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ANTRAG DER STADTRATSFRAKTION

Rosenheims Grüne wollen mit zeitweisen Spielstraßen mehr Platz zum Austoben schaffen

Zeitweise Spielstraßen: Rosenheims Grüne sehen hierdurch eine Möglichkeit, auch in Pandemiezeiten mehr Platz für Familien zu schaffen.
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Zeitweise Spielstraßen: Rosenheims Grüne sehen hierdurch eine Möglichkeit, auch in Pandemiezeiten mehr Platz für Familien zu schaffen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Mit sogenannten „Sommerstraßen“ wollen die Rosenheimer Grünen gerade in dicht besiedelten Stadtteilen mehr Raum schaffen. Vor allem, damit Familien in kleinen Wohnungen Alltagsoptionen bekommen – jenseits der eigenen vier Wände.

Rosenheim – Es fehlt so vieles: Sportvereine, Jugendräume, Platz zum Spielen. Damit, so die Befürchtung der Rosenheimer Grünen, wachsen die Probleme für Familien. Gerade in solchen, die mit wenig Wohnraum auskommen müssen. Und die betroffenen Kinder leiden, die Stimmung: mäßig bis verbittert.

Entsprechend hofft die Stadtratsfraktion, mit sogenannten Sommerstraßen ein wenig Druck aus dem sozialen Kessel nehmen zu können. Ihre Idee: in Stadtteilen mit hoher Bau- und Bevölkerungsdichte sollen einzelne Straßen für wenige Tage zu Spielstraßen werden, um Kindern und Jugendlichen und nicht zuletzt Familien ein wieder mehr Raum zu geben: zum Spazieren, und eben: zum Spielen.

Aus Deutschlands Hauptstadt mitgebracht

Darüber hinaus schlagen die Grünen vor, entlang dieser Straßen gemeinsam mit sozialen Trägern Aktionen umzusetzen, um im tristen Corona-Alltag wieder mehr Farbe in die Quartiere zu bringen.

Auf die Idee kam Grünen-Stadtrat Franz Opperer nach einem Berlinbesuch.

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Dort sei er über eine solche zeitweise Spielstraße gestolpert. Eltern hätten sich mit örtlichen Vereinen zusammengeschlossen und diese Kurzsperrung bei der Verwaltung ihres Stadtbezirks durchgesetzt.

Einzelne Straßen zum Wochenende sperren

Das Prinzip: Zum Samstagabend sind einzelne Straßen zunächst für den stehenden Verkehr gesperrt, am folgenden Sonntag schließlich für alle motorisierten Teilnehmer. Das schaffe neue Möglichkeiten für die Anwohner, um sich – wenn auch auf Abstand – zu begegnen. Denn „Das Wichtigste, was wir in der Pandemie in den Städten schaffen müssen, sind Raum und Platz“, ist der Grünen-Fraktionschef überzeugt.

In drei Berliner Bezirken möglich

Cornelia Dittrich aus Berlin-Friedrichshain kam schon 2011 auf die Idee, solche temporären Spielstraßen einzurichten. Der Durchbruch gelang wiederum erst im vergangenen Jahr mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Federführend ist seitdem das Berliner „Bündnis Temporäre Spielstraßen“, das Dittrich nach außen vertritt.

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Auch in der Hauptstadt war ein Beschluss des Bezirksorgans notwendig, mit dem die Verwaltung den Auftrag erhielt, solche zeitweisen Sperrungen möglich zu machen. Drei Bezirke der Bundeshauptstadt machen inzwischen mit: neben Friedrichshain auch Neukölln und Pankow.

Verwaltung und Nachbarschaft müssen mitspielen

Doch neben der Verwaltung muss auch die Nachbarschaft mitspielen. Ohne Helfer laufe nichts, wie Dittrich schildert. Der Aufwand halte sich dabei in Grenzen. Die Lotsen müssten nur die Sperren für die Straße aufstellen. „Es ist keine Veranstaltung, die Straße ist nach wie vor öffentlicher Raum und jeder haftet für sich selbst“, betont sie.

Es ist keine Veranstaltung, die Straße ist nach wie vor öffentlicher Raum und jeder haftet für sich selbst.

Cornelia Dittrich, Berliner „Bündnis Temporäre Spielstraßen“

Der Zuspruch in Berlin sei zwar zu Beginn eher verhalten ausgefallen, doch mit der Zeit stetig gestiegen. Und Bedarf für solche Sommerstraßen sieht Rosenheims Grünen-Fraktionschef Opperer auch in Rosenheim. Zumal: „Dass wir nach Ostern und Pfingsten wieder in den Urlaub fahren können, sehe ich nicht“, befürchtet er.

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Wie lange man noch mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie leben müsse, sei noch nicht absehbar. Da brauche es Alternativen. Und die brauche es schnell. mahnt Opperer, die soziale Verwerfungen der Corona-Beschränkungen nicht zu unterschätzen. „Entweder gibt es ein Leben nach der Pandemie oder wir müssen uns darauf einrichten, mit der Pandemie zu leben.“

Keine Parkplatzreduktion durch die Hintertür

Dabei ist ihm klar, dass der Antrag seiner Fraktion gerade bei Autofahrern nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen dürfte. Er beruhigt „Es geht nicht darum, durch die Hintertür Parkplätze abzubauen, sondern ein Angebot für Rosenheim zu schaffen.“ Zumal die Sommerstraßen nicht in Stein gemeißelt seien. Vorstellen könne er sich beispielsweise eine Rotation der betroffenen Wege, zeitlich wie örtlich.

Der Antrag seiner Fraktion sei nur ein Baustein, die Auswirkungen der Pandemie für Rosenheims Familien erträglich zu halten. Zumal es auch in der Vergangenheit schon Aktionen gegeben habe, um diesem Problem entgegenzuwirken: Pop-up-Radwege, der „Sommer in Rosenheim“. Man werde sehen, was nach dem Ende der coronageprägten Zeit hiervon noch übrig bleibe.

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