“

„Präsenzunterricht ist angenehmer

Felix Jaiser, 17, Schüler: „Mittlerweile funktioniert die Online-Schule ganz gut, auch wenn man in manchen Konferenzen mal mehr, mal weniger lernt. Der Präsenzunterricht ist deutlich angenehmer. Der Unterricht wird erst interessant, wenn man wirklich miteinander interagiert. Da vermisse ich jetzt sehr die sozialen Kontakte mit den anderen Schülern. Ich mache zwar viel mit der Familie und versuche die Zeit für Sport zu nutzen. Wir haben auch einen Garten, da kann ich wenigstens hin und wieder mal raus. Aber mal wieder mit zwei oder mehr Freunden Eishockey spielen, darauf hätte ich Lust.“

Nur online in Kontakt

Antonia Jakob

Antonia Jakob, 19, Studentin: „Im Oktober bin ich noch motiviert nach Passau gezogen, um mein Lehramtsstudium zu beginnen – aber das Studium war dann natürlich nicht so wie ich mir das vorgestellt hatte. Es war sehr schwer, speziell am Anfang, mit Menschen online in Kontakt zu kommen.

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Da ging es mit auch nicht gut, bis ich dann wieder nach Hause nach Rosenheim gefahren bin. Ich genieße es auch, daheim zu sein. Und man gewöhnt sich an das Online-Semester, aber natürlich würde ich gerne in die Uni fahren. Ich telefoniere öfter mit Freunden oder Kommilitonen zum Lernen. Aber so diese Geselligkeit, mal mehr Freunde auf einmal treffen und sich austauschen, das vermisse ich.

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