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Herzblut, Teamgeist und Hartnäckigkeit

Rosenheimer Theaterverein Premierenfieber zeigt das Stück „Der kleine Horrorladen“

Seymour (Stefan Thalmeier) stillt den nächtlichen Blutdurst seiner hungrigen Pflanze Audrey II.
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Seymour (Stefan Thalmeier) stillt den nächtlichen Blutdurst seiner hungrigen Pflanze Audrey II.

Little Shop of Horrors, die Gruselkomödie rund um den Blumenladen mit der blutdurstigen, menschenfressenden Monsterpflanze Audrey II, gehört zu den am häufigsten gespielten Musicalstücken ohne festen Spielort. Das junge Ensemble Premierenfieber bringt das Stück derzeit in Rosenheim auf die Bühne.

Rosenheim – – Das gelingt dem Ensemble so lustvoll und professionell, dass es nicht nur die helle Freude, sondern, in diesen komplizierten Zeiten, auch ein kleines Wunder ist.

Charakter einer Schulaufführung

Ein Kennzeichen hohen künstlerischen Niveaus ist es, dass man kaum merkt, wie hoch das Niveau tatsächlich ist, weil die Darbietung so leicht, so spielerisch und selbstverständlich wirkt und von der vorausgegangenen harten Arbeit nichts mehr zu merken ist.

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Das gilt auch für das Musical „Little Shop of Horrors“, das derzeit in Rosenheim aufgeführt wird. Dass es sich beim Spielort um die Aula des Ignaz-Günther-Gymnasiums handelt, verleiht dem Ganzen dezent den Charakter einer Schulaufführung, wozu auch der äußerst niedrige Ticketpreis von fünf Euro beiträgt.

Aber man muss nicht zur Schulfamilie gehören, um hingehen zu dürfen, zum Glück. Denn es lohnt sich für alle, die Freude an toll gemachtem Musiktheater haben, aber auch für all diejenigen, die einfach ein wenig Aufmunterung gebrauchen können.

Erschwerte Probenzeit aufgrund von Corona

Die Künstlergruppe im Alter zwischen 20 und 30, deren Mitglieder in München, Rosenheim oder Salzburg leben, hat sich von den erschwerten Umständen durch die Pandemie nicht beeindrucken lassen. Wenn echte Treffen nicht gingen, gab es eben Zoom-Treffen, zum Beispiel für die Band- und Gesangsproben oder für Besprechungen des Regie-Teams.

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Die kleinste Audrey II wurde einfach selbst gebastelt, die größeren beiden ausgeliehen, zur Finanzierung des Stücks kurzerhand ein Verein gegründet und auch eigenes Geld in die Hand genommen. Eine Doppelbesetzung für den Krankheitsfall gab es nicht – auch hier also volles Risiko. Alles ist gut gegangen; am 31. Oktober war, wie berichtet, Premiere.

Die Handlung

Wenn seitdem die drei Straßengören Crystal, Ronette und Chiffon (Johanna Ferlic, Elisabeth Sedlmayr, Laura Kannopka) ihre lässig-augenzwinkernde Choreografie präsentieren, Orin Scrivello (Philipp Remold), der verrückte Zahnarzt mit den Lachgasanfällen, grandios sein Bühnenleben aushaucht, Audrey I (Anna Remold) in den Armen Seymours (Stefan Thalmeier) einen dramatischen Pflanzenbisstod stirbt und die Menschenpflanze Audrey II (Lukas Gahabka) als diabolische Rampensau dem Publikum ihr „Feeeeed meeeee!“ entgegendonnert, dann ist das einfach nur hinreißend und überzeugend.

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Und umso beeindruckender, als zwar alle Beteiligten in Freizeit oder Studium schon Erfahrung auf oder hinter der Bühne gesammelt, bisher aber noch nie ein eigenes Theaterstück oder Musical auf die Beine gestellt haben.Regie, Requisite, Bühnenbild, Werbung, Finanzierung – alles ist in der Hand des Premierenfieber-Teams geblieben.

Perfektes Zusammenspiel

Die Aufführung zeigt also nicht nur ein bekanntes Musical-Stück auf hohem Niveau, nicht nur Talent und Spielfreude junger Künstler und Musiker, nicht nur ein perfektes Zusammenspiel zwischen den Darstellern und der erstklassigen, sehr groovigen fünfköpfigen Band.

Es zeigt auch noch etwas, dass weit darüber hinausreicht: was Menschen erreichen können, wenn sie sich mit Energie, Herzblut, Teamgeist, Hartnäckigkeit und der festen Überzeugung, auch etwas Großes auf die Beine stellen zu können, zusammentun.

Beeindruckend ist das immer, in Zeiten wie diesen umso mehr.

Die nächste Aufführung findet am 20. November um 19.30 Uhr, in der Aula des Ignaz-Günther-Gymnasiums in Rosenheim statt. (red)

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