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Große Freude bei Künstler Toninho Dingl

Warum ein Rosenheimer Süßigkeitenautomat in der Kunstmesse „Misa“ in Berlin hängt

Ein Blick in die Kunstmesse „Misa“: Hier hängt die Installation des „Süßigkeitenautomat Rosenheim“ neben einem Werk von Marcel Frey.
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Ein Blick in die Kunstmesse „Misa“: Hier hängt die Installation des „Süßigkeitenautomat Rosenheim“ neben einem Werk von Marcel Frey.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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In der ehemaligen Kreuzberger Kirche St. Agnes in Berlin findet noch bis Sonntag die Kunstmesse „Misa“ der Galerie König statt. Zu sehen sind 250 Werke bekannter und neu entdeckter Künstler. Auch das Bild eines Süßigkeitenautomaten aus Rosenheim hat es in die Ausstellung geschafft.

Rosenheim/Berlin/Altötting – Mitten in Berlin, zwischen Werken von Martin Kippenberger, Katharina Grosse und Daniel Richter hängt der grüne Süßigkeitenautomat mit aufgemalten Stickern von Toninho Dingl. Ein Werk, das der Künstler aus Altötting bereits im vergangenen Jahr gefertigt hat. Es zeigt einen Automaten aus Rosenheim. Während das Original auch weiterhin in der Sandstraße zu finden ist, hängt die Attrappe seit einigen Tagen auf der Berliner Kunstmesse „Misa“. „Mir bedeutet es unheimlich viel, dass ich bei der Ausstellung dabei sein darf“, sagt Dingl.

Seit acht Jahren Künstler

Der 33-Jährige ist seit acht Jahren Künstler und hat, wie berichtet, unter anderem eine Schwäche für alte Automaten. Er verbindet damit Dinge wie Realität und Virtualität, liebt es, neue Wirklichkeiten zu schaffen, diese zu verdoppeln und das Reale mit dem Surrealistischen zu vermischen.

Der Automat: Täuschend echt sieht das Werk aus, das mittlerweile einen neuen Besitzer gefunden hat.

Fotos in den sozialen Medien

So kopiert er unter anderem eben Süßigkeitenautomaten. Er macht Fotos von den Originalen und bringt sie auf eine Leinwand. Mit der fertigen Attrappe macht er sich dann auf den Weg zum Original, fotografiert beide und lädt die Bilder in den sozialen Medien hoch.

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Dann packt er das Bild wieder ein und geht nach Hause. „Ich schaffe damit eine Scheinwelt. Die Leute denken, der Automat hängt immer noch dort, obwohl er längst wieder eingepackt.“

Aller Werke vor der Ausstellung verkauft

Das Konzept hat auch den bekannten, deutschen Galerist Johann König überzeugt, der gleich drei Werke von Toninho Dingl in seiner Ausstellung in Berlin zeigt.

Original und Täuschung: Toninho Dingl hat den Süßigkeitenautomaten in der Sandstraße in Rosenheim nachgestellt und eine Attrappe entworfen, die mittlerweile in einer Ausstellung in Berlin zu finden ist.

Lichtblick in der tristen Corona-Zeit

Ein Lichtblick, den der Künstler gebraucht hat. Denn die Pandemie ist auch an ihm nicht spurlos vorübergegangen. Alle Ausstellungen seien abgesagt worden, immer wieder habe er sich die Frage gestellt, ob die Kunst wirklich der richtige Weg ist, um seine Familie zu versorgen. Mittlerweile weiß er, dass er den richtigen Weg eingeschlagen hat. Das hat ihm auch Johann König bestätigt: „Er ist ein Shooting Star. Ich bin sehr zufrieden.“

Ideen in der Hinderhand

Die kommenden Monate will Dingl nutzen, um an weiteren Werken zu arbeiten. „Ich habe noch ein paar Ideen in der Hinderhand“, verrät er. Zudem hätten sich seit der Eröffnung der Ausstellung einige Sammler und Galeristen gemeldet, die an seiner Arbeit interessiert seien. Auch eine Ausstellung in Leipzig ist geplant.

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Den Rosenheimer Süßigkeitenautomaten hat laut Toninho Dingl übrigens eine private Sammlung aus Deutschland gekauft. „Ich freue mich über jeden, der meine Arbeit schätzt“, sagt der 33-Jährige.

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