Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Astronomie als trojanisches Pferd

Auf der Suche nach „unserem Platz im Weltall“ - 35 Jahre Sternwarte Rosenheim

Elmar Junker am Teleskop der Rosenheimer Sternwarte
+
Elmar Junker am Teleskop der Rosenheimer Sternwarte
  • Martin Lünhörster
    VonMartin Lünhörster
    schließen

Astronomie ist eine der ältesten Wissenschaften und ein Blick in den Sternenhimmel begeistert noch immer Menschen jeglichen Alters. Die Sternwarte an der Hochschule Rosenheim gewährt seit 35 Jahren einen Blick in die Unendlichkeit. Wer sie besuchen kann, was geboten ist.

Rosenheim - Hoch oben auf dem Dach der Hochschule Rosenheim steht seit nunmehr 35 Jahren eine Sternwarte. Sie dient nicht nur den Studierenden, sie ist auch für das breite Publikum geöffnet. Seit 1987 finden dort jeden Montag Führungen statt, die gut besucht sind. Um die 1000 Besucher pro Jahr blicken von dort aus in die Unendlichkeit des Weltalls. 

Prof. Dr. Elmar Junker übernahm 2005 die Führung der Sternwarte von deren Gründer Prof. Aribert Nieswandt. Ursprünglich entstand die Einrichtung im Zuge eines Studium Generale an der Hochschule, um den Studierenden beim Blick über den Tellerrand auch Einblicke in Fachbereiche zu geben, die nicht zu ihrem Studium gehören. Sprachen wurden und werden genauso angeboten wie Vorlesungen in Wirtschaft, Kommunikation, Geologie und eben in der Astronomie. Diese sind nach wie vor sehr beliebt bei den Studenten und sind immer ausgebucht. 

Beliebtes Ziel für Schulklassen

Am liebsten sind Prof. Junker aber die Grundschulklassen, die die Sternwarte regelmäßig besuchen. Sie zeigen die größte Neugier und sind mit Feuer und Flamme dabei. „Dinosaurier und Weltraum gehen immer”, sagt Junker und lächelt dabei. Auch bei ihm ist die Faszination der Weltraum merklich ungebrochen, stecke das Interesse doch in uns allen drin auf der Suche nach „unserem Platz im Weltall”. Teleskope seien dafür das perfekte Werkzeug, könne man doch damit auch aus Milliarden Kilometern Entfernung noch immer wissenschaftliche Entdeckungen machen. Junker blicke aber nach wie vor demütig in den Himmel, ob der Größe des Weltalls. 

Das Teleskop in Rosenheim erlaubt auch Blicke in die Sonne

Das Teleskop selbst sieht mit seinem 35 Zentimeter großen Spiegel beeindruckend groß aus, ist aber aus Sicht der Forschung zu klein, um wissenschaftlich arbeiten zu können. Nicht so wie die große Sternwarte auf dem Wendelstein, die mit einem zwei Meter großen Spiegel von der Ludwig-Maximilians-Universität in München betrieben wird. 

Die Rosenheimer Warte sieht Junker als auch Volkssternwarte, um das Interesse der Besucher für Naturwissenschaften zu wecken und den Studenten einen Einblick in neue Felder zu geben. 

Das Teleskop an der Rosenheimer Sternwarte hat einen Spiegeldurchmesser von 35 cm

In diesem Sinne lädt Elmar Junker regelmäßig Experten aus dem Bereich der Astronomie und Astrophysik an die Hochschule nach Rosenheim ein, um dort vor einem öffentlichen Publikum zu sprechen. 69 dieser Vorträge gab es bisher mit mehr als 17.000 Besuchern. Am Mittwoch, 19. Oktober, 19 Uhr, wird der 70. stattfinden. Im Zuge des 35. Geburtstags der Sternwarte wird in einem Festakt einen Rückblick auf die Geschichte der Sternwarte geben, bevor Harald Lesch den Vortrag des Abends halten wird. Mit „Wie gefährlich ist kosmische Strahlung?” geht der Münchner Astrophysiker auf verständliche Art auf kosmische Ultra-Hochenergie-Strahlung von Sternen und Schwarzen Löchern ein, und wie und ob uns das auch auf der Erde betrifft.

Astronomie ist das trojanische Pferd

Diese Vorträge sind es, die den auch fachfremden Besuchern einen Einblick in die Welt der Astrophysik geben. Mit den Worten Physik und Mathematik verschrecke man im Grunde mehr Menschen, als man anlocke. Aber verpackt und in Verbindung mit Astronomie lockten diese Themen jedes Mal hunderte Besucher an die Rosenheimer Hochschule. „Die Astronomie ist das trojanische Pferd, mit dem wir Wissenschaft unter die Leute bringen”, zitiert Junker seinen Kollegen Lesch bei einem Besuch in der Sternwarte. In der Faszination Weltall lassen sich leicht physikalische Grundlagen verstecken. 

So läuft ein Besuch in der Sternwarte ab

Auch für die Öffentlichkeit ist die Rosenheimer Sternwarte zugänglich. Während der Wintermonate wird jeden Montagabend um 20.30 Uhr eine Führung angeboten. Immer vorausgesetzt, der Himmel zeigt sich wolkenlos. Das Expertenteam um Elmar Junker führt die Besucher in die Astronomie ein. Zuerst, ohne Fernrohr, werden Sternbilder und Himmelsbewegungen erklärt, später dann der Blick durch das Teleskop. Hier beginnt die wirkliche Faszination der Astronomie. Planeten, Gasnebel und ganze fremde Galaxien werden sichtbar. Diese Führungen sind kostenlos, Spenden werden gerne angenommen, da sich die Sternwarte auf diese Weise finanziert. 

Partielle Sonnenfinsternis am kommenden Dienstag

Demnächst steht außerdem ein ganz besonderes kosmisches Event an. In den frühen Mittagsstunden des 25. Oktobers wird sich ein Teil des Mondes aus unserer Sicht vor die Sonne schieben. Es entsteht eine sogenannte partielle Sonnenfinsternis. Gegen 11.15 Uhr ist die größte Bedeckung erreicht, fast 25 Prozent der Sonne werden verdeckt sein. Dieses seltene Naturschauspiel ist, bei gutem Wetter, auch auf den Dächern der TH Rosenheim im Rahmen einer Sonderführung mitzuverfolgen. 

Kommentare